Börse Frankfurt
Dax rauscht zum Schluss anderthalb Prozent ab

In einem lahmen Nachmittagshandel trat der deutsche Leitindex saumselig auf der Stelle. Enttäuschende China-Zahlen konnten der Stimmung lange nichts anhaben, doch im Späthandel ging es plötzlich kräftig runter.
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FrankfurtDer Dax ist im freitäglichen Späthandel noch einmal kräftig unter Druck geraten. Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als ob sich Frankfurts Anleger frühzeitig ins Wochenende verabschiedet hätten. Denn anders als seine europäischen Pendants wollte es dem Dax am Mittag nicht gelingen, einen Teil seiner Wochenverluste abzubauen. Schwunglos brachte er sich recht verlustarm durch das Börsengeschehen. Doch in den letzten Handelsstunden der Woche ging es plötzlich deutlich nach unten. Am Ende schloss der Dax 1,4 Prozent leichter bei 11.347 - dem tiefsten Stand seit 10 Handelstagen. Auf Wochensicht schlägt ein Minus von 1,8 Prozent zu Buche. Letztlich schlossen Europas Börsen durch die Bank weg mit erkennbaren Verlusten.

Neben der konjunkturellen Nachrichten-