Börse Frankfurt

Dax kommt nicht aus dem Minus

Geduldsprobe in Athen: Am Mittwoch gab es wieder keinen Durchbruch im Schuldenstreit. Das Dauerthema trübt die Stimmung an den Märkten merklich – der deutsche Leitindex kommt nicht mehr in Schwung.
Update: 22.04.2015 - 17:30 Uhr 1 Kommentar

Sorgen um Griechenland belasten den Dax

FrankfurtAm Mittwoch ist der Dax noch gut aus den Startlöchern gekommen und hat am Morgen die 12.000 Punkte übersprungen. Schnell drehte der Leitindex aber tief ins Minus. Das Börsenbarometer hat schließlich mit einem Abschlag von 0,6 Prozent auf 11.867,37 Zählern geschlossen. Auch der Handel in der zweiten Reihe verlief wenig erfreulich: Der MDax verlor ebenfalls 0,6 Prozent auf 21.214,56 Punkte, der TecDax blieb aber praktisch unverändert und schloss bei 1.666,33 Zählern.

Am Freitag hatte das Börsenbarometer wegen Sorgen um eine Staatspleite Griechenlands und ein Ausscheiden aus dem Euro den größten Verlust innerhalb einer Woche seit Anfang November 2011 verzeichnet. An den ersten beiden Handelstagen dieser Woche war es mit den Kursen noch nach oben gegangen.

„So richtig trauen sich die Bullen nicht aus der Deckung. Die Unsicherheit um die griechische Schulden-Odyssee und ein wieder anziehender Euro bremsen die Euphorie“, stellte CMC-Analyst Andreas Paciorek fest. Der Regierung in Athen läuft die Zeit davon, die Aktienmärkte sind zunehmend beunruhigt. In den kommenden Monaten muss sie ein Konzept vorlegen, dass die internationalen Geldgeber akzeptieren – ansonsten droht das Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone.

Die größten Kapitalvernichter des Jahres

ZHONGDE WASTE TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ZDWT018
Börse
L&S

-0,00 -0,07%
+1,34€
Chart von ZHONGDE WASTE TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 15: ZhongDe Waste Technology
1 von 15

Die ZhongDe Gruppe erzeugt durch das Verbrennen von Hausmüll und industriellen Abfällen Strom. Doch damit Geld verdienen scheint derzeit schwer. Allein im vergangenen Jahr gaben die Papiere über 40 Prozent nach.

Kursentwicklung:
1 Jahr: - 44,44 Prozent
3 Jahre: - 33,51 Prozent
5 Jahre: - 79,25 Prozent

SOLAR-FABRIK AG F.PROD.U.VERT. INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006614712
Börse
FSE

+0,00 +1,79%
0,00€
Chart von SOLAR-FABRIK AG F.PROD.U.VERT. INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 14: Solar Fabrik
2 von 15

Die Solar-Fabrik hat einen langen Leidensweg hinter sich. Von den einstigen Höchstkursen im Jahre 2007 bei über 20 Euro sind die Aktien derzeit meilenweit entfernt. Aktuell notieren die Aktien bei 0,37 Euro. Seit Anfang des Jahres kriechen die Papiere auf Penny-Stock-Niveau.

Kursentwicklung:
1 Jahr: - 57,75 Prozent
3 Jahre: - 49,03 Prozent
5 Jahre: - 77,04 Prozent

YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005932735
Börse
L&S

+0,61 +7,38%
+8,78€
Chart von YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 13: YOC
3 von 15

Die YOC-Gruppe ist auf den Bereich Mobile Advertising spezialisiert. Der Konzern fokussiert sich besonders auf Handy-Displaywerbung und berät seine Kunden bei der Schaltung von Werbeanzeigen. Mit einem Portfolio aus über 300 ausgewählten internationalen Publishern wie N24, The Sun, Eurosport, Krone, Elle und Runtastic bietet YOC technologiegetriebene Advertising-Lösungen. An den Aktienmärkten gibt YOC dennoch ein miserables Bild ab.

