Börse Frankfurt

Dax mit miesem Wochenstart

Nach anfänglicher Schockstarre ging es schließlich deutlich bergab. Die Angst vor bösen Überraschungen bei der Bilanzsaison und Sorgen um die deutsche Konjunktur drückten auf die Stimmung.
Update: 22.10.2012 - 17:39 Uhr 18 Kommentare
Händler an der Frankfurter Börse. Der Dax begann die Woche mit Verlusten. Quelle: dapd

Händler an der Frankfurter Börse. Der Dax begann die Woche mit Verlusten.

(Foto: dapd)

DüsseldorfDer Montagshandel wollte zunächst nicht wirklich Farbe bekennen, der Dax dümpelte um seinen Vortagesschluss. Im Nachmittagshandel ging es schließlich abwärts und der Dax schloss 0,7 Prozent niedriger bei 7.328 Punkten.

Nach enttäuschenden Quartalszahlen vom Freitag aus den USA waren die deutschen Anleger verunsichert - zu groß ist die Angst vor weiteren bösen Überraschungen. „Die Investoren schrauben ihre Erwartungen an die deutsche Bilanzsaison lieber nicht allzu hoch“, sagte ein Börsianer.

Vier Dax-Konzerne, darunter VW und Daimler, sowie einige Unternehmen aus den hinteren Reihen läuten hierzulande in dieser Woche die Berichtsaison ein. Trübe Konjunkturaussichten vermiesten ebenfalls die Stimmung. Am Freitag hatten vor allem die Bilanzen von Microsoft und General Electric den US-Börsen deutliche Verluste eingebrockt. General Electric verfehlte beim Umsatz die Analystenerwartungen, Microsoft hatte einen größeren Gewinnrückgang als erwartet bekanntgegeben.

In den kommenden Tagen werden weitere Großkonzerne Zahlen präsentieren. Auf der Liste stehen Namen wie Facebook, Dow Chemical, Procter & Gamble, Amazon. Laut Daten von Thomson Reuters haben bisher 58 Prozent der 116 S&P-500-Unternehmen, die bereits berichteten, die Erwartungen enttäuscht. Die Berichtssaison ist auch ein Thema für Europa und Deutschland. In der laufenden Woche melden aus dem Dax-Spektrum beispielsweise VW, Daimler und SAP Zahlen.

Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung der Bundesregierung im Sommer trotz schwächerer Weltkonjunktur gewachsen. „Auch im dritten Quartal dürfte es zu einer Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Aktivität gekommen sein“, schrieb das Bundesfinanzministerium am Montag in seinem Monatsbericht. „Deutliche Wachstumsimpulse“ seien wohl vor allem von der Industrie ausgegangen. Das Ministerium ist damit optimistischer als Bankenökonomen: Diese erwarten einer Reuters-Umfrage zufolge sowohl im dritten als auch im vierten Quartal eine Stagnation.

Für das Jahresende rechnen die Experten von Minister Wolfgang Schäuble aber ebenfalls mit einer Eintrübung. „Im Schlussquartal 2012 dürfte es in Deutschland zu einer deutlichen konjunkturellen Abschwächung kommen“, befürchten sie. „Dämpfend auf die Wirtschaftsentwicklung wirkt dabei vor allem die wirtschaftliche Schwäche in einigen Ländern des Euroraums.“ Die deutsche Wirtschaft dürfte jedoch im Verlauf des kommenden Jahres allmählich wieder an Schwung gewinnen.

Belastet wurde die Stimmung auch von den mauen Exportzahlen aus Japan: Die Ausfuhren sanken im September unerwartet stark. Insgesamt ist es der vierte Rückgang in Folge. "Die veröffentlichten Konjunkturdaten zeigen (...) die verstärkte Gefahr, dass Japans Wirtschaft in eine Rezession abgleitet", hieß es in einem Kommentar der Metzler Bank.

Finanzwerte führten Dax an
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18 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax mit miesem Wochenstart"

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  • Ich kann deltaone sehr gut verstehen.
    So wie Güllefelder unsere Natur vernichten, so vernichtet eine geistige Gülle unsere Meinungsvielfalt.

  • Ein privater Blog hat seine Vorteile. Danke für die nette Einordnung. Eventuell bis bald.

  • @deltaone. warum nur noch selten? es gibt bestimmt hier einige, die ihre beiträge vermissen.

  • Ich bin nur noch selten hier.

  • @Paderborner: tb5bbk finde ich chancenreich. tja der hamburger war schon lange nicht mehr hier. ich glaub der leckt sich noch die wunden. was ist mit deltaone? was jemand was ?

  • OK, danke. Aber das ist für mich KEIN Short gehen.
    Für den Hobby-Börsianer sollte auf fallende Kurse zu spekulieren, sowieso tabu sein. Wenn man den ganzen nicht traut, dann bleibt man eben solange in Cash, bis es einen geeigneten Zeitpunkt gibt Aktien zu kaufen.
    Und ich möchte jetzt bitte keine Gegenargumente hören, von irgendwelchen Heinis, die ein paar tausend Euros in lächerlichen Optionsscheinmüll stecken. Sondern von Leuten, deren Ticketgröße (Kaufen oder Verkaufen) mind. 100.000 € überschreitet.

  • WKN: TB5BBK

  • Darf man Fragen, mit was sie "Short" gehen? Aktien-Leerverkäufe oder nur Put-Optionsscheinschrott?

  • Hab jetzt einige Zeit nicht mehr mitlesen und -kommentieren können. Oft (vielleicht auch nur) Short ist auch eine Strategie. Den Erfolg oder Mißerfolg kann ich nicht beurteilen. Appropos Hamburger: Wo ist er eigentlich?

  • Von welcher "Strategie" sprechen sie eigentlich beim Hamburger?
    Blindes und stures "all in" Geradeausfahren mit Totalverlust und Hang zum Suizid?

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