Börse Frankfurt
Dax legt Dank Draghi Kursfeuerwerk hin

Auf der Pressekonferenz der EZB sagt Mario Draghi, dass die EZB zum Handeln bereit sei – wenngleich auch nur im Rahmen des Mandats. Die Börsianer schöpfen Hoffnung. Der Dax klettert mehr als zwei Prozent nach oben.

FrankfurtAm Tag der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank haben sich die Anleger an den europäischen Aktienmärkten zunächst zurückgehalten. Das hat sich nun geändert. „Der EZB-Rat ist gewillt und in der Lage zu handeln, indem er alle Instrumente nutzt”, sagte der Notenbank-Chef Mario Draghi auf der EZB-Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag. Damit öffnet der Banker die Tür für eine mögliche Ausweitung des ohnehin schon großzügig angelegten Anleihekaufprogramms. Das Programm solle bis September 2016 laufen, notfalls auch länger. Am Leitzins, der schon länger auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent liegt, rüttelt die EZB unterdessen nicht.

Die Dax-Anleger reagierten beschwingt: Binnen weniger Minuten schoss der im Tagesverlauf eher lustlos vor sich hin pendelnde Dax nach oben. Am Ende verbuchte der Index ein sattes Plus von 2,5 Prozent auf 10.492 Punkten. Zwischenzeitlich durchbrach der Index sogar die lange vernachlässigte 10.500-Punkte-Marke. Drastisch eingebrochen ist dagegen der Euro: Stand die Gemeinschaftswährung am Morgen noch bei rund 1,13 US-Dollar, notierte sie zuletzt 1,113 US-Dollar – 1,7 Prozent weniger als am Vortag.

Die niedrige Inflation in Europa scheint Draghis geldpolitische Großzügigkeit zu rechtfertigen: Im September waren die Preise in der Euro-Zone um 0,1 Prozent zurückgegangen. Eigentlich strebt die EZB auf mittlere Sicht eine Preissteigerung von knapp zwei Prozent an. 

Doch seine Äußerungen rufen auch Kritiker auf den Plan: „Für die Märkte kann es nie genug sein. Für die Realwirtschaft würde ein Aufstocken des Anleiheprogramms im Augenblick allerdings wenig bringen“, betonte ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brezski. „Es hätte viel mehr den Anschein einer Verzweiflungstat.“

Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann sieht in der schwachen Preisentwicklung keinen Anlass für eine weitergehende geldpolitische Lockerung: „Ich rate dazu, nicht in hektischen Aktionismus zu verfallen und jetzt Kurs zu halten.“

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