Börse Frankfurt Dax nimmt sich die 12.000 Punkte vor

Die Stimmung hellt sich mit der vorläufigen Griechenland-Lösung auf. Zusammen mit der Berichtssaison in den USA und Deutschland steigen die Kurse. Der Dax schließt auf dem höchsten Stand seit zwei Monaten.
Update: 20.07.2015 - 17:40 Uhr 2 Kommentare

„Die Anleger suchen momentan nicht den sicheren Hafen!“

FrankfurtDer Dax nimmt die 12.000 Punkte wieder ins Visier. Vor allem das vorläufige Ende der Griechenland-Krise löst den Druck an den Börsen. Am Ende notierte der Leitindex 0,5 Prozent fester auf 11.736 Punkten – der höchste Schlusskurs seit zwei Monaten.

Das Sorgenthema Griechenland verschwinde zusehends aus den Köpfen der Anleger, sagten Börsianer. „Anleger sind zunehmend gewillt, wieder Risiken einzugehen“, erklärt Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black. In den Mittelpunkt rücken nun die Quartalsberichte aus den USA, schrieb LBBW-Analyst Uwe Streich in einem Kommentar. „Und diese verheißen durchaus Positives.“

So konnte die US-Investmentbank Morgan Stanley trotz eines um neun Prozent gesunkenen Nettogewinns die Einnahmen im Tagesgeschäft um rund 13 Prozent auf 9,74 Milliarden Dollar erhöhen. Die Vermögensverwaltung, deren Ausbau Morgan Stanley weniger schwankungsanfällig machen soll, legte um fünf Prozent zu. Überraschend gab es auch im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren ein Plus, während die Rivalen hier durch die Bank deutliche Abschläge hinnehmen mussten. Die Aktien legen im US-Geschäft 1,3 Prozent auf 40,69 Dollar zu und steuern damit auf ein Sieben-Jahres-Hoch zu.

Neben Morgan Stanley standen auch die Aktien des Börsendebütanten Paypal im Fokus der Marktteilnehmer. Wie sehr, das zeigen die Umsätze an der Wall Street. In den ersten sind mehr Papiere von PayPal ge- und verkauft worden als Aktien der Dax-Umsatzspitzenreiter Deutsche Telekom, Commerzbank, Deutsche Bank und Infineon zusammengerechnet. Der Aktienumsatz des Online-Bezahldienst lag bei etwa 14,6 Millionen Papieren.

Die lukrativsten Märkte der letzten 20 Jahre
Platz 18: Japan
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Die Sutor Bank hat die 18 wichtigsten Aktienmärkte der Welt im Zeitraum von 20 Jahren untersucht, um herauszufinden, welcher Markt die stärkste Performance hatte. In der Auswertung der Hamburger Privatbank kommt Japan auf den letzten Platz. „Das war durchaus erwartbar“, kommentierte Lutz Neumann, Leiter der Vermögensberatung der Sutor Bank, das schlechte Abschneiden Japans. Auf den anderen Plätzen fanden sich allerdings ein paar Überraschungen.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 0,19 Prozent pro Jahr

Platz 17: Österreich
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Ziemlich oft bergab ging es auch für Anleger am österreichischen Aktienmarkt. Auf 20-Jahressicht schaffte der österreichische MSCI Austria Index immerhin doch noch ein Plus. Schlusslicht war Österreich unter anderem im Jahr 2014. Die Sanktionen gegen Russland belasteten österreichische Banken und Unternehmen, die stark in Russland engagiert sind.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 1,65 Prozent pro Jahr

Platz 16: Italien
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Der MSCI Italy Index gehört im internationalen Vergleich der Sutor Bank ebenfalls zu den Schlusslichtern. Besonders schlecht lief es für den italienischen Aktienmarkt in den Jahren 2010 und 2011 als die europäische Schuldenkrise aufkam.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 3,99 Prozent pro Jahr

Platz 15: Singapur
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Singapur ist ein beliebter Finanzplatz und verfügt über eine beeindruckende Skyline. Besonders hoch hinaus kamen hier Anleger jedoch nicht. Der MSCI Singapore Index gehört zu den schwächsten innerhalb der vergangenen 20 Jahre.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 5,35 Prozent pro Jahr

Platz 14: Belgien
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In der Gesamtwertung kommt Belgiens Aktienmarkt nur auf den vierzehnten Platz. Allerdings holte der MSCI Belgium Index in den vergangenen Jahren deutlich auf. 2014 schlug er alle anderen Indizes mit einem Plus von 37 Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 6,8 Prozent pro Jahr

Platz 13: Frankreich
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Der Aktienmarkt der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft schaffte es innerhalb der letzten zwanzig Jahr nicht unter die Top 10 (im Schnitt). Besonders schlecht lief es in den Jahren 2001 (- 18 Prozent) und 2002 (- 33 Prozent). Lutz Neumann von der Sutor Bank betont, dass die Entwicklung eher zufällig erfolgt. Eine belastbare, seriöse Vorhersage sei unmöglich, erklärt die Privatbank.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 7,15 Prozent pro Jahr

Platz 12: Norwegen
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Der norwegische Aktienmarkt erlebte einen legendären Boom im Jahr 2009: Der MSCI Norway Index stieg um sagenhafte 81 Prozent. 2014 gehörte er allerdings zu den schwächsten Märkten, mit einem Minus von elf Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 7,31 Prozent pro Jahr

Auch hierzulande versprechen die wirtschaftlichen Kennzahlen positive Auswirkungen auf die Börsen. Nach Ansicht der Bundesbank habe das Wachstumstempo in Deutschland im Frühjahr zugelegt. Wesentliche Impulse dafür liefere der kräftige Konsum. Die gute Lage am Arbeitsmarkt und Lohnzuwächse sorgten dafür, dass die Verbraucher in Kauflaune blieben. Die Volkswirte der Bundesbank legten sich zwar auf keine konkrete Prognose für das zweite Quartal fest. Sie rechnen aber mit einem wesentlich höheren Wachstum.

Die anstehende Bilanzsaison in Deutschland könnte bereits erste Hinweise liefern, wie stark sich das Wachstum forcieren könnte. Am Dienstag läutet SAP den Zahlenreigen in Deutschland ein. Aus dem Dax wollen außerdem noch der Autobauer Daimler am Donnerstag und der Chemiekonzern BASF am Freitag ihre Bücher öffnen.

Großauftrag lässt Manz-Aktien abheben
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2 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax nimmt sich die 12.000 Punkte vor"

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  • Also "Schneider" ist mir lieber geehrtes HBO-Team.

  • Welches Ende welcher Krise?

    Der Euro ist kaputt und konnte nie reüssieren, denn nie existierte eine Gemeinschaftswährung unter souveränen Staaten. Diese nämlich haben eigene Parlamente als Gesetzgeber, eigen Ökonomien sowie unterschiedliche Kulturen und Mentalitäten (siehe Griechenland u. all die vielen anderen).

    So lebt der Euro schon nicht mehr - er ist einer dieser wenigen lebenden Toten, die noch ein Weilchen politisch am Leben gehalten sehr viel Unheil anrichten, besonders bei denen, die noch dran glauben.

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