Börse Frankfurt
Dax muss Verluste hinnehmen

Der Dax verlor am Abend an Punkten und schloss im Minus. Börsianer zweifeln nach der Veröffentlichung von Inflationsdaten über eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik. Im SDax stürzten Air-Berlin-Titel ab.
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FrankfurtNach der Veröffentlichung der Inflationsdaten für die Eurozone am Montag schließt der Dax 0,3 Prozent im Minus bei 9555 Punkten. Die Inflation in den 18 Euro-Ländern ist im März überraschend auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren gesunken. Trotz des Rückgangs setzten die Anleger vorerst auf ein stabiles Zinsniveau.

Der MDax schloss 0,1 Prozent fester auf 16.461 Zählern und der TecDax ging rund 0,5 Prozent fester bei 1251 Punkten aus dem Rennen. Der EuroStoxx 50 verlor um 0,2 Prozent.

Die jährliche Teuerungsrate betrug 0,5 Prozent, teilte die Statistikbehörde Eurostat am Montag mit. Im Vormonat Februar hatte die Rate noch 0,7 Prozent betragen. Solch einen geringen Preisauftrieb von 0,5 Prozent hatte es zuletzt im November 2009 gegeben. Trotz des Rückgangs setzten die Anleger vorerst auf ein stabiles Zinsniveau.

Zwar räumten Analysten ein, dass die Daten die Spekulationen auf eine Zinssenkung weiter anheizen könnten. Doch gingen sie auch davon aus, dass die EZB die Inflationsentwicklung für temporär hält und daher eine weitere Lockerung der Geldpolitik schon am Donnerstag eher unwahrscheinlich ist.

„Aus unserer Sicht wird die EZB zunächst weiter versuchen, durch verbale Interventionen tatsächliches Handeln zu vermeiden“, schrieb Johannes Mayr von der Bayern LB. Allerdings sieht er durchaus ein Restrisiko für eine Änderung der Geldpolitik. Analyst Thomas Gitzel von der VP Bank vermutet, dass die EZB den Rückgang für temporär hält. Christoph Weil von der Commerzbank rechnet für April denn auch schon wieder mit einer steigenden Inflationsrate. Eine Zinssenkung am Donnerstag halte er für wenig wahrscheinlich.

Der Euro stieg am Montag um 0,2 Prozent auf 1,3781 Dollar. Der Bund-Future verlor 32 Ticks auf 143,39 Punkte.

Die deutschen Einzelhändler haben ihren Umsatz im Februar vor allem wegen der starken Nachfrage nach Bekleidung überraschend gesteigert. Preisbereinigt (real) nahmen sie 1,3 Prozent mehr ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet. Im Januar hatte es ein Plus von 1,7 Prozent gegeben, das damit niedriger ausfiel als zunächst mit 2,5 Prozent ermittelt. Im Vergleich zum Februar 2013 zählten die Einzelhändler real 2,0 Prozent mehr in den Kassen.

Später kommt ein Stimmungsindikator der Industrie für den Großraum Chicago und eine Rede von US-Notenbank-Chefin Janet Yellen.

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  • @ Schaarschmidt

    Bravo, Sie haben es erkannt !!!

    Die Börse ist wirklich nur noch was für Trading- Spezialisten mit entsprechendem Geldbeutel.

    Wahrscheinlich war sie es auch schon vorher, nur die Anleger- Tölpel, wie auch ich einer war, waren in Aktien längerfristig investiert.

    MfG
    BenRaBa

  • Stände heute der Kursdax bei 9600, könnte man von einer Überbewertung sprechen.
    Aber eh der Kursdax jene Höhen erreicht,steht der P-Dax bei 25 000.Das liegt an der Berechnungsmethode beider Indizes.
    Nur leider kennen die wenigsten Investoren den Unterschied.Sie meinen wirklich,die MK,also die investierte Geldmenge in den deutschen Leitindex ist heuer höher als in 2000.Ist sie definitiv nicht.Sie ist nur ein klein wenig höher als im Juli 98.Das sollte zu denken geben,dass die investierte Geldmenge seit fast 16 Jahren in den Hochs fast stagniert oder kaum noch zulegt.Offensichtlich können breite Bevölkerungsschichten seit 2000 nicht mehr für die Börse begeistert werden.Wir schmoren quasi im eigenen Safte,alles andere ist Trading der schon investierten Marktteilnehmer,immer schön hoch und runter.

  • Welches KGV richtig ist, entscheiden die Inhaber der Gelder, die angelegt werden wollen.

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