Börse Frankfurt

Dax legt glänzenden Wochenstart hin

Starke EU-Konjunkturdaten und Spekulationen um weitere Geldspritzen der chinesischen Notenbank regten heute die Kauflaune an. Auch aus den USA kamen positive Signale. Der Dax schließt mit einem deutlichen Plus.
Update: 04.05.2015 - 17:52 Uhr Kommentieren

Dax startet mit Gewinnen in den Mai

FrankfurtDer Dax legt in der neuen Handelswoche einen Blitzstart hin. Starke Konjunkturdaten aus der Euro-Zone und aus Übersee sowie Spekulationen um weitere Geldspritzen der chinesischen Notenbank trieben den Dax zwischenzeitlich auf bis zu 11.657 Punkte. Am Ende schloss der Leitindex 1,4 Prozent fester auf 11.620 Zähler.

Auch in der zweiten Reihen verzeichneten die Indizes deutliche Kursaufschläge. Der MDax ging mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 20.541 Punkten aus dem Handel. Der TecDax legte 1,9 Prozent zu auf 1637 Zähler. In den USA notierte der Dow Jones nach Frankfurter Börsenschluss 0,3 Prozent fester auf 18.086 Punkten.

Trotz der Unsicherheit über die Zukunft Griechenlands hält sich das Konjunkturbarometer der Investmentberatung Sentix erstaunlich stabil. Die 1000 an der Umfrage teilnehmenden Börsianer sehen die Euro-Zone weiter im Aufwind. Das Barometer fiel im Mai nur leicht von 20 auf 19,6 Punkte. „Insgesamt ist das als Signal für einen stabilen Aufschwung des Währungsraumes zu werten“, sagte Sentix-Ökonom Sebastian Wanke. Die Lage wurde so gut eingeschätzt wie seit knapp vier Jahren nicht mehr, die Aussichten für die kommenden Monate dagegen etwas schlechter als zuletzt.

Die Top- und Flop-Aktien im April 2015

DIEBOLD NIXDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0CAYB2
Börse
L&S

-0,04 -0,06%
+72,38€
Chart von DIEBOLD NIXDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wincor Nixdorf: Ausblick und aktuelle Zahlen enttäuschen
1 von 21

Das Paderborner Unternehmen senkte Mitte April seine Prognose für Umsatz und operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr 2014/2015 und löste damit den heftigsten Kurseinbruch seit 2008 aus; an einem Tag brachen die im MDax notierten Titel sogar um bis zu 15,3 Prozent ein. Weitere Kursrückgänge lassen die Aktie auf den letzten Platz im 110 Werte umfassenden HDax fallen. Die ursprünglich anvisierten Ziele werden der Firma zufolge nicht erreicht. Wincor Nixdorf erwartet einen Umsatzrückgang um drei bis fünf Prozent.
Kursentwicklung im April: -22,9 Prozent

BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005909006
Börse
L&S

-0,20 -0,51%
+39,76€
Chart von BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.
Bilfinger: Prognosesenkung schockt Investoren
2 von 21

Auch der Baukonzern Bilfinger, dessen Aktien ebenfalls im MDax notieren, enttäuschte im April die Börsianer. Zum fünften Mal senkte er die Prognose und schockte damit die Investoren. Sie flüchteten in Scharen; die Aktien stürzten an einem einzigen Tag in der Spitze um mehr als 16 Prozent ab; die Aktie landet auf dem vorletzten Platz im HDax, dem Sammelindex aus Dax, MDax, und TecDax. Wegen der schlechten Entwicklung des Öl- und Gasgeschäfts in den USA sowie einer sinkenden Nachfrage in der Kraftwerksparte rechnet der Konzern mit "erheblichen Rückgängen" beim operativen Gewinn.
Kursentwicklung im April: -16,5 Prozent

JENOPTIK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006229107
Börse
L&S

+0,02 +0,07%
+32,64€
Chart von JENOPTIK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Jenoptik: Beteiligungsverkauf drückt auf Aktienkurs
3 von 21

Die Aktie des Technologiekonzerns Jenoptik, die zum TecDax gehört, verliert 15 Prozent an Wert. Offenbar wirkt nach, dass die österreichische ECE Industriebeteiligungen GmbH ihren kompletten Anteil am deutschen Technologiekonzern verkauft hat. Das sei eine Überraschung gewesen, schrieb Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank Anfang April in einer Studie. Die Veräußerung sieht Schlamp eigentlich nicht negativ. Die Fundamentaldaten seien unberührt geblieben. Ende März hatte Finanzvorstand Andreas Günther das Unternehmen verlassen. Sein Nachfolger Hans-Dieter Schumacher hielt aber bislang an bereits eingeleiteten Maßnahmen, zum Beispiel der Umstellung der Finanzierungsstruktur, fest.
Kursentwicklung im April: -15,0 Prozent

ELRINGKLINGER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007856023
Börse
L&S

+0,17 +0,94%
+18,13€
Chart von ELRINGKLINGER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
ElringKlinger: Kapazitätsengpass drückt auf Ergebnis
4 von 21

