Börse Frankfurt
Dax legt glänzenden Wochenstart hin

Starke EU-Konjunkturdaten und Spekulationen um weitere Geldspritzen der chinesischen Notenbank regten heute die Kauflaune an. Auch aus den USA kamen positive Signale. Der Dax schließt mit einem deutlichen Plus.
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FrankfurtDer Dax legt in der neuen Handelswoche einen Blitzstart hin. Starke Konjunkturdaten aus der Euro-Zone und aus Übersee sowie Spekulationen um weitere Geldspritzen der chinesischen Notenbank trieben den Dax zwischenzeitlich auf bis zu 11.657 Punkte. Am Ende schloss der Leitindex 1,4 Prozent fester auf 11.620 Zähler.

Auch in der zweiten Reihen verzeichneten die Indizes deutliche Kursaufschläge. Der MDax ging mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 20.541 Punkten aus dem Handel. Der TecDax legte 1,9 Prozent zu auf 1637 Zähler. In den USA notierte der Dow Jones nach Frankfurter Börsenschluss 0,3 Prozent fester auf 18.086 Punkten.

Trotz der Unsicherheit über die Zukunft Griechenlands hält sich das Konjunkturbarometer der Investmentberatung Sentix erstaunlich stabil. Die 1000 an der Umfrage teilnehmenden Börsianer sehen die Euro-Zone weiter im Aufwind. Das Barometer fiel im Mai nur leicht von 20 auf 19,6 Punkte. „Insgesamt ist das als Signal für einen stabilen Aufschwung des Währungsraumes zu werten“, sagte Sentix-Ökonom Sebastian Wanke. Die Lage wurde so gut eingeschätzt wie seit knapp vier Jahren nicht mehr, die Aussichten für die kommenden Monate dagegen etwas schlechter als zuletzt.

Auch die Industriedaten der Euro-Zone senden positive Signale an die Märkte. Im April hielt sich der Euro-Einkaufsmanager der Industrie mit 52 Punkten über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. „Der Industriesektor setzt seinen Aufwärtstrend fort“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. In Deutschland erreichte der Index einen Wert von 52,1 Punkten, womit er jedoch im Vergleich zum März 0,7 Punkte abgeben musste. „Der deutsche Industriemotor hat im April einen Gang heruntergeschaltet“, sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. Dennoch liege der Wert auf dem zweithöchsten Stand der vergangenen neun Monate.

Griechenland und Frankreich bleiben indes weiterhin die größten Sorgenkinder in der Währungsunion und sorgen für ein großes Gefälle zwischen den einzelnen Euro-Ländern. „Besonders grell blinken die Warnlampen über Frankreich und Griechenland“, sagte Williamson. „Beide Länder verzeichneten zu Beginn des zweiten Quartals verstärkte Einbußen.“

In den USA geben die neuesten Industriedaten ebenfalls Anlass zur Hoffnung. Im März stieg die Industrieproduktion um 2,1 Prozent. Prognostiziert war nur ein Anstieg um maximal zwei Prozent. Die starken US-Wirtschaftsdaten lassen auf eine planmäßige Zinsanhebung der Fed schließen.

Als weiteren Kaufgrund führten Börsenexperten Spekulationen um weitere Geldspritzen der chinesischen Notenbank zur Ankurbelung der heimischen Wirtschaft an. Enttäuschte Konjunkturdaten entfachten die Gerüchte. Das Stimmungsbarometer der chinesischen Einkaufsmanager fiel im April von 49,6 auf 48,9 Punkte. Damit lag es weiter unter der Wachstumsschwelle und auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr. Die Regierung müsse eingreifen, wenn sie sicherstellen wolle, dass das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr nicht unter die Marke von sieben Prozent fällt, sagte Volkswirtin Annabel Fiddes vom Datenanbieter Markit.

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