Börse Frankfurt

Dax nimmt Kurs aufs Ungewisse

Zum Auftakt der neuen Börsenwoche halten sich die Anleger zurück. Der Leitindex pendelt richtungslos - und schließt leicht im Plus. Die Ruhephase könnte aber bald vorbei sein. Wichtige Konjunkturdaten stehen aus.
Update: 16.07.2012 - 18:21 Uhr 27 Kommentare

Börse Frankfurt am Abend

Frankfurt/DüsseldorfMit einer über weite Strecken unmotivierten Performance ist der Dax in die neue Woche gestartet. Im Tagesverlauf fand der Leitindex keine klare Linie und schwankte um seinen Schlusskurs der Vorwoche. Erst dank eines kleinen Endspurts konnte das Börsenbarometer mit einem Plus von 0,13 Prozent und 6.565 Punkten seine starken Gewinne aus der Vorwoche doch noch weiter ausbauen. Der MDax schloss 0,3 Prozent fester bei 10.655 Zählern und der TecDax notierte zum Handelsschluss 0,5 Prozent besser auf 755 Punkten. Der Euro kostete am Abend 1,2265 Dollar (+ 0,1 Prozent).

Nach einem kaum veränderten Verlauf habe der Dax am Nachmittag zunächst unter der Entwicklung an den europäischen Anleihemärkten, insbesondere in Spanien und Italien, sowie schwachen US-Einzelhandelsdaten gelitten, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital. Dass der Markt danach ins Plus fand, begründete Huber damit, dass am Dienstag US-Notenbankchef Ben Bernanke vor dem US-Senat sprechen wird. „Viele Marktteilnehmer hoffen auf Aussagen, dass zusätzliche Maßnahmen zur Stimulierung des Wachstums nicht mehr weit entfernt sind.“ Die schlechten US-Daten an diesem Tag hätten berechtigten Grund zur Besorgnis gegeben und viele Anleger sähen gerade dadurch die Chance steigen, dass die Fed bald zur Hilfe eilen werde.

Dank eines kleinen Endspurts weiter auf der Gewinnerseite. Der Dax am Montag. Quelle: Reuters

Dank eines kleinen Endspurts weiter auf der Gewinnerseite. Der Dax am Montag.

(Foto: Reuters)

Der Einzelhandel in den USA hat ein ungewöhnlich schwaches zweites Quartal hingelegt. Im Juni mussten die Einzelhändler zum dritten Mal in Folge einen Rückgang ihrer Umsätze hinnehmen. Eine derartige Minus-Serie habe es zuletzt Ende 2008 nach dem Kollaps der US-Bank Lehman Brothers gegeben, kommentierte Berenberg-Ökonom Christian Schulz am Montag. Kurz darauf fiel nicht nur die Wirtschaft der USA, sondern auch die globale Konjunktur in eine schwere Rezession. Allerdings waren die Umsätze seinerzeit rund sechsmal so stark rückläufig wie aktuell.

Im Juni - dem letzten Monat des zweiten Quartals - lag das Umsatzminus bei 0,5 Prozent, nach 0,2 Prozent im Mai und ebenfalls 0,5 Prozent im April. Die Markterwartungen wurden klar verfehlt. Bis auf wenige Bereiche wie den Lebensmittel- oder Bekleidungshandel gaben die Umsätze durchweg nach. Im Jahresvergleich blieben die Zuwächse aber klar im positiven Bereich. Experten gehen davon aus, dass das schwache zweite Quartal im Einzelhandel auch das gesamtwirtschaftliche Wachstum spürbar belasten dürfte.

Unbeeindruckt ließ den Dax indes die Nachricht, dass die 17 Länder des Euro-Raums im Mai einen deutlich höheren Export-Überschuss erwirtschaftet haben als im Vormonat. Dank leicht gestiegener Ausfuhren erreichte das Plus in der Handelsbilanz 6,9 Milliarden Euro, nach 3,7 Milliarden Euro im April, wie das europäische Statistikamt Eurostat auf Basis erster Schätzungen am Montag in Luxemburg mitteilte. Auf Monatssicht stiegen die Ausfuhren im Mai saisonbereinigt um 0,3 Prozent, während die Einfuhren um 0,9 Prozent schrumpften.

Die gesamte Europäische Union verbuchte im Mai hingegen ein Minus von 3,8 Milliarden Euro im Außenhandel. Im April war das Defizit 12,6 Milliarden Euro hoch. Die Exporte stiegen binnen Monatsfrist saisonbereinigt um 1,7 Prozent, erklärten die Statistiker. Die Importe fielen im Mai um ebenfalls 1,7 Prozent.