Noch eine Enttäuschung, die eine Aktie innerhalb weniger Tage in die Riege der schlechtesten zehn Papiere des HDax schiebt: Der Autozulieferer ElringKlinger frustrierte Ende April die Anleger mit einer Gewinnwarnung. Die negative Überraschung bei der Gewinnentwicklung im ersten Quartal sowie die negativen Aussichten hätten seine vorsichtige Einschätzung für den Autozulieferer untermauert, schrieb Michael Raab vom Analysehaus Kepler Cheuvreux in einer Studie. Tragisch: Zumindest die zurückliegende Ergebnisschwäche resultiert anscheinend nicht aus einer mangelnden Nachfrage. Im Gegenteil: Einige Produkte seien offenbar so gefragt, dass die Produktionskapazitäten an die Grenze stießen, erklärt Raab.
Kursentwicklung im April: -12,6 Prozent

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
L&S

+0,28 +0,14%
+192,15€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Münchener Rück: Niedrige Zinsen lassen auch Kurs erodieren
5 von 21

Unter dem niedrigen Zinsumfeld leiden Versicherer, die mit ihren Rücklagen weniger Erträge erzielen. So macht Mark Cathcart vom Analysehaus Jefferies denn auch die „anhaltende Zinserosion in der Vermögensverwaltung“ neben eingetrübten Ergebnisperspektiven dafür verantwortlich, dass Versicherer-Aktien derzeit eine Flaute durchmachen. Für die Munich-Re-Aktie sieht der Experte ein Abwärtspotenzial von weiteren 15 Prozent. Auch die Tochter Ergo dürfte in den kommenden Monaten trotz eines bevorstehenden Management-Wechsels wenig zu weiteren Erfolgen beitragen, meint Frank Kopfinger von der Commerzbank. Der neue Ergo- und bisherige Deutschland-Chef der Allianz, Markus Riess, werde neue Strategien erst ab 2016 implementieren können.
Kursentwicklung im April: -12,0 Prozent

TAG IMMOBILIEN AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008303504
Börse
L&S

+0,17 +1,07%
+16,35€
Chart von TAG IMMOBILIEN AG INHABER-AKTIEN O.N.
TAG Immobilien: Luft ist aus der Aktie raus
6 von 21

Bei Immobilien müsste das Geschäft doch eigentlich brummen, lässt sich mit Blick auf die Häusermärkte vermuten – und dennoch zählt ein Wert aus dem Sektor zu den schlechtesten zehn Aktien des HDax. Der Immobilienkonzern TAG Immobilien verliert im April zehn Prozent. Marktbeobachter sehen verschiedene Ursachen. Die niedrige EU-Inflation könnte die teilweise daran gekoppelten Mietrenditen europäischer Immobiliengesellschaften belasten, schrieb Analyst Stephen Bramley-Jackson von HSBC in einer Branchenstudie. Kollege David Prescott von Barclays glaubt, dass bei TAG Immobilien der Spielraum für weitere Kurszuschläge inzwischen fast ausgereizt sei.
Kursentwicklung im April: -10,4 Prozent

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

-0,03 -0,19%
+15,29€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank: Beobachter bleiben skeptisch
7 von 21

Die Nachrichten sprechen für sich, um zu erklären, wieso Deutschlands Branchenprimus im Bankensektor im April an der Börse ebenfalls rund zehn Prozent an Wert verliert. Gerade stehen neben dem Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, vier weitere Top-Banker vor Gericht im Zusammenhang mit der Kirch-Insolvenz gegen den Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs verteidigen. Erst kürzlich zahlte die Bank eine Milliardensumme in Folge des Libor-Skandals. Und auch die Pläne zur Konzern-Umstrukturierung werden von Marktbeobachtern mit Skepsis beurteilt.
Kursentwicklung im April: -10,1 Prozent

Auch die Industriedaten der Euro-Zone senden positive Signale an die Märkte. Im April hielt sich der Euro-Einkaufsmanager der Industrie mit 52 Punkten über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. „Der Industriesektor setzt seinen Aufwärtstrend fort“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. In Deutschland erreichte der Index einen Wert von 52,1 Punkten, womit er jedoch im Vergleich zum März 0,7 Punkte abgeben musste. „Der deutsche Industriemotor hat im April einen Gang heruntergeschaltet“, sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. Dennoch liege der Wert auf dem zweithöchsten Stand der vergangenen neun Monate.

Durchgeschüttelte Märkte: „Die Korrektur beginnt“

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Griechenland und Frankreich bleiben indes weiterhin die größten Sorgenkinder in der Währungsunion und sorgen für ein großes Gefälle zwischen den einzelnen Euro-Ländern. „Besonders grell blinken die Warnlampen über Frankreich und Griechenland“, sagte Williamson. „Beide Länder verzeichneten zu Beginn des zweiten Quartals verstärkte Einbußen.“

In den USA geben die neuesten Industriedaten ebenfalls Anlass zur Hoffnung. Im März stieg die Industrieproduktion um 2,1 Prozent. Prognostiziert war nur ein Anstieg um maximal zwei Prozent. Die starken US-Wirtschaftsdaten lassen auf eine planmäßige Zinsanhebung der Fed schließen.

Als weiteren Kaufgrund führten Börsenexperten Spekulationen um weitere Geldspritzen der chinesischen Notenbank zur Ankurbelung der heimischen Wirtschaft an. Enttäuschte Konjunkturdaten entfachten die Gerüchte. Das Stimmungsbarometer der chinesischen Einkaufsmanager fiel im April von 49,6 auf 48,9 Punkte. Damit lag es weiter unter der Wachstumsschwelle und auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr. Die Regierung müsse eingreifen, wenn sie sicherstellen wolle, dass das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr nicht unter die Marke von sieben Prozent fällt, sagte Volkswirtin Annabel Fiddes vom Datenanbieter Markit.

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