Börse Frankfurt
Dax quält sich Punkt für Punkt nach oben

So nah wie heute, war der Dax den 10.000 Punkten noch nie. Acht Zähler haben am Ende nur noch gefehlt. Schwache Daten aus den USA verhinderten den Durchbruch. Doch der könnte bereits morgen schon gelingen.
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FrankfurtEr arbeitet und rackert, doch am Ende wollen die 10.000 Punkte einfach nicht fallen. Am Morgen näherte sich der Dax mit einem neuen Rekordhoch bei 9992 Zählern bis auf acht Punkte an die magische Marke. Seit Tagen warten die Börsianer nun auf den Durchbruch beim Dax. Doch solange keine endgültige Klarheit über die geldpolitische Strategie der Europäischen Zentralbank herrscht, dürften sich die Anleger davor zieren größere Aktienorder zu tätigen. Heute jedenfalls haben sich nur wenige Aktionäre im Handelsverlauf blicken lassen.

Der Dax schloss deswegen bei insgesamt sehr dünnen Umsätzen mit 0,1 Prozent auf 9950 Punkten nur leicht im Plus – immerhin ein neuer Schlussrekord. In der zweiten Reihe gab es mehr Grund zum feiern. Dort konnte der MDax zum ersten Mal in seiner Geschichte die 17.000-Punkte-Marke durchbrechen. Das neue Rekordhoch liegt nun bei 17.068 Punkten. Schwache US-Daten und eine negative Wall Street haben am Nachmittag allerdings Punkte gekostet. Der MDax schloss am Ende aber mit einem Plus von 0,4 Prozent im Plus auf 17.015 Punkten ebenfalls mit einem neuen Rekordschlusskurs. Der TecDax ging 0,5 Prozent fester auf 1298 Zählern aus dem Handel.

Die negativeren Marktatmosphäre am Nachmittag ändert allerdings nichts an der allgemein guten Stimmung an den Börsen. Die fast als sicher geltende Zinssenkung durch die EZB locke die Anleger an den Markt, sagte Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. „Entsprechend hoch ist die Erwartungshaltung, damit allerdings auch das Enttäuschungspotenzial, falls die Europäischen Währungshüter nicht liefern sollten.“ „Hoffentlich schafft er es so schnell wie möglich, damit wir uns wieder auf wichtigere Dinge konzentrieren können“, erwiderte ein genervter Börsianer.

Für Anschub haben auch die am Wochenende veröffentlichten Daten zu Chinas Wirtschaft gesorgt. Die Industrie der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft nach den USA wuchs im Mai offiziellen Angaben zufolge so stark wie seit fünf Monaten nicht mehr. Das amtliche Stimmungsbarometer der chinesischen Einkaufsmanager stieg im Mai von 50,5 auf 50,8 Punkte. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 50,6 Stellen gerechnet.

„Der Anstieg ist ein gutes Zeichen“, sagte Analyst James Glenn von der National Australia Bank. Offenbar trügen die Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Ankurbelung der Konjunktur erste Früchte.

Aktuelle Informationen zur Konjunktur gab es heute auch aus Europa. Hier wurde der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes für die Euro-Zone veröffentlicht. Laut den Daten hat der Aufschwung der Industrie in der Euro-Zone im Mai an Kraft eingebüßt. Das Barometer des Markit-Instituts fiel im Vergleich zum April nach endgültigen Daten um 1,2 auf 52,2 Punkte zurück. In einer ersten Schätzung waren 52,5 Zähler veranschlagt worden. Besonders schlecht schnitt dabei Frankreich mit 49,6 Punkten ab. Selbst Griechenland präsentierte sich im vergangenen Monat mit 51 Punkten deutlich gesünder. Der französische Leitindex CAC 40 rutsche in der Folge gegen den allgemeinen Börsentrend 0,1 Prozent ins Minus.

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  • es ist schon witzig das für das geld was im kreislauf ist kein gegenwert da ist nur schrott"papiere" die nicht mal den wert der elektronischen speicher erreichen wo sie "hinterlegt" sind.
    irgendwie erinnert mich das an die DDR den Ostblock
    der DAX steigt doch nur,
    weil jeder etwas werthaltigeres haben möchte
    koste es was es wolle

  • In der Schweiz sind Kursgewinne steuerfrei.Immer,genau wie in Griechenland,Litauen,Malta oder Monaco.An Ihrer Stelle würde ich über einen Wohnortwechsel in die Schweiz nachdenken.Da würden sie viel Geld sparen(280 000 Euro pro Jahr nach meiner Schätzung).
    PS:Können Sie eigentlich wenigstens Ihre Krankenkassenbeiträge in Deutschland von der Steuer absetzen,Stichwort:"Bürgerentlastungsgesetz" aus 2009 ?

  • Das sind nur nochmal günstige Einstiegskurse, um sich vor der Draghi-Show nochmal kräftig einzudecken.

    It's party time!

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