Börse Frankfurt
Dax legt leicht zu

Der Deutsche Aktienindex schließt am Dienstag mit einem leichten Plus. Anleger verteilen aber keine Vorschusslorbeeren mehr an den künftigen US-Präsidenten Donald Trump: Die Aktienmärkte verlieren insgesamt an Schwung.
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FrankfurtDie Spekulationen an den Börsen auf einen Wirtschaftsboom unter dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump haben am Dienstag nachgelassen. Dadurch verloren die Aktienmärkte an Schwung. Dax und Euro Stoxx 50 gewannen jeweils ein knappes halbes Prozent auf 10.735 und 3052 Punkte. Der US-Technologieindex, der in den vergangenen Tagen nachgegeben hatte, legte 0,8 Prozent zu.

Gleichzeitig stoppte der Ausverkauf an den Anleihemärkten. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, notierte bei 160,39 Zählern und lag damit rund einen Zähler über seinem Zehn-Monats-Tief vom Montag. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, stagnierte bei 100,16 Stellen. Der Preis für das wichtige Industriemetall Kupfer rutschte wegen Gewinnmitnahmen um ein Prozent auf 5505 Dollar je Tonne ab.

„Populistische Politiker enttäuschen fast immer, wenn sie dem politischen Ernst gegenüberstehen“, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. „Es ist vernünftig anzunehmen, dass viele Aspekte der 'Trumponomics' nicht so kommen werden wie bislang erwartet.“ Der Milliardär habe seine Pläne zum Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko bereits abgeschwächt. Ein Handelskrieg sei weniger wahrscheinlich und selbst Teile der „Obamacare“ genannten Krankenversicherung blieben wohl erhalten. Gleichzeitig sei unklar, wie das geplante Infrastruktur-Programm aussehen wird.

Am deutschen Aktienmarkt griffen Anleger vor allem bei Immobilienwerten beherzt zu. In den vergangenen Tagen hatten ihnen die Spekulationen auf eine durch „Trumponomics“ befeuerte Inflation und steigende Zinsen zugesetzt. Darüber hinaus hellten ermutigende Geschäftszahlen von Deutsche Wohnen die Branchenstimmung auf. Der Immobilienkonzern steigerte das Ergebnis aus dem Vermietungsgeschäft um fast ein Drittel auf 301 Millionen Euro und will eine höhere Dividende zahlen. Deutsche-Wohnen-Aktien stiegen daraufhin um 5,3 Prozent. Die Konkurrenten Vonovia, LEG, TAG, TLG und Patrizia gewannen bis zu 3,4 Prozent.

Mit einem Kursplus von 1,3 Prozent gehörte auch Volkswagen zu den Favoriten. Insidern zufolge einigte sich der Autobauer in der Affäre um manipulierte Abgastests mit den US-Behörden auf Nachbesserung und Rückkauf von Modellen mit 3,0-Liter-Dieselmotoren der Tochter Audi. Volkswagen lehnte einen Kommentar ab und verwies auf eine Auflage des US-Gerichts, sich in dem Fall nicht zu äußern.

Ins Rampenlicht rückten außerdem die Luftfahrtwerte, da US-Starinvestor Warren Buffett nach zwei Jahrzehnten Abstinenz wieder in diesen Sektor investiert. Börsenunterlagen zufolge hält Buffett Anteile an Delta, Southwest, American und United Continental im Volumen von insgesamt mehr als 1,3 Milliarden Dollar. Die Papiere der vier Gesellschaften stiegen daraufhin an der Wall Street zeitweise um bis zu 7,5 Prozent. United markierten mit 67,68 Dollar sogar ein Eineinhalb-Jahres-Hoch. Die europäischen Konkurrenten Lufthansa, Air France und die British Airways-Mutter IAG gewannen zwischen drei und 3,5 Prozent.

Kräftig zulegen konnte auch der Ölpreis. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich wegen Spekulationen auf eine Begrenzung der weltweiten Fördermengen um 4,1 Prozent auf 46,25 Dollar je Barrel (159 Liter). Es gebe Hinweise darauf, dass wichtige Exportländer wie Iran und Irak eine Obergrenze akzeptierten, sagte Analyst Jingyi Pan vom Researchhaus IG Group. Im Windschatten des anziehenden Ölpreises legten die Aktien der Ölkonzerne zu. BP, Chevron, Eni, Exxon, Shell und Total stiegen bis zu 3,2 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

  • Immernoch wütet die Angst an der Börse, ein Crash wie man sich ihn schlimmer nicht vorstellen konnte. Wir werden alle sterben.
    Dieser Trump ist ein ganz pöser Mensch. Steinmeier hat recht, Trump ist ein Hasser. Das darf nicht sein das so einer gewählt wurde. In Deutschland ist das viel besser gelöst mit dem Amt des Bundespräsidenten. Diese Wahlen müssen verboten werden! Alle Bürger müssen deshalb überwacht werden. Mehr Polizei muss eingestellt und verbeamtet werden! Dafür sind Steuererhöhungen notwendig. Den deutschen geht es viel zu gut. Es muss jedem Deutschen klar sein, dass er für Flüchtlinge bezahlen muss. Auch das muss überwacht werden.

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