Börse Frankfurt
Dax nimmt auch die nächste Hundertermarke

In einem ruhigen Handel dümpelte der Dax lange vor sich hin. Doch im Späthandel aktiviert der Leitindex unerwartete Kraftreserven und knackt die 11.400 Punkte. Eine schwache Wall Street ist den Anlegern in Frankfurt egal.
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FrankfurtDem Dax sind am Freitag die Argumente für einen weiteren Anstieg ausgegangen. So gute Nachrichten es in Sachen Griechenland-Krise und US-Geldpolitik diese Woche zu melden gab, sie waren alle eingepreist. Und dennoch trotzten die Anleger einer Konsolidierung, die laut Ansicht vieler Experten eher früher als später kommen wird. Wie ein gewiefter 10.000-Meter-Läufer sparte sich der Dax in einem lange Zeit tristen Handel Reserven für einen Sprint im Späthandel auf. Am Ende notierte der Leitindex 0,7 Prozent fester bei 11.401 Punkten, was gleichzeitig ein neuer Höchststand war. Damit beendet der deutsche Aktienmarkt seine siebte Gewinnwoche infolge.

Betrachtet man die intensive Rally seit Jahresanfang, stellt sich die derzeit wichtigste Frage auf dem Parkette. Und zwar die, nach der Korrektur. „Spätestens nach dem Monatsultimo wird sich zeigen müssen, wieviel Kraft der deutsche Leitindex tatsächlich noch hat, denn ein Zugewinn von 15,5 Prozent seit Jahresbeginn, ohne nennenswerte Zwischenkorrektur, ist schon eine ordentliche Hausnummer”, hieß es in einer Markteinschätzung des Helaba-Analysten Christian Schmidt.

„Eine Konsolidierung bleibt das wichtigste Thema“, schrieb auch Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG am Morgen. Die Anleger täten sich mittlerweile schwer, noch frische positive Kursimpulse zu finden. Neben den vielen Bilanzvorlagen hofften die Anleger am Freitag auf Impulse aus Amerika. Doch die Hoffnung erfüllte sich nicht. Washington korrigierte sein BIP-Wachstum für das vierte Quartal 2014 von 2,6 auf 2,2 Prozent. Damit kommt die weltgrößte Volkswirtschaft auf ein Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent.

Auch die Stimmung unter den Verbraucher ließ etwas nach, wenngleich sie sich weiter auf einem sehr starken Niveau befindet. Das Standbein der US-Ökonomie profitiert vom schwachen Ölpreis und der wachsenden Zahl der Arbeitnehmer. Der viel beachtete Verbrauchervertrauensindex wurde von 93,6 auf 95,4 Punkte revidiert, übertraf damit die Erwartungen, blieb aber unter dem Januarniveau von 98,1 Zählern. Dementsprechend verhalten lief die Wall Street. Auch die New Yorker sind auf den Rekordständen auf der Suche nach Schwunggebern. Anders als Europa ging es für den Dow-Jones-Index aber etwas runter. Der Standardwerteindex lief zum Frankfurter Handelsschluss 0,1 Prozent leichter bei 18.191 Punkten.

In der zweiten Frankfurter Reihe schritten die Kurse ebenfalls mutig voran. Der MDax legte starke 0,7 Prozent zu und überschritt zum ersten Mal in seiner Geschichte die 20.000-Zähler-Grenze. Die Nebenwerte schlossen letztlich 20.077 Punkte stark. Der TecDax rückte 0,1 Prozent vor auf 1580 Stellen. Eurolands Leitindex, der Euro-Stoxx-50, gewann moderat. 3589 Punkte bedeuteten einen Aufschlag von 0,4 Prozent.

Auf der Unternehmensseite erwartete die Anleger wieder ein Zahlenreibach. Im Dax berichten Volkswagen und BASF. Über Bücher ebenfalls öffnen tun Telefonica, Novartis, Vivendi, Rhön-Klinikum, Salzgitter, Borussia Dortmund, Airbus, Swiss Life, Erste Group und Lloyds Banking.

Auf der Suche nach Impulsgebern hätten Anleger auch außerhalb der Börse fündig werden. Abseits der drögen Zahlen sprachen mehrere Notenbanker auf verschiedenen Symposien. So steht zum einen das „US-Monetary Policy Forum“ der Initiative on Global Markets an der Universität von Chicago Booth School of Business an. Geplant sind Diskussionen mit dem Präsidenten der Fed von New York, William Dudley, und der Präsidentin der Fed von Cleveland, Loretta Mester. Auch der ehemalige Fed-Präsident Ben Bernanke hält eine Rede. Zudem steht eine Diskussion mit EZB-Vizepräsident Constancio, dem Vizepräsidenten der US-Notenbank, Stanley Fischer, und dem Vize-Gouverneur der Bank von Japan, Nakako an.

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  • Sie jedenfalls bleiben für immer in Ihrem Gefängnis, jeder sitzt in dem Knast den er sich selbst baut. Achten Sie auf den Foristen Herrn Schneider, durch den Optionshandel konnte er sich von seinen Leiden befreien.

  • Panikhausse ist wirklich ein guter Begriff - fast noch treffender als Katastrophenhausse.
    Die "Milchmädchen" wollen immer noch keine Aktien kaufen, weshalb die Distributionsphase weiterhin ausbleibt.
    Tja, die Celo Abdis und Deltaones hier schauen zwar mit leuchtenden Augen auf ihren Depotauszug - er nützt ihnen aber nichts, solange sie die Gewinne nicht realisieren. Ohne realisierte Aktien-Gewinne aber kein neuer Porsche oder keine Kiste Dom Perignon. ;-))
    Wenn die ersten großenAdressen aber anfangen, ihre Gewinne zu realisieren und ihm großen Stil verkaufen, OHNE dass eine Distributionsphase stattgefunden hat, ist es bereits zu spät - dann geht es nämlich gleich mächtig abwärts.
    Mit anderen Worten: die "großen Adressen" sitzen in der Scheiße - sie sitzen auf den Aktien und bekommen sie nie wieder los - und schon gar nicht an Klein-Erna... ;-)

  • Ach Foristen nehmt doch den Herrn Schneider ernst, ich als Alterspräsident
    dieses Forums ordne das hiermit an.

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