Börse Frankfurt
Dax landet Nullnummer

Ein starker Euro und eine müde Wall Street sorgen nicht gerade für Unterstützung im Mittwochshandel. Anleger zeigen sich zögernd, am Ende zieht sich der Dax immerhin aus dem Minus und schließt völlig unverändert.
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FrankfurtDas neue Jahr bringt bisher nicht den erhofften Schwung. Der Dax setzte am Mittwoch den gestrigen Hängekurs fort, nachdem der Jahreseinstand so schwungvoll geraten war. Lange Zeit mit Verlusten laufend, schloss er am Ende mit 11.584 Punkten völlig unverändert. Der Euro-Stoxx-50 rückte bei 3317 punkten minimal vor. Damit folgen die Anleger dem Kurs, der sich schon zum Jahresende des vergangenen Jahres abgezeichnet hat. Nach einer starken Dezember-Rally von knapp sieben Prozent an Dax-Plus, ist seit den Weihnachtstagen die Dynamik verloren gegangen. Und das, obwohl das noch junge Jahr schon mehrere zuversichtlich stimmende Konjunkturdaten präsentieren konnte.

So überzeugten in dieser ersten Woche des Jahres 2017 bereits Zahlen aus den USA, Japan, Großbritannien und China. Zumal es das Reich der Mitte gewesen war, das mit seinen schwachen Wirtschaftsdaten noch vor genau einem Jahr für einen Aktiencrash gesorgt hatte. Zu Zukäufen veranlasst das die Börsianer aber nicht. Sie scheinen auf deutlichere Signale zu warten. Und damit rückt auch schon wieder die Geldpolitik in den Fokus.

Eine der großen Fragen des Jahres wird sein, mit welchem Tempo die Federal Reserve die Straffung ihrer Geldpolitik forcieren wird. Nachdem die US-Notenbank im Dezember 2016 die Leitzinsen zum ersten Mal seit 2015 und überhaupt erst zum zweiten Mal seit der Finanzkrise erhöht hat, ist die Zinswende im vollen Gange. Die Märkte wappnen sich für mittelfristig steigende Zinsen. Auf dem Parkett war die Mehrheit von zunächst zwei Erhöhungen im laufenden Jahr ausgegangen, doch die so vorsichtige Fed selbst deutete drei mögliche Schritte für 2017 an, wenn es denn die Fundamentaldaten und die Situation auf den Finanzmärkten zulassen.

Die Notenbanker hatte eine Erhöhung ein ums andere Mal verschoben, obwohl starke Konjunkturdaten aus Expertensicht einen schnelleren Kurswechsel erlaubt hätten. Die Fed-Führungsriege um Chefin Janet Yellen fürchtete Verwerfungen an den Börsen, die mit ihrer Strahlkraft die Realwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen kann. Als sich die Lage an den Märkten beruhigte, die Straffung antizipiert wurde, rang sich der zuständige Ausschuss der Fed zur einer Erhöhung der Zinsen durch. Die Signale vom amerikanischen Arbeitsmarkt waren eindeutig. Es herrscht Quasi-Vollbeschäftigung mit einer Arbeitslosenquote von unter fünf Prozent.

Und weil die Fed per Satzung nicht nur der Preisniveaustabilität, sondern auch einem möglichst hohen Beschäftigungsgrad verpflichtet ist, haben die monatlichen Arbeitsmarktberichte einen so hohen Stellenwert im Kalender der Börsianer. Am Freitag kommen die Arbeitslosenquote und die noch wichtigere Zahl an monatlichen Neueinstellungen außerhalb der Landwirtschaft. Entscheidend wird sein, wie sich die Berichte im Laufe des Jahres entwickeln, und welche Auswirkungen der Kurswechsel in Washington haben wird. Hinweise auf die Entscheidungsfindung der Fed kommen am heutigen Abend. Um 20.00 Uhr veröffentlicht die Notenbank die Protokolle ihrer Dezember-Sitzung.

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