Börse Frankfurt
Dax legt erst zum Schluss leicht zu

In Frankfurt herrschte fast während des gesamten Handels Windstille, der Dax kam erst in den letzten Minuten zu kleinen Gewinnen. Börsianer übten sich in Zurückhaltung, auch weil die Börse in New York geschlossen blieb.
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Düsseldorf/FrankfurtEuropas Märkte sind genau so in die Woche gestartet, wie sie die vergangene Woche beendet haben: flügellahm. Der Dax ging am Montag mit 12.628Punkten mit einem Plus von 0,2 Prozent aus dem Handel, immerhin 26 Zähler fester. Der Euro Stoxx 50 kam mit 3577 Punkten auf ein Minus von 0,1 Prozent. Wie erwartet, wurde es ein ruhiger Tag, auch weil die großen Börsen heute geschlossen blieben. In den USA begeht man den Memorial Day und in Großbritannien ruht der Finanzsektor am letzten Montag des Mais, dem sogenannten Spring Bank Holiday.

Die Börsianer üben sich in Zurückhaltung und warten lieber ab, bis sich neue Signale ergeben. Vor allem die Notenbanksitzungen im Juni werden den Trend der nächsten Wochen entscheiden. Jetzt, wo sich die überwiegend erfreulich verlaufende Berichtssaison ihrem Ende entgegenneigt, rückt die Geldpolitik wieder in den Fokus.

So kriegen die Konjunkturdaten, die Hinweise auf den Kurs der Währungshüter geben können, die größte Aufmerksamkeit. Höhepunkt der Woche ist der am Freitag erscheinende US-Arbeitsmarktbericht für den Mai. Experten rechnen mit 155.000 neu geschaffenen Jobs in der Vereinigten Staaten, was etwas weniger wäre als im April. Einen Vorgeschmack auf den offiziellen Bericht werden den Investoren am Donnerstag aktuelle Jobzahlen vom privaten Arbeitsmarkt liefern, durch den ADP-Report. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote sehen Ökonomen um 0,1 Prozent zurückgehen auf 4,4 Prozent. Bei um die fünf Prozent spricht die amerikanische Notenbank von Vollbeschäftigung, womit ihr primäres Ziel neben der Preisstabilität bereits erreicht ist.

Dementsprechend gilt es in der Finanzwelt auch als sehr wahrscheinlich, dass die Federal Reserve im Juni die Leitzinsen erneut anheben wird. Die US-Notenbank hat jüngst recht deutlich signalisiert, am 14. Juni zum zweiten Mal in diesem Jahr an der Zinsschraube drehen zu wollen. Zuvor hatten die Währungshüter bereits im März die geldpolitischen Zügel gestrafft und den Zins auf die aktuelle Spanne von 0,75 bis 1,0 Prozent angehoben. „Nur eine negative Überraschung könnte die Fed noch von ihrem eingeschlagenen Kurs abbringen“, prognostizieren Analysten von HSBC Trinkaus.

Nachlassende Spekulationen auf eine baldige weitere Drosselung der Wertpapierkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) haben den Euro am Montag belastet. Die Währung verbilligte sich auf 1,1170 von zuvor 1,1184 Dollar. Gleichzeitig griffen Investoren wieder zu Staatsanleihen. Dies drückte die Renditen der zehnjährigen Titel aus Deutschland, Italien und Spanien auf 0,31 Prozent, 2,152 Prozent und 1,523 Prozent.

EZB-Chef Mario Draghi kündigte bei einer Anhörung im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europa-Parlaments für die Zinssitzung im Juni eine Neubewertung der wirtschaftlichen Risiken an. Er betonte allerdings, dass die Konjunktur weiterhin ein "außergewöhnliches Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung" benötige.

„Draghi hat nicht Neues gesagt, aber die Wahrnehmung hat sich geändert“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Offenbar hätten einige Anleger auf stärkere Signale für eine Veränderung des geldpolitischen Ausblicks - im Börsenjargon Forward Guidance genannt - gehofft. „Die EZB sieht sich aber nicht unter konkretem Handlungsdruck“, sagte Umlauf. Die Notenbank hatte das monatliche Ankaufvolumen für europäische Staatsanleihen zum April auf 60 von 80 Milliarden Euro reduziert.

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