Börse Frankfurt Dax legt einen Verschnauftag ein

Angesichts enttäuschender Bilanzen großer Konzerne wie Deutsche Bank und Daimler halten sich die Anleger zurück. Der deutsche Leitindex verliert leicht. Dagegen bereitete die Infineon-Aktie den Anlegern Kauflaune.
Update: 02.02.2017 - 17:45 Uhr Kommentieren

Dax mit leichtem Minus – Große Verluste für die Deutsche Bank

FrankfurtDax und Euro Stoxx 50 beendeten den heutigen Handelstag gegenüber dem Vortagsschluss nur wenig verändert. Der deutsche Leitindex verliert 0,3 Prozent bei 11.627, der europäische Leitindex schließt praktisch unverändert bei 3259 Punkte. „Nach der Rally seit der Wahl von US-Präsident Donald Trumps im November haben die Märkte immer noch nicht ordentlich konsolidiert. Das wäre eigentlich mal überfällig“, sagte ein Händler. Der Amtsantritt von Trump hatte weltweit an den Börsen Euphorie ausgelöst. Die Anleger setzten dabei vor allem auf massive Steuersenkungen und Infrastrukturmaßnahmen. Bei diesen beiden Punkten warte der Markt aber weiter auf Details.

Einige Börsianer macht allerdings auch der teils harsche Ton des neuen US-Staatsoberhaupts zu schaffen. Sie fürchten auch Handelskriege, die letztlich den Unternehmen schaden würden.

Die rote Laterne im Dax hielten mit einem Abschlag von zeitweise 7,1 Prozent die Aktien der Deutschen Bank. Das Papier ging mit einem Minus von 5,2 Prozent aus dem Handel. Den Deutschlands größtes Geldhaus kommt nicht aus den roten Zahlen. Der Verlust fiel mit 1,4 Milliarden Euro wesentlich höher als gedacht aus. „Die Zahlen waren sehr schlecht. Die Euphorie vorher war wohl auch zu hoch, die Aktien haben schon zu viele Vorschusslorbeeren bekommen“, sagte ein Händler mit Blick auf die Kursentwicklung seit September. Nach dem Sturz auf ein Rekordtief von unter zehn Euro haben die Titel seither kontinuierlich zugelegt und zeitweise sogar fast wieder die 20-Euro-Marke erreicht.

Besonders belastet wurde der Dax auch von der Enttäuschung über Daimler, deren Aktien um ein mehrfaches schwerer als die der Deutschen Bank gewichtet sind. Daimler brachen um 2,4 Prozent auf 68,10 Euro ein. Einige Börsianer kritisierten, dass die Dividende nicht erhöht worden sei. Anderen fehlte insgesamt ein positiverer Ausblick: Momentan sei es schwer abzusehen, wo beim Gewinn noch Wachstumsdynamik herkommen solle, sagte Analyst Arndt Ellinghorst von Evercore ISI. Bei dem Autobauer sind die Zeiten stürmischen Wachstums vorerst beendet.

Dagegen machte Infineon den Anlegern mit seinen Zahlen Kauflaune. Die Titel des Chipherstellers stiegen um 2,2 Prozent. Glänzende Geschäfte mit der Autoindustrie hatten den Bayern einen überraschend guten Start ins neue Geschäftsjahr beschert. Analysten rechneten damit, dass das auch künftig so weitergehen wird.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
1 von 27

Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 26: Ghana
2 von 27

Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

Platz 25: Aktien Ägypten
3 von 27

Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 24: Aktien China
4 von 27

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 23: Britisches Pfund
5 von 27

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 22: Mexikanischer Peso
6 von 27

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 21: Sparbuch
7 von 27

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Eine Kaufempfehlung der US-Bank Goldman Sachs hat Anleger am Donnerstag zum Einstieg bei Salzgitter ermuntert. Die Aktien des Stahlkonzerns stiegen um bis zu sieben Prozent und waren mit 38,46 Euro so teuer wie zuletzt vor vier Jahren. Die Experten stuften die Papiere auf „Buy“ von „Sell“ hoch und erhöhten das Kursziel auf 45 von 26,50 Euro.

Der gute Lauf der Stahlwerte aus dem vergangenen Jahr werde sich 2017 fortsetzen, schrieb Goldman-Analyst Eugene King in einer Studie. Grund dafür sei unter anderem die Aussicht auf eine anziehende Nachfrage. Gleichzeitig reduzierten sich durch die Produktionskürzungen in China und Europa die weltweiten Überkapazitäten. Darüber hinaus stütze ein stärkerer und besserer Schutz vor Billig-Importen in den USA und Teilen Europas die Preise.

Vor diesem Hintergrund stufte King auch die Aktien von Arcelor-Mittal auf „Buy“ hoch und nahm sie in die Empfehlungsliste „Conviction Buy List“ auf. Das Kursziel stieg auf 9,30 von sechs Euro. Arcelor legten daraufhin an der Amsterdamer Börse 2,5 Prozent auf 7,52 Euro. Thyssen-Krupp stufte der Goldman-Analyst dagegen auf „Sell“ von „Neutral“ herunter und kürzte das Kursziel auf 20 von 22 Euro. Die Erwartungen an die geplante Zusammenarbeit mit Tata Steel seien überzogen. Thyssen-Titel verloren 1,2 Prozent auf 23,34 Euro.

In London löste Reckitt Benckiser mit seinen Fusionsplänen zeitweise einen Run auf seine Aktien aus: In der Spitze kletterten die Titel um mehr als fünf Prozent. Der Konsumgüterkonzern ist nach eigenen Angaben mit dem Babynahrungshersteller Mead Johnson Nutrition in fortgeschrittenen Fusionsverhandlungen. Mit dem Deal würde Reckit Benckiser - das Unternehmen stellt bislang Produkte wie Sagrotan oder Durex-Kondome her - nicht nur seine Präsenz in Asien stärken, sondern auch in ein völlig neues Geschäftsfeld vorstoßen.

Auch der der stärkere Euro belastet. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung stieg wieder über die Marke von 1,08 US-Dollar.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
  • rtr
  • mba
Startseite

Mehr zu: Börse Frankfurt - Dax legt einen Verschnauftag ein

0 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax legt einen Verschnauftag ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%