Börse Frankfurt
Dax legt starke Woche hin

Der Leitindex hat diese Woche fast fünf Prozent zugelegt. Am Freitag hielten sich Anleger allerdings mit Käufen zurück. Neben Konjunkturdaten war das weitere Vorgehen der Notenbanken größtes Thema am Markt.
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Die Vorfreude auf eine Zinssenkung der EZB hat dem deutschen Leitindex diese Woche fast fünf Prozent zulegen lassen. Am Freitag verließ die Anleger allerdings der Mut. Der Dax schloss 0,2 Prozent schwächer bei 7.814 Punkten.

Im Fokus der Anleger waren Konjunkturdaten aus den USA, die am Nachmittag veröffentlicht wurden. Die erste Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts zeigte, dass die amerikanische Wirtschaft im ersten Quartal an Schwung gewonnen hat. Allerdings blieb der aufs Jahr hochgerechnete Anstieg von 2,5 Prozent unter den von den Analysten erwarteten 3,0 Prozent. Während die Konsumausgaben zulegten - die in den USA zwei Drittel der Wirtschaftsleistung ausmachen - bremste der Außenhandel. Die große Reaktion an der Börse blieb allerdings aus.

Dass das US-Wirtschaftswachstum leicht von der Prognose abweiche sei kein Drama, sagte HSBC-Trinkaus-Analyst Thomas Amend. „Positiv hervorzuheben ist der relativ starke Konsum, der angesichts der zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Steuererhöhungen so nicht unbedingt zu erwarten war.“ Insgesamt sei er wegen der Budgetkürzungen in den USA allerdings nur verhalten optimistisch für die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft. „Wir gehen zur Jahresmitte von einer schwächeren Wachstumsdynamik aus“, sagte Amend. Wichtiger als die aktuellen Daten werde in der kommenden Woche aber der US-Arbeitsmarktbericht sein

Die Wirtschaftslage der USA wird vom Markt mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Nicht nur, weil die USA die größte Volkswirtschaft der Welt sind, sondern weil vor allem die US-Notenbank ihre Geldpolitik an ihr ausrichtet.

Nach dem schwächer als erwartet ausgefallenem BIP dürfte die Fed ihre Politik des lockeren Geldes fortsetzen. Selbst ein überraschend starkes BIP dürfte laut Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz nicht gleich dazu führen, dass die US-Notenbank Fed ihr milliardenschweres Anleihenkaufprogramm einstellt.

Wie lange die Fed den ultralockeren geldpolitischen Kurs noch fortsetzt, hängt vor allem von der Entwicklung am Arbeitsmarkt ab. Notenbankchef Ben Bernanke will erst dann den Fuß vom Gaspedal nehmen, wenn die Arbeitslosenquote wieder auf 6,5 Prozent gefallen ist. Aktuell liegt sie bei 7,6 Prozent und ist damit weit vom Zielwert der Fed entfernt.

Kommt die Zinssenkung?

Aufschluss über den weiteren Kurs der US-Notenbank dürfte der Zinsentscheid am Mittwoch liefern. Auch bei der Europäischen Zentralbank (EZB) steht in der nächsten Woche die Ratssitzung an. Viele Analysten glauben, dass die EZB die Zinsen am Donnerstag auf 0,5 Prozent senken wird. „Die Belastung für den Euro sollte sich aber in Grenzen halten, da dies wohl keine Überraschung wäre“, meint Commerzbank-Experte Karpowitz. Am Freitag notierte die Gemeinschaftswährung nahezu unverändert bei 1,3014 Dollar.

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Anleger belohnen BASF

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  • ***Exklusivmeldung***Dirk Müller übernimmt Handelsblatt-Redaktion und Lehrstuhl für Makroökonomie in Harvard***

  • @Kosto

    Wenn Ihre Botschaft ist "Markettiming funktioniert nicht", also dass man nie den perfekten Einstiegs-/Austiegszeitpunkt erwischt, dann sind wir d’accord.

    Es kommt auch immer zu großen Teilen auf die eigene Erwartungshaltung und den Anlagehorizont an. Wenn ich 20 bis 30 Jahre Zeit habe z.B. bis zur Rente und bis ich das Kapital anfangen möchte zu verzehren, dann lautet die Frage doch, wo steht der Markt in 20 bis 30 Jahren.

    Meine Antwort: höher! Trotz der Dellen und Auf und Abs klettert die Börse stetig weiter. Das wird auch nach den nächsten Krisen und denen dannach wieder der Fall sein.

    Strategie festlegen. Investieren. Regelmäßig nachkaufen. Daran festhalten. Nicht durch das Marktgeschwätz vom Weg abbringen lassen. That's it.

  • Na gut, ich spreche auch gar nicht gegen Aktien. Mich kotzt nur dieses alternativlosigkeits-gebrabbel an. Wald (1 oder 2 ha Wald kann man sich übrigens auch als normaler Aktieninvestor kaufen) ist als Wertaufbewahrungmittel ein sehr gutes Investment. Rendite ist zwar keine zu haben, aber bei Gold oder Silber oder Kupfer oder Öl oder Schweinebäuchen gibt es ja auch keine Rendite. Man kauft es nur um sein Vermögen gegen eine tiefe wirtschaftliche Krise abzusichern, auch bei Inflation ist Wald eine gute Absicherung. Und Bitcoins oder Kunst - klar weiss man es nicht vorher aber bei Aktien weiss man auch nichts vorher. Wenn du DBK Aktien gekauft hast (und ich rede absichtlich nicht nur von 2006/07 oder 2000/01) was hast du denn jetzt davon? Such dir egal welchen Zeitpunkt aus - außer wenn du im März 2009 zugeschlagen hast wärst du mit nem Bild von einem mittelmäßig bekannten Künstler besser gefahren. Na klar wissen alle jetzt, dass Banken schlecht sind und überhaupt kein gutes Investment, aber was war 2003/04? DBK war das beste Dax Unternehmen schlechthin - olle Siemens und BASF haben doch niemand interessiert. Von irgendwelchen anderen Gurken, wie CBK, DTE oder Infineon will ich gar nicht erst anfangen. Und es sind alles Dax Unternehmen! Hat jemand sein Geld aus Infineon wieder gesehen? Natürlich nur die coolen Typen, die hier ab und zu mal ihre Tradingserfolge posten - ja, die haben mutig 2009 bei infineon zugegriffen und ohne "zittrige Hände" bis 2011 abgewartet, dann ganz locker vor der Herabstufung der USA verkauft. Das sind echte Hengste, die fahren auch im Regen Cabrio. Die meissten aber versuchen nur ihr hart verdientes Geld nicht zu verlieren und die müssen heute ganz schön nachdenken um Alternativen zu finden, aber Bitcoin ist genau so eine Alternative, wie damals Intershop (Aktie).

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