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27 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax nimmt Kurs aufs Ungewisse"

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  • Jemand, der in Griechische Aktien investiert,
    stellt im HB Fragen ?
    Wer glaubt eigentlich den Mist ?

  • Griechische Aktien wie eine OTE sind fundamental extrem günstig bewertet und haben enorme Kursphantasie nach oben.

    Leider ist die Volatilität extrem hoch. Als konservativer Anleger würde ich nicht in Griechenland investieren, trotz der enormen Renditechancen. Da gibt es genug amerikanische und europäische Blue Chips mit hoher Dividenrendite und solidem, nachhaltigen Geschäftsmodellen.

    Dort werden sie bestimmt fündig. Wenn Sie nur mit geringen Beträgen investiert sind und die Verluste noch begrenzt sind, sollten Sie über einen Verkauf dieser Titel nachdenken und den von mir beschriebenen Titeln investieren. Es sei denn sie haben die Nerven über einen längeren Zeitraum eine extrem günstige OTE zu halten. Das Kurspotenzial ist, mein Fall wäre es trotzdem nicht.

    Viel Erfolg. An der Börse trifft jeder seine Entscheidungen allein.

  • Hallo an Alle!

    Vor einiger Zeit habe ich mir von einem Teil meines Gehalts ein paar griechische Aktien in mein bescheidenes Depot gelegt.

    Heute Vormittag war soweit alles sehr zufriedenstellend nur hat sich binnen nich einmal 10 minuten das komplette Blatt gewendet.

    Eine OTE hat sich von Plus 10% auf Minus 4-7% reduziert
    Public Power nahezu selbes Bild ebenfalls 2-stellig...

    könnten mir die hier anwesenden experten diesen enorm krassen Kursverfall erklären?

  • Realist, deinen Beitrag zur Aktienquote habe ich am Wochenende gelesen. Muss jeder selber wissen wie er sein Depot gestaltet.

    Cash ist Trash (Lächerliche Rendite auf Tagesgeld und Termineinlagen)

    Immobilien sind illiquide.

    Save Haven Anleihen werfen nichts ab, negative Realverzinsung. Nur ein Nominalwert, kein Realwert. Peripherieanleihen sind hochriskant.

    Da geht man lieber bei einem KGV von 8 in den DAX. Kein Mensch muss jedoch über einen Index in den DAX investieren, bei sorgsamer Fondsauswahl oder Bottom-Up Investmentstil lässt sich die Volatilität stark reduzieren.

    "Wir haben eine Staatschuldenkrise, die Gewinne können einbrechen". Richtig, jedoch ergeben sich durch dieses Krisenszenario aufgrund der hohen Risikoaversion viele Investoren enorme Renditechancen.

    Es ist nur eine Frage der Zeit bis instituionelle Anleger mit riesigen Vermögensmassen in Aktien ansteigen, weil sie begreifen, dass sie als Nominalwertinhaber oder Sparer nur enteignet werden. Das wird die sehr günstigen Aktien in den nächsten 5 Jahren nach oben treiben bis zu einer Verdoppelung in 2017.

    Ich will und werde dabei sein.

  • Genau: Keep cool, and have a guinness...

  • Danke für den Applaus.

    Ich will mich aber gar nicht zu sehr loben, denn ich weiß, wer zu viel Katsching feiert, fällt auf die Nase.

  • "Der Einzige, dessen Aussagen wirklich hilfreich waren ...."

    http://www.youtube.com/watch?v=nAa3I4OD_oQ

    ... bin ich!

  • Wie beschieden. Das Licht der Welt wandelt dafür beständig in diesen eleusischen Gefilden und gibt Weisheiten a la caveat emptor sich.

  • @ Kostolany

    Das war gar keine Beleidigung, das war ein sachlicher Bericht über Ihre Posts!

    Gewinne mache ich übrigens ohne Ihre Ausführungen.

  • Zu Anfang fand ich Kostolany ganz witzig, inzwischen eher nervig.

    Ganz generell waren aber die meisten Aussagen hier wenig nützlich. Wer nervigem Long- oder Shortgebrüll folgt, macht nur den Broker reich.

    Und die Daytrader tappen inzwischen in ihrem eigenen Forum im Dunkeln.

    Der Einzige, dessen Aussagen wirklich hilfreich waren, bin ich. :-) Zwar verschmäht, aber nachhaltig.

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