Kursentwicklung:
1 Jahr: + 6,01 Prozent
3 Jahre: - 86,42 Prozent
5 Jahre: - 82,56 Prozent

SMA SOLAR TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0DJ6J9
Börse
L&S

+0,13 +0,33%
+38,03€
Chart von SMA SOLAR TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 12: SMA Solar
4 von 15

Der letzte verbliebene Solarkonzern im TecDax kommt immer mehr in Bedrängnis. Ein Nachfrageeinbruch in Deutschland und der hohe Druck auf die Preise haben den Konzern im vergangenen Jahr tiefrote Zahlen eingebrock. Vorstandschef Pierre-Pascal Urbon rechnet mit einem weiteren Nachfragerückgang und daher auch mit sinkenden Erlösen. Restrukturierungen, die auch Stellenstreichungen vorsehen, sollen aber den Weg zurück zur Profitabilität ebnen.

Kursentwicklung:
1 Jahr: - 33,36 Prozent
3 Jahre: - 64,56 Prozent
5 Jahre: - 83,59 Prozent

Platz 11: DF Deutsche Forfait

WKN
ISIN
Börse

Chart von Platz 11: DF Deutsche Forfait
Platz 11: DF Deutsche Forfait
5 von 15

DF Deutsche Forfait ist ein Partner für Außenhandelsfinanzierung. Im Fokus der Tätigkeit steht die Unterstützung exportorientierter Unternehmen beim weltweiten Warenaustausch insbesondere mit Schwellen- und Entwicklungsländern. Die Aktien haben in den vergangenen fünf Jahren deutlich an Wert verloren.

Kursentwicklung:
1 Jahr: - 63,36 Prozent
3 Jahre: - 61,91 Prozent
5 Jahre: - 74,29 Prozent

METRIC MOBILITY SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1X3X66
Börse
FSE

-0,00 -0,82%
0,00€
Chart von METRIC MOBILITY SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 10: Höft & Wessel
6 von 15

2013 stand Höft & Wessel noch vor der Insolvenz. Der Automatenhersteller wurde in letzter Sekunde vom Investor Droege gerettet. Zuvor hatte Höft & Wessel hohe Verluste verkündet. Zum Geschäftsmodell der Droege-Gruppe aus Düsseldorf zählt das Investieren in angeschlagene Firmen mit dem Ziel, sie gleichzeitig mit den eigenen Beratern zu sanieren und sich langfristig als Mehrheitseigner zu halten.

Kursentwicklung:
1 Jahr: - 53,48 Prozent
3 Jahre: - 67,29 Prozent
5 Jahre: - 75,83 Prozent

PHOENIX SOLAR AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0BVU93
Börse
L&S

-0,01 -3,98%
+0,24€
Chart von PHOENIX SOLAR AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 9: Phoenix Solar
7 von 15

Unter den größten Kapitalvernichtern des Jahres finden sich zahlreiche Unternehmen aus der Solarbranche. Darunter auch Phoenix Solar. In der aktuellsten Jahresprognose ging das Unternehmen von einem Verlust von drei bis vier Millionen Euro aus.

Kursentwicklung:
1 Jahr: - 67,00 Prozent
3 Jahre: - 27,86 Prozent
5 Jahre: - 96,33 Prozent

Unterdes schwindet die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch. Der Athener Finanzminister Yanis Varoufakis sprach am Mittwoch zwar von einer „klaren Annäherung“. Dennoch sei noch keine umfassende Vereinbarung von dem Treffen der Euro-Finanzminister am Freitag im lettischen Riga zu erwarten.

Auch das Bundesfinanzministerium ist skeptisch: „Wir gehen mit sehr überschaubaren Erwartungen nach Riga“, sagte Ministeriumssprecher Martin Jäger. Es sei kein Beschluss zu einem Gesamtpaket von Reformmaßnahmen in Sicht, allenfalls „eine Art Zwischenbilanz“.

Er läuft und läuft und läuft
1. Juli 1988
1 von 22

Der Dax feiert seinen Einstand. Rechnerisch startet er allerdings am 30. Dezember 1987 bei einem Stand von 1.000 Punkten. Der Deutsche Leitindex umfasst die größten 30 börsennotierten deutschen Unternehmen und ist ein Performance-Index. Das heißt: Die Dividenden, die die Dax-Unternehmen auszahlen, werden in den Kurs des Indizes wieder eingerechnet. Manche bezeichnen ihn deshalb als „Mogelpackung“ und finden einen Vergleich mit Kurs-Indizes – wie dem Dow Jones – „unfair“.

