Börse Frankfurt

Dax kommt 10.000er Marke gefährlich nahe

So schnell kann es gehen. Aus der Ernüchterung um die Notenbanksitzungen zur Wochenmitte entwickelte sich eine richtige Katerstimmung. Der Dax baute am Freitag immer weiter ab und verlor am Ende nahezu drei Prozent.
Update: 29.04.2016 - 17:54 Uhr

Starker Euro vermiest die gute Laune

FrankfurtDer Dax ist zum Wochenausklang regelrecht eingebrochen. Die Enttäuschung, ob der ernüchternden Notenbanksitzungen aus der Wochenmitte, wirkte nach und drückte die Stimmung immer weiter. Europas Anleger unternahmen erst gar nicht den Versuch, sich den schwachen Vorgaben zu widersetzen. Vor allem die Nullrunde des Bank Of Japan drückte aufs Gemüt. Der Dax lief lange Zeit bei gleichbleibenden Verlusten, rauschte ab dem Nachmittag kontinuierlich weiter ab. Am Ende schloss der Leitindex 2,7 Prozent tiefer bei 10.038 Punkten. Zum einen lag der nachmittägliche Absturz an schwachen US-Daten, zum anderen möglicherweise aber auch an offiziellen Aussagen, die eine frühzeitige Zinserhöhung wieder ins Spiel brachten.

So zeigte sich der als geldpolitische Falke bekannte Chef der Fed-Filiale von Dallas, Robert Kaplan, weiteren Zinsschritten schon im Sommer nicht abgeneigt. „Nach meiner Kenntnis dürfte der Markt unterschätzen, wie schnell die Fed handeln kann“, so Kaplan. Dabei sei das gestern bekanntgegebene schwache Wirtschaftswachstum der USA im ersten Quartal kein unmittelbarer Hinderungsgrund, die im Dezember eingeschlagene Zinswende nicht weiter zu forcieren. An den Märkten wird derzeit erst für September mit einer Zinserhöhung gerechnet. Viele Volkswirte halten jedoch auch einen Schritt im Juni oder Juli für möglich.

Damit blieben letztlich doch die Notenbanken das bestimmende Thema am Freitag. Die vielen Konjunkturdaten, die heute anstanden, konnten den Fokus nicht verschieben. Und das obwohl gerade wichtige Daten aus Europa überzeugen konnten. So verdoppelte sich das Wachstumstempo der Euro-Zone im ersten Quartal auf 0,6 Prozent. „Das ist überraschend viel und deutlich über dem Trend. Zudem hat sich das Wachstum - anders als in den USA und Großbritannien - zu Jahresbeginn beschleunigt“, schätze Holger Sandte von der Nordea ein.  

Vor allem die mit Schwierigkeiten kämpfenden Schwergewichte Spanien und Frankreich zeigten sich in guter Verfassung. Die iberische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal des Jahres um 0,8 Prozent und übertraf damit leicht die Prognosen der Ökonomen. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich damit ein kräftiges Plus von 3,4 Prozent – der Spitzenwert in der Währungsgemeinschaft. Auch die Grande Nation wuchs mit 0,5 Prozent mehr als erwartet, dank gestiegener Konsumausgaben der Haushalte. Auch die Arbeitslosenquote im gesamten Euro-Raum fiel mit 10,2 Prozent 16,4 Millionen Menschen und auf den tiefsten Stand seit 2011.

Den Kursen indes half das nicht. Dafür blieb das Marktumfeld zu widrig. Auch vom Devisenmarkt kam Druck. Dort verteuerte sich der Euro um 0,8 Prozent auf 1,1444 Dollar, was der traditionell exportorientierten deutschen Wirtschaft zu schaffen macht. Durch die Bank weg gab es breite Abschläge zu verzeichnen. Der Euro-Stoxx-50 verlor 3,1 Prozent auf 3028 Punkte. Die zweite Frankfurter Reihe hingegen baute die Verluste nicht so weit aus: Der MDax gab 1,5 Prozent nach auf 20.100 Punkten, der TexDax verlor 1,5 Prozent bei dann 1624 Stellen.

Beim Thema Wachstum verarbeiteten die Märkte heute aber nicht europäischen Input. Wie Frankreich wuchs auch die US-Ökonomie um 0,5 Prozent, wie das verantwortliche Handelsministerium am gestrigen Donnerstag mitgeteilt hatte. Doch hier sorgte der Wert für Enttäuschung, Ökonomen sahen das BIP bei einem Plus von mindestens 0,7 Prozent. Der starke Dollar machte vor allem den Exporteuren das Leben schwer, sie Ausfuhren sanken um 2,6 Prozent. Die Verbraucher erwiesen sich weiter als Stütze der Konjunktur.

Die 7 wertvollsten Unternehmen der letzten 20 Jahre
General Electric
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Mit der Glühlampe feierte General Electric in den 1880er Jahren seinen ersten großen Erfolg – rund 100 Jahre später war der Mischkonzern das wertvollste Unternehmen der Welt. 1996 besaß GE eine Marktkapitalisierung von rund 137 Milliarden US-Dollar. Im Jahr darauf waren es schon 223 Milliarden. Abgelöst wurde GE 1998 ebenfalls von einem Technologiekonzern.

Microsoft
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Mit einer Marktkapitalisierung von rund 272 Milliarden US-Dollar stieß Microsoft den damaligen Primus GE 1998 vom Thron. Mit dem Erfolg der Betriebssysteme Windows 95 und Windows 98 verbreitete sich die Software des Konzerns aus Redmond wie ein Lauffeuer: Office-Suiten, Webbrowser, Grafiksoftware auf Computern in aller Welt kamen in den 90er Jahren wie selbstverständlich aus dem Hause Microsoft. In den Jahren 2000 bis 2002 sowie ab 2003 übernahm GE zwar wieder die Spitze an der Liste der wertvollsten Konzerne der Welt – doch bis heute bleibt Microsoft unter den Top Ten.

Exxon Mobil
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Mit Öl und Gas schwang sich Exxon Mobil 2005 zum wertvollsten Konzern der Welt auf – bei einer Marktkapitalisierung von rund 372 Milliarden US-Dollar. Viele Jahre blieb Exxon an der Spitze, nur zeitweise unterbrochen von ...

PetroChina
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... dem chinesischen Konkurrenten PetroChina. Im vierten Quartal 2007 sowie vom zweiten Quartal 2009 bis zum zweiten Quartal 2010 lief der größte Ölkonzern Chinas Exxon den Rang ab (Marktkapitalisierung 2007: 724 Milliarden US-Dollar; 2009: 367 Milliarden US-Dollar). Auch diese Serie wurde zeitweise unterbrochen – für genau einen Tag. Denn am 28. Oktober 2008 ...

Volkswagen
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... schoss die Aktie von Volkswagen für eine kurze Zeit dramatisch in die Höhe. Damals steckten zahlreiche Spekulanten, insbesondere Hedgefonds, in einem sogenannten Short Squeeze: Sie hatten mit Leerverkäufen auf fallende Kurse der VW-Aktie gesetzt, bevor der Porsche-Vorstand bekanntgab, zusätzlich zu seiner Beteiligung an VW in Höhe von 42,6 Prozent weitere Anteile in Höhe von 31,5 Prozent über Optionen gesichert zu haben. Weil das Land Niedersachsen allerdings weitere 20 Prozent hielt, blieben weniger als 6 Prozent der VW-Aktie frei handelbar. Das Problem: Die Spekulanten hatten sich für ihre Leerverkäufe zwölf Prozent der Aktien geliehen – durch den Nachfrageüberhang war VW einen Tag lang der teuerste Konzern der Welt, mit zeitweisen Kursen von 1005 Euro pro Aktie.

Exxon Mobil
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Ab dem zweiten Quartal 2010 übernahm Exxon erneut die Spitze des Rankings von PetroChina. Bis Mitte 2011 blieb der Rohstoffkonzern (Marktkapitalisierung Q2/2011: 401 Milliarden US-Dollar) ungeschlagen – als im dritten Quartal erneut ein Technologie-Konzern zum wertvollsten Unternehmen der Welt wurde.

Apple
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Mit iPhones, iPads und iMacs überrollte der Apple-Gründer Steve Jobs die Technik-Welt und schuf nicht nur den wertvollsten Konzern, sondern auch die wertvollste Marke der Welt. Rund 354 Milliarden US-Dollar legten Investoren im dritten Quartal 2011 in Apple-Aktien an. Zwei Quartale (Q4/2011 und Q2/2013) gingen seither zwar noch an Exxon, insgesamt blieb Apple aber viele Jahre an der Spitze. Seinen Höchstwert erreichte das Unternehmen im ersten Quartal 2015 mit einer Marktkapitalisierung von 724,8 Milliarden Euro.

Damit dürfte sich die Währungshüter der Fed in ihrem vorsichtigen Kurs bestätigt sehen. Die Märkte rechnen erst im Sommer mit einer nächsten Erhöhung der Leitzinsen. Seit der im Dezember eingeläuteten Zinswende hatten sich die Geldpolitiker wegen internationaler Finanzmarktturbulenzen gegen weitere Schritte ausgesprochen.

Im Frühjahr dürfte die Konjunktur aber wieder deutlicher anziehen, viele Barometer deuten darauf hin. Vor allem der Arbeitsmarkt, der sich der Vollbeschäftigung nähert, liefert Indizien für eine gute Verfassung der weltgrößten Volkswirtschaft. Heutige Eingaben wie die monatlichen Konsumausgaben blieben aber hinter den Erwartungen zurück.

Anleger honorieren solides Linde-Quartal
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