Börse Frankfurt
Dax nimmt Kurs auf 7700 Punkte

Der Dax kennt keinen vorweihnachtlichen Stress. Ganz entspannt schraubt er sich kontinuierlich nach oben und arbeitet weiter fast schon unauffällig an seiner Jahresendrally.
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FrankfurtDie letzten Handelstage waren alles andere als spektakulär aber dennoch erfolgreich. Heute schloss der Dax 0,2 Prozent höher auf 7669 Punkte. Allein in diesem Monat konnte der Deutsche Aktienindex mit einem Plus von über zehn Prozent gut ein Drittel seines Jahresplus einfahren. Heute wie gestern waren es vor allem die Hoffnungen auf ein baldiges positives Ende des US-Haushaltsstreits, die die Kurse leicht nach oben bewegen ließen.

In der zweiten Reihe das gleiche Bild. Der MDax stieg am Mittwoch um 0,6 Prozent auf 12.088 Punkte und der TecDax beendete den Handelstag mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent auf 839 Zähler.

In den USA kamen die Börsen entgegen der Erwartungen nicht vom Fleck. Die Anleger dort ließen sich nicht von der starken Entwicklung der US-Baugenehmigungen an die Aktienmärkte locken. Der Dow Jones verlor am Abend 0,1 Prozent auf 13.340 Punkte und der S&P-500 sank um 0,2 Prozent. Nur die Technologiebörse Nasdaq konnte, getrieben von guten Oracle-Zahlen ein kleines Plus von 0,1 Prozent halten.

Die Behörden gaben im November grünes Licht zum Bau von - auf das Jahr hochgerechnet - 899.000 Wohnungen und Häusern, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Dies war ein Plus von 3,6 Prozent zum Oktober.

"Es gibt einen ganz klaren Aufwärtstrend und der ist bei weitem noch nicht zu Ende", sagte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer. Denn das Niveau sei noch immer sehr niedrig. Die Zahl der Baubeginne hingegen ging nach drei Anstiegen in Folge um drei Prozent auf 861.000 zurück. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 873.000 gerechnet.

Neben der sich abzeichnenden Einigung im US-Haushaltsstreit und den guten Immobilienzahlen ließen sich heute, wie auch in den Tagen zuvor, einige Investoren in der Hoffnung auf weitere Milliardenspritzen seitens der Notenbanken an die Börse locken. 2013 könnten die USA, Japan und die Euro-Zone ihre expansive Geldpolitik fortsetzen. Das trieb nicht nur die Börsen. Auch der Euro bekam einen Schub und verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 1,3258 US-Dollar. Der europäischen Gemeinschaftswährung halfen zudem positive Nachrichten aus Griechenland. Die Analysten der Ratingagentur S&P stuften das krisengeschüttelte Land auf die Stufe "B" ein und damit um sechs Positionen höher, worauf auch die Athener Börse eine Satz nach oben machte. Der Athex20 schloss heute rund ein Prozent höher.

"Die Aussicht auf eine ultralockere Geldpolitik in Japan treibt die Kurse weltweit an, denn auch in den USA und der Euro-Zone bleibt Geld billig", erklärte ein Händler. "Da kommt an den renditeträchtigeren Aktien einfach niemand vorbei." Vor allem in Tokio sorgte dies für steigende Kurse. Der Leitindex Nikkei stieg erstmals seit mehr als acht Monaten über die 10.000-Punkte-Marke und schloss 2,4 Prozent höher. Schon am Donnerstag könnte sich die Bank of Japan dafür entscheiden, frisches Geld in die Wirtschaft pumpen.


Insgesamt blieben aber auch heute die Umsätze an den Börsen hinter den üblichen Volumen zurück. Von daher hält sich die Aussagekraft der jüngsten Kursentwicklung an den Aktienmärkt in Grenzen. Vor allem vom Großen Verfallstermin am Freitag erhofften sich viele mehr Geschäfte. Zum letzten Mal werden im laufenden Jahr Aktien- und Index-Optionen sowie Futures fällig.

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  • Wenn man Wolkenkratzer baut, sollte man auf ein wirklich gutes Fundament achten...

    ...wenn das Fundament jedoch wie beim DAX auf Milliarden von Schulden zur Rettung des EURO bei rückläufigem Wirtschaftswachstum in ganz Europa aufbaut, dann wird das eher wie der Turmbau zu Babel enden, da hilft am Ende auch die ganze Schönlügerei der Politiker und ihrer sogenannten Wirtschaftsverkenner nichts mehr....

  • Frauen setzen auf Siliconbrüste und Anleger auf steigende Aktien. Beides ist riskant und sollte in die Höhe gehen.
    Bei der gigantischen Masse von Hilfsmaßnahmen für die kaputte Wirtschaft in Südeuropa, könnte tatsächlich eine geballte Wirkung zurückkommen. Vielleicht erleben wir in den nächsten Jahren steigenden Aktien wie nie zu vor.

  • Logisch in Rot. Kommt doch Ferrari am nächsten.
    Nach Addition und Subtraktion der Börsengewinne 2012 durch meinen Steuerberater, und abzgl. der Steuern dafür, reicht es halt nicht für den Italiener.

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