Börse Frankfurt

Dax nach wilder Fahrt kaum verändert

Der Dax machte lange Zeit deutlich an Boden gut – und schloss am Abend doch nur mit Miniplus. Zwei Nachrichten stießen den Anleger sauer auf: Eine Hiobsbotschaft aus Südeuropa und die Aussage eines EZB-Direktors.
Update: 10.12.2014 - 17:39 Uhr 24 Kommentare

Renditen im Sinkflug

FrankfurtBis zum Abend schienen alle schlechten Neuigkeiten vergessen – doch dann drehte der Dax wieder zweitweise ins Minus. Zum Handelsschluss steht ein Miniplus von 0,1 Prozent bei 9800 Punkte. Der Technologieindex TecDax notierte 0,5 Prozent fester bei 1348 Punkten. Der MDax verlor 1,3 Prozent auf 16.644 Zähler.

Börsianer warnten aber vor überzogenen Kurs-Hoffnungen. Die Verunsicherung um den Sanierungskurs Griechenlands hänge weiter wie ein Damokles-Schwert über den Börsen. Mögliche vorgezogene Parlamentswahlen könnten der oppositionellen Partei Syriza den Sieg bringen, die gegen den Sparkurs der aktuellen, konservativen Regierung in Athen ist.

Aus Furcht vor einer politischen Dauerkrise sind Anleger auch am Mittwoch aus dem griechischen Markt geflohen. Der Leitindex der Athener Aktienbörse startete erneut niedriger und verlor zeitweise 2,6 Prozent auf 879,62 Punkte. Am Dienstag war er um 13 Prozent abgestürzt.

Die überraschend vorgezogene Präsidentenwahl in Griechenland schürt bei den Investoren Ängste vor einer politischen Instabilität und einer Abkehr vom Sanierungskurs des Landes. Auch am Anleihemarkt fielen die Kurse.

Das trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf 8,216 Prozent nach 8,064 Prozent zum Vortagesschluss. Bei den dreijährigen Staatsanleihen kletterte die Rendite auf 8,549 Prozent, den höchsten Stand seit der Emission im Juli. Damit liegt die Rendite der kurzfristigen Verbindlichkeiten über der der langfristigen Titeln, was allgemein als Krisensignal gilt.

In China ist die Teuerung auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren gefallen. Im November stiegen die Preise nur noch um 1,4 Prozent, wie das Statistikamt am Mittwoch bekanntgab. Damit mehren sich die Anzeichen für eine weitere Abschwächung der Wirtschaft. Zugleich bietet die niedrige Inflation Regierung und Währungshütern Spielraum zum Gegensteuern.

Die Zentralbank strebt eigentlich einen Wert von 3,5 Prozent an. „Die Preisentwicklung nimmt die Regierung und die Währungshüter in Peking regelrecht in die Zange“, sagte NordLB-Ökonom Frederik Kunze. Die Notenbanker geraten seiner Ansicht nach immer stärker unter Druck, weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen.

EZB-Direktor warnt vor Teufelskreis
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24 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax nach wilder Fahrt kaum verändert"

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  • Einfach eine sichere Wette:
    der NACHmittagsabverkauf
    die 10.090er Puts jetzt schon versechsfacht,VORbörslich erst vor zwei Tagen wertlos und jetzt das
    so spielt man das einfache Spiel und jeder darf mitmachen
    aber die Kleinanleger lernen es nie und kaufen Calls

  • "Edi, Sie sollten mal an die frische Luft gehen und ein paar Diskussionsbäume umarmen."

    Soviel ich bis jetzt von diesem Edi gelesen habe,ist er für das Aufdecken von Systemen,Progammen, Maschinen,Mächtige,Wunschkurse....zuständig!

    Der einzige der hier jeden Diskussionsbaum umarmt bin ich,so war ich Stark ähhh Weissenfels ähh Wisnewsky,dingsbums heiße:

  • "Damit mehren sich die Anzeichen für eine weitere Abschwächung der Wirtschaft. Zugleich bietet die niedrige Inflation Regierung und Währungshütern Spielraum zum Gegensteuern."

    Na, hier sollte man dringend darauf achten, was chinesische Staatsmedien zu diesem Punkt vor allem indirekt sagen. So weit ich weiß, wird die Diskussion nach dem Tenor "Mehr Reform, weniger Wachstum" geführt. Das sieht nicht so aus, als würde man große Programme anstoßen wollen.

  • "Große Adressen kaufen scheinbar unten, schieben zu völlig unvorhersehbaren Zeitpunkten Rallyes an,"

    Das hat im Moment mit dem Jahresende zu tun. Niemand will sich auf den letzten Metern seine Bilanz versauen lassen. Könnte sein, dass der eine oder andere Bonus hier eine Rolle spielt.

    Andere widerum sind quasi schon geschlossen oder schließen sukzessive und werden keine größeren Abverkäufe oder gar Short-Positionierungen starten, wenn man nicht unbedingt muss. Ist glaube ich kein Geheimnis, dass die Zeit um das nächste FOMC Meeting wieder interessant wird, zumal dies mit der Wahl in Griechenland zusammenfällt - hier wird's bestimmt noch mal interessant.

  • @Delli, ok!
    Habe die leidvollen Erfahrungen nur bei ausländsichen Spinn offs gemacht.

    Aber wie die dort schreiben ist das fast egal. Selbst wenn ich jetzt den Spinn off mit 0,-. Wert einghebucht bekomme, muss ich dann am Verkaufstag in x Jahren dennoch den Gesamtwert zu 25 % versteuern.

    Letztlich also dann exakt gleich.... wenn ich heute den ersten Kurswert versteuern muss und dann eben nur den Kurszuwachs.

    Unser Staat eben!: Stellen Sie sich vor sie gehen zur Bank und tauschen eine 20 € Schein gegen zwei mal 10. Werden dann auf die einen 10,- €/t auch 25 % Abgeltunssteuer fällig?
    Un-sä-glich!

  • Herr Bauer, es wird schwierig.

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/steuertipps/siemens-und-osram-wie-aktienmarkt-spin-offs-steuerlich-behandelt-werden-12564336.html

  • Ja klar gibts die Aktien mit neuem Namen "umsonst" eingebucht. Doch der Staat hat leider Hunger und für den Wert diser Einbuchung wird Steuer fällig. Letzlich aus Sicht des Finanzamts wie eine Dividende!
    Das Trauma damals bei Abbott Labroratories sitzt tief: Eine quasi Wert-Halbierung des Konzerns. So waren auf 50 % des Wertes (den abgespaltenen Teil) 25 % fällig.

    Man muss jetzt halt schauen wie hoch der abzuspaltende Werte wohl sein wird und dann kann mans individuell entscheiden wie es am besten ist.

  • @Herr Tom Bauer
    @Herr Delli

    Das ist ein guter Punkt. BHP ist nach der Abspaltung deutlich konzentrierter. Ich "mochte" sie bisher eigentlich genau wegen der internen Diversifikation.

    Falls noch nicht gemacht, empfehle ich einen Blick auf die Strategiepräsentation. www.bhpbilliton.com/home/investors/demerger/Pages/default.aspx

    Mir erscheinen die selbstgesteckten (Absatz- & Preis-)Erwartungen äußerst positiv/optimistisch.

  • Bei Vodafone war so etwas, war das bei Osram auch, da gab,s doch Aktien für Siemens-Aktionäre.

  • Herr Tom Bauer,
    bei locker 5% sicherer Dividende läßt es sich gut warten.

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