16. Oktober 1989
2 von 22

Der erste schwarze Tag für den Dax: Er bricht im Sog der Wall Street um rund 13 Prozent ein.

Dabei war der Kurssturz an der Wall Street mit Minus sieben Prozent deutlich kleiner. Die Ursache: In den achtziger Jahren hatten Übernahmen und Fusionen in den USA Hochkonjunktur. Unternehmen nahmen Kredite auf, um andere Unternehmen zu kaufen. Das Problem war, dass dadurch viele Unternehmen hoch verschuldet waren. Es kamen bereits Sorgen auf, dass Unternehmen in Schieflage geraten könnten, sobald die Zinsen steigen würden oder es Liquiditätsengpässe gebe.

Der Auslöser: Die Übernahme von United Airlines scheiterte an der Finanzierung und löste eine Verkaufswelle aus. Zuerst wurden Übernahmekandidaten abgestoßen, dann alle anderen Aktien. Die Angst der Anleger, dass Unternehmen Liquiditätsprobleme bekommen, entlud sich an der Börse.

18. November 1996
3 von 22

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt stark zu. Telekom-Chef Ron Sommer steht hier am 17. November 1996 vor der Frankfurter Wertpapierboerse, an der der Einführungspreis der T-Aktie von seinerzeit 28,50 D-Mark angezeigt wird. Die Aktie wurde allerdings zur Enttäuschung. Lesen sie hier die gesamte Chronik der T-Aktie.

28. Oktober 1997
4 von 22

Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

Hintergrund: Asien galt in den Neunziger Jahren als Wachstumszentrum der Welt. Die sogenannten Tigerstaaten (Singapur, Südkorea, Taiwan, Hong Kong) galten als große Hoffnungsträger, gerieten aber wegen finanzpolitischer Fehlentwicklungen (und zahlreicher weiterer Faktoren) in Schieflage. Der massive Kapitalabfluss aus diesen Ländern löste schließlich auch Panik an der Börse aus. Der Dax brach ein, erholte sich aber am nächsten Tag fast wieder vollständig. Hier hätten Kostolanys Schlaftabletten viel Geld gespart.

28. November 1997
5 von 22

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading“ - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Xetra löste den Vorgänger IBIS ab.

Mittlerweile sind die Aktienhändler am Frankfurter Parkett nur noch Fassade. Der „wirkliche“ Dax-Handel findet in einem Rechenzentrum statt. Der Handel an der Präsenzbörse in Frankfurt am Main wurde am 20. Mai 2011 abgeschafft.

7. März 2000
6 von 22

Der Dax erreicht ein neues Rekordhoch von 8136 Punkten. Befeuert wird die Euphorie von der Entstehung des Internets und einem sich ausbreitenden Fusionsfieber. Danach ging es wegen einer sich abkühlenden Wirtschaft und dem Einbruch des Neuen Marktes deutlich abwärts. Diesen Höchststand erreichte der Dax dann erst wieder im Jahr 2007.

11. September 2001
7 von 22

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um rund neun Prozent. Im Handelsverlauf ging es für den Leitindex sogar um bis zu elf Prozent nach unten. Die US-Börsen setzten den Handel sofort aus und eröffneten die Börsen sechs Tage später – „den Kriminellen zum Trotz“. Bei der Wiedereröffnung gingen die US-Börsen auf Talfahrt – allerdings nicht ganz so stark wie befürchtet. Der Dow Jones verlor etwa sieben Prozent.

Bisher hat die Regierung in Athen keine Reformvorschläge vorgelegt, mit denen EU-Kommission, Internationaler Währungsfonds (IWF) und EZB zufrieden sind. Sie schließt auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in Urlaubsgebieten sowie Rentenkürzungen aus.

„Die Geldgeber haben Forderungen gestellt, dis bislang nicht akzeptiert wurden“, sagte Staatsminister Nikos Pappas.

Coca-Cola freut sich über Umsatzplus
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