Börse Frankfurt
Dax legt Konjunktur-Bonanza hin

Am letzten Handelstag der Woche steht wieder die Konjunktur im Fokus der Anleger. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel besser aus als erwartet. Auch aus den USA kommen gute Nachrichten. Der Dax legt bis zum Handelsende kräftig zu. Nur Merck-Papiere brechen ein.
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HB FRANKFURT. Aufschwung an der Frankfurter Börse: Zum Wochenschluss haben überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA für Feierlaunegesorgt. Der Dax schloss am Freitag 1,8 Prozent im Plus bei 6298 Punkten. Auf Wochensicht legte er 1,4 Prozent zu. Am Vormittag hatte noch ein Kurssturz der Merck-Aktie für lange Gesichter gesorgt, bis die Investoren geradezu euphorisch auf die Vorlage der US-Zahlen zum Auftragseingang langlebiger Güter reagierten. Die Titel der deutschen Industrieschwergewichte MAN, Daimler, BMW und Siemens beendeten den Handel mit satten Aufschlägen zwischen 6,2 und 3,7 Prozent. Der Euro-Stoxx50 der 50 größten börsennotierten Unternehmen der Euro-Zone gewann zwei Prozent auf 2792 Punkte. Auch die US-Börsen verzeichneten deutliche Kursgewinne.

Zwar fiel der Orderbestand in Amerika im August mit 1,3 Prozent stärker als erwartet. Ohne den Transportsektor ergab sich aber ein Plus von zwei Prozent. Wenn man dies berücksichtige, seien die Zahlen überraschend gut ausgefallen, sagte LBBW-Aktienstratege Steffen Neumann. "Der Markt sucht zurzeit nach guten Nachrichten und hat sie damit offenbar gefunden." Für den Rückgang der Bestellungen insgesamt sorgte vor allem die Flaute bei Boeing: Der Konzern erhielt lediglich zehn Aufträge für den Bau von Zivilflugzeugen - im Juli waren es noch 130.

Etwas Auftrieb hatte am Morgen zudem der unerwartete Anstieg des Ifo-Index gegeben. Das Geschäftsklima hellte sich im September den vierten Monat in Folge auf. Die Erwartungen fielen dagegen gedämpfter aus, da sich die befragten Firmenchefs auf eine Abkühlung im Exportbereich einstellen.

Auf der Dax-Verliererseite standen zum Handelsschluss lediglich die Papiere von Merck. Nach einem herben Rückschlag bei der Multiple-Sklerose-Tablette Cladribin beendeten sie den Tag 10,2 Prozent im Minus bei 63 Euro. Ein Expertengremium der europäischen Arzneimittelbehörde EMA äußerte Bedenken über die Sicherheit von Cladribin. Für das Pharmageschäft von Merck gilt das Mittel als wichtigste Neuentwicklung. Die Markteinführung von Cladribin verzögere sich mit dem Votum um mindestens vier Jahre, schrieb JP-Morgan-Analyst Richard Vosser. Die Titel des Schweizer Merck-Konkurrenten Novartis, der mit seiner MS-Tablette Gilenya in den USA erst vor wenigen Tagen die Zulassung erhalten hatte, schlossen in Zürich 1,9 Prozent fester.

An die Spitze des Dax setzten sich die Anteilsscheine von MAN, die 6,2 Prozent auf 80,89 Euro gewannen. Händler begründeten das Plus neben den guten US-Daten mit steigenden Zulassungszahlen bei Nutzfahrzeugen, die am Freitag vom Herstellerverband ACEA für August veröffentlicht wurden. Die Titel von Daimler legten vier Prozent zu.

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