Börse Frankfurt
Dax legt um mehr als 400 Punkte zu

Nach dem Sieg von Emmanuel Macron bei der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen hat der Dax ein neues Allzeithoch erreicht. „Vive la France, es lebe Europa. Und europäische Aktien“, jubeln Börsianer.
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Frankfurt/DüsseldorfDie Erleichterung an der Börse ist riesig: Der deutsche Leitindex Dax hat mit einem deutlichen Zeichen auf den Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl reagiert. Zum Handelsschluss lag das deutsche Börsenbarometer mit einem Plus von 3,4 Prozent bei 12.455 Zählern - 406 Punkte über dem Handelsschluss des vergangenen Freitags. Am 10. April 2015 hatte das deutsche Börsenbarometer mit der Marke von 12.390 Punkten den bis dato höchsten Stand seiner Geschichte erreicht. Das neue vom heutigen Tag liegt mit 12.456 Punkten einen Zähler über der Schlussnotierung.

Auch französische Aktien und der Euro legten kräftig zu. Börsianer hatten befürchtet, dass es nur die Euro-Gegner Marine Le Pen und ihr linker Widersacher Jean-Luc Melenchon in die Stichwahl schaffen. „Nach diesem Ergebnis würde ich sagen: Vive la France, es lebe Europa. Und europäische Aktien“, sagte der Chef-Anlagestratege der Deutsche Asset Management, Stefan Kreuzkamp.

Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, erreichte zum Schluss bei 24.593 Punkten und plus 2,5 Prozent ein neues Rekordhoch. Der Technologie-Index TecDax rückte um 2,4 Prozent auf 2063 Punkte vor.

An der Börse in Paris schoss der Auswahlindex CAC40 um 4,1 Prozent nach oben und erreichte den höchsten Stand seit 2008. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 3,8 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit August 2015. Als sicher geltende Anlagen wie Gold und Bundesanleihen flogen dagegen aus den Depots. Der Euro stieg zeitweise auf ein Fünfeinhalb-Monats-Hoch über 1,09 Dollar.

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich am Sonntag siegte der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron mit 23,8 Prozent. Er stellt sich nun am 7. Mai in der Stichwahl Marine Le Pen von der rechtsextremen Partei Front National, auf die 21,5 Prozent der Stimmen entfielen. Früheren Umfragen zufolge hat der Europa freundliche Macron gute Chancen, Frankreichs neuer Präsident zu werden.

Analyst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank bezeichnete den Macron-Erfolg als positives Ergebnis für Europa. „Die politischen Unsicherheiten, die zur Schwäche des Euro und zum Kapitalabzug aus Europa geführt haben, sind zwar noch nicht vollständig bereinigt, aber immerhin zu 90 Prozent.“ An den Finanzmärkten wüchsen nun Hoffnungen auf dringend benötigte Reformen in Frankreich, sagte der Chefökonom der VP Bank, Thomas Gitzel. „Möglicherweise kann Macron tatsächlich der streikfreudigen französischen Bevölkerung einen neuen wirtschaftspolitischen Kurs schmackhaft machen.“

Besonders begehrt bei Anlegern waren Banken: Der europäische Branchenindex schnellte am Montag um 6,3 Prozent nach oben und erreichte mit 133,21 Punkten den höchsten Stand seit knapp anderthalb Jahren.

Im Dax lagen Aktien der Commerzbank ganz vorne und stiegen um mehr als neun Prozent auf ein Jahreshoch von 9,10 Euro. Deutsche Bank gewannen 8,5 Prozent auf 16,88 Euro und waren so teuer wie seit Anfang März nicht mehr. Auch die Papiere französischer, italienischer und spanischer Institute zogen kräftig an. Societe Generale sprangen um mehr als elf Prozent auf ein Sechs-Jahreshoch. Die französischen Institute BNP Paribas und Credit Agricole zogen um je rund acht Prozent an.

Analysten sehen nun bessere Chancen für europäische Branchentitel als zuvor: So stuften die Experten von Kepler Chevreux den Sektor hoch auf „Overweight“ von „Neutral“. Nach dem Sieg des unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron in der ersten Wahlrunde sei eine große Hürde aus dem Weg geräumt, hieß es zur Begründung. Umfragen zufolge hat der als wirtschafts- und europafreundlich geltende Macron nun gute Chancen, Frankreichs neuer Präsident zu werden. „Zudem hellen sich die konjunkturellen Perspektiven in Europa fortschreitend auf“, betonten die Analysten. Auch die Inflationserwartungen stiegen. „All das sollte dazu führen, dass Bankentitel sich besser entwickeln werden als der Gesamtmarkt.“ Auch die Deutsche Bank gab in einem aktuellen Marktkommentar bekannt, sich nach den Wahlen wieder stärker bei europäischen Bankentiteln zu positionieren.

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  • „Vive la France" da haben sie recht, Essen und Trinken sind doch auf errfeulich angenehm in Gegensatz zu Deutschland. Ehrlich gesagt auch andere Dienstleisungen aber das darf man nicht schreiben ,wegen der neuen Religion.
    Merke kaufe nie etwas über das du im Leben lachst. Das wäre der seit Jahren der hinkende Dax Ha Ha Ha

  • .......jesses.....jesses.....et is doch nicht zu fassen....fast 400 Punkte nach oben......was für eine Sprengladung unterm Tisch.....an dem die Aspiranten sitzen....bleibt nur zu hoffen....das jeder sein Börsen-Testament gemacht hat......wenn dieser neue Mann ggf. den Steuerknüppel tatsächlich in die Hand nehmen sollte......und er auf den weißen frischen Seiten sein Programm für Frankreich aufschreibt.....und in die Delegation gibt......und die blauäugige Polit-Präsenz in Europa u. woanders....aus allen Träumen erwacht......und .immer noch in der Hoffnung befindend das es mit ihm klappen wird .....und das er dann mit 39 Jahren.....allen älteren Kollegen in Europa.....Politik im kleinen + großen Stil beibringt + verabreicht......mit zu empfehlenden 2 Taschentüchern in der Hose re + li je eins....um die Freudentränen aus den Augen zu wischen.....

  • ... und noch ein Wort zu Russland: Hätten wir hier russische Zustände, hätte Merkel längst den Bundesnachrichtendienst beauftragt, Alexander Gauland, Frauke Petry oder Horst Seehofer verschwinden zu lassen. Und die kleinen Frechdachse, die im Internet gegen sie Stimmung machen, würden in Russland auch nicht lange Freude am Dasein haben.

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