Börse Frankfurt
Dax legt Verschnaufpause ein

Der Dax kam nach der jüngsten Aufholjagd mit einem Plus von fast vier Prozent seit Monatsanfang nur mühsam in Gang. Ein schwächelnder Euro gegenüber dem US-Dollar sorgte am deutschen Aktienmarkt noch für Gewinne.
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FrankfurtDer mangelnde „Wow“-Faktor des neuen iPhone X verdarb den Anlegern zuerst die Kauflaune. „Apple kann den Märkten keine neuen Impulse geben“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Die seien aber für eine Fortsetzung der jüngsten Rally notwendig. Dax kam am Mittwoch zuerst kaum vom Fleck, legte aber in der letzten Handelsstunde des Börsentages noch um 0,2 Prozent auf 12.553 Punkten zu. Grund war ein schwächer Euro, der um 0,5 Prozent auf 1,1908 US-Dollar fiel.

Die Zurückhaltung der Anleger beherrschte auch den breiteren Markt: Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 0,3 Prozent auf 25 243 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax gab 0,2 Prozent auf 2358 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 notierte mit plus 0,3 Prozent etwas höher bei 3522 Punkten.

Im Dax waren Autowerte im Vorfeld der Automobilausstellung IAA gefragt. Volkswagen-Papiere legten um 0,6 Prozent zu. Ebenfalls zu den Favoriten gehörten Siemens-Anteile, die mit 1,4 Prozent Kursgewinn ihre Ende August begonnene Erholung weiter fortsetzen. Größter Gewinner im Dax waren Merck-Titel, die 2,1 Prozent zulegten.

Ungeachtet des Verkaufs eines milliardenschweren Aktienpaketes durch den Großaktionär Bayer setzten sich Covestro mit einem Kursplus von 3,5 Prozent an die Spitze des deutschen Nebenwerte-Index MDax. Durch den gestiegenen Streubesitzanteil hofften Anleger auf einen baldigen Aufstieg des Kunststoff-Herstellers in den Dax, sagten Börsianer.

Die Technik des iPhone X, das zehn Jahre nach dem ersten Modell auf den Markt kommt, sei der von Samsung so ähnlich wie nie zuvor, bemängelten Analysten. Zudem bringe der koreanische Rivale sein neues Flaggschiff Galaxy Note 8 früher auf den Markt. Darüber hinaus könne der Preis von mehr als 1000 Euro für das neue iPhone viele Kunden abschrecken, vor allem auf dem wichtigen Absatzmarkt China. Zulieferer wie Dialog Semiconductor, AMS, IQE, Laird und Imagination büßten bis zu 6,5 Prozent ein.

Gleichzeitig rückte die Geldpolitik der großen Notenbanken wieder stärker in den Mittelpunkt. Börsianer warteten gespannt auf die US-Inflationsdaten am Donnerstag. Von ihnen erhoffen sie sich Hinweise darauf, ob die Notenbank Fed in der kommenden Woche den Abbau ihrer billionenschweren Wertpapier-Bestände ankündigen und den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung signalisieren wird.

Bereits am Donnerstag berät die Bank von England (BoE) über ihre Geldpolitik. Einen Tag zuvor war das Pfund Sterling mit 1,3328 Dollar so teuer wie zuletzt vor einem Jahr. „Die Hoffnungen auf eine Zinserhöhung vor dem Jahresende könnten aber an den Felsen der wirtschaftlichen Ungewissheit zerschellen“, warnte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Das geringe Lohnwachstum spreche ungeachtet der gestiegenen Inflation derzeit gegen einen solchen Schritt.

Unter massiven Verkaufsdruck geriet dagegen Bitcoin. Der Kurs stürzte um knapp zehn Prozent auf 3913,99 Dollar ab, nachdem Jamie Dimon, der Chef der US-Großbank JPMorgan, die Cyber-Währung als Betrug bezeichnet und einen Crash prognostiziert hatte. Damit hat Bitcoin seit Monatsbeginn rund ein Viertel seines Wertes eingebüßt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,15 Prozent am Vortag auf 0,18 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,14 Prozent auf 141,65 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,02 Prozent auf 161,88 Punkte nach. Der Euro kostete zuletzt 1,1975 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1933 (Montag: 1,1997) Dollar festgesetzt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax legt Verschnaufpause ein"

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  • Schon wieder muß das arme Tier stehenbleiben, es muß getragen werden,
    bei den kümmerlichen Dividenden mit kalter Wurst und Schlägerei, wundert man sich nicht über die Schwächeanfälle.

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