Börse Frankfurt
Dax legt irre Rekordjagd hin

An den Aktienmärkten feiern die Anleger immer neue Allzeithochs. Der Dax ist nicht aufzuhalten. Mit ordentlichem Rückenwind aus den USA scheiterte er heute nur knapp an der 9000-Punkte-Marke.
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FrankfurtFast hätte es geklappt. Nur zwölf Punkte trennten den Dax von der 9000-Punkte-Marke. Erst zu Handelsschluss vermehrten sich dann die Gewinnmitnahmen – nicht verwunderlich angesichts der unglaublichen Hatz nach neuen Rekorden am Nachmittag. Am Ende ging des Deutsche Aktienindex mit einem Plus von immerhin 0,9 Prozent auf 8947 Punkten und damit abermals mit dem höchsten Schlusskurs aller Zeiten aus dem Handel.

Die zweite Reihe konnte mit dem Dax nicht mithalten. Dennoch schloss auch der MDax mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 15.810 Zählern so hoch wie nie zuvor. Der TecDax beendete den Dienstag 0,4 Prozent im Plus auf 1123 Punkten.

Auslöser des Kursfeuerwerks war der US-Arbeitsmarktbericht. Der wurde aufgrund des „government shutdown“ zwar verspätet veröffentlicht, hatte dafür aber einiges an Sprengstoff für die Börsen parat. Denn entgegen der Prognosen wurden im September weit weniger Stellen geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft belief sich die Zahl auf 148.000. Volkswirte hatten mit mindestens 180.000 neuen Stellen gerechnet.

„Der Stillstand von Teilen der Regierung hat der Wirtschaft einen Extra-Dämpfer verpasst“, sagte Robert Dye vom Finanzdienstleister Comerica. Ökonomen befürchten daher, dass der Oktober wegen negativer Folgen des gerade erst vertagten Haushaltsstreits in den USA ebenfalls nicht berauschend ausfallen dürfte. Die Veröffentlichung des nächsten Arbeitsmarktberichts ist auf den 8. November angesetzt.

Was auf dem ersten Blick eigentlich wie eine schlechte Nachrichte aussieht, ist für die Finanzwelt ein Grund zum Feiern. Denn die ansonsten gültige Wirtschaftslogik wird von der Fed seit längerem ausgehebelt. Schlechte Realdaten, zu denen die miesen Jobdaten zählen, lassen die Börsenwelt hoffen, dass die Federal Reserve ihr umfangreiches Anleihekaufprogramm fortsetzen wird. Die schwachen Zahlen dürften die Möglichkeiten der Fed, ihre Geldpolitik baldmöglichst zu drosseln, sehr einschränken. Den Investoren dürfte klar sein, dass die Fed die US-Wirtschaft erst einmal weiter unterstützen wird, urteilte Rainer Sartoris von HSBC-Trinkaus.

„Hinsichtlich der Beschäftigungsentwicklung ist in den vergangenen Monaten eine nachlassende Dynamik zu verzeichnen“, schrieb Volkswirt Thilo Heidrich von der Postbank in einem Kommentar. „Vor diesem Hintergrund ist es mehr als fraglich, ob die Fed noch in diesem Jahr mit dem 'Tapering' beginnt.“

Das Fed-Führungsmitglied Charles Evans hat bereits signalisiert, dass die Notenbank nächste Woche noch nicht mit dem Drosseln der Konjunkturhilfen beginnen kann. Es werde Monate dauern, um sich nach dem vertagten Haushaltszwist ein Bild von der Konjunktur zu machen.

Interessant am ganzen Trubel um die Arbeitsmarktdaten und die US-Notenbank war allerdings, dass der Dax schon vor Veröffentlichung der neuesten US-Arbeitszahlen deutlicher ins Plus stieg und die Schwelle zur 8900-Punkte-Marke durchbrach. Dieses „Phänomen“ kann eigentlich nur auf Spekulationen zurückgeführt werden. Scheinbar sind einige Investoren das Risiko eingegangen schon vorher in die Aktienmärkte einzusteigen, da sie auf schlechte Daten aus den USA spekuliert haben. Anhand der Umsätze konnte beobachtet werden, dass die Handelsaktivität etwa zehn Minuten vor bekanntwerden der US-Zahlen für einen kurzen Zeitraum deutlich zugelegt hat.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax legt irre Rekordjagd hin"

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  • Ob der deltaone heute die nächste Tranche von seinem Short-ETF gekauft hat? Die letzten 3 Monate -15%. Das muss weh tun während alle anderen fett absahnen bei Dax 9000.

  • die GROSSE Korrektur wird kommen. Diese Zockerblindheit geht nicht unendlich gut!

  • blablabla

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