Börse Frankfurt
Dax kommt nach Fed-Rally unter die Räder

Nach dem Kursfeuerwerk zur eingeläuteten US-Zinswende nutzen Anleger am Freitag die Chance zum Kasse machen. Ein entkräfteter Dax verliert am Hexensabbat über ein Prozent. Der tiefe Ölpreis bleibt eine Hypothek.

FrankfurtAm Tag nach der Zinswende in den USA ist den europäischen Aktienmärkten die Kraft ausgegangen. Anleger nutzten das gestrige 2,6-Prozent-Plus des Dax um Kasse zu machen und stiegen schon am Freitag wieder aus. Die Abschläge im Handel wurden nach dem großen Verfall auf den Terminmärkten am Nachmittag wesentlich stärker. Am Ende schloss der Deutsche Aktienindex 1,2 Prozent leichter bei 10.608 Punkten. Schon die Vorgaben aus Übersee ließen einen weiteren Anstieg unwahrscheinlich aussehen. Belastend blieb der abermals gefallene Ölpreis.

Die Wall Street setzte ihren Abwärtstrend fort, nachdem sie schon am Donnerstag ihre sämtlichen Mittwochsgewinne wieder abgegeben hatte – der Dow-Jones-Index lief am Freitagabend 1,1 Prozent tiefer bei 17.303 Zählern. Wie schon in der vergangenen Woche schürte der purzelnde Ölpreis Zweifel an der globalen Konjunktur. Die Abschläge fielen vor allem bei den Energie-Titeln deutlich aus.

In Asien notierten die Indizes am Freitag uneinheitlich: Der Nikkei-Index konnte seine Gewinne nach der weiteren Lockerung der Geldpolitik in Japan nicht halten und verlor 1,9 Prozent. Die Bank of Japan hält zwar an der Summe der Wertpapierkäufe fest, verlängerte aber die Haltedauer der Papiere auf bis zu zwölf Jahre von zuvor bis zu zehn Jahre. Zudem sollen mehr risikoreichere Papiere erworben werden. Die Schritte sollen das bestehende Programm zur Ankurbelung der Wirtschaft unterstützen. In China notierte der Shanghai-Composite kaum verändert.

Im Fokus stand zum Wochenausklang vor allem der große Verfallstag an den Börsen, der so genannte Hexensabbat. Zu diesem Termin verfallen die Optionen auf Indizes sowie auf einzelne Aktien und die Index-Futures. Das besondere dieses Mal: Sowohl in den USA als auch in Europa kam es zum Kontraktverfall. Weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen, steigen die Umsätze üblicherweise an. Zudem können die Kurse einzelner Papiere stark schwanken. Beispielhaft für die Turbulenzen war der deutlich Abwärtssog nach Festsetzung der Verfallskurse.

Durch die Bank weg zeigte das europäische Parkett rote Kurstafeln. Der wichtige Euro-Stoxx-50 verlor als Leitindex der Währungsunion 1.2 Prozent auf 3266 Punkte. Ähnlich das Bild in der zweiten Frankfurter Reihe: Der MDax gab 0,9 Prozent nach auf 20.672 Stellen, der TecDax fiel um 0,2 Prozent auf 1816 Punkte.

An den Rohstoffbörsen konnten sich die richtungsweisenden Öl-Marken Brent und WTI stabilisieren, sie befinden sich aber weiter nahe dem Niveau tiefer Stände von 2008. Die Ersatzwährung Gold erholte sich etwas vom gestrigen Zwei-Prozent-Preisrutsch: Die Feinunze kostete nun 1,2 Hundertstel mehr, also 1054,9 Dollar. Nichtsdestotrotz gehen Experten mittelfristig von einer weiteren Talfahrt des Edelmetalls aus. Die beiden Hauptgründe: Die US-Zinswende treibt den Dollar-Kurs nach oben, der Gold außerhalb der USA unattraktiv in der Beschaffung macht. Und gleichzeitig steigen mit der Erhöhung der Leitzinsen die Inflationsaussichten – damit lohnt sich der sichere Hafen Gold als Schutz gegen die Preisniveau-Steigerung immer weniger.

Seite 1:

Dax kommt nach Fed-Rally unter die Räder

Seite 2:

Stahlkonzerne im Aufwind

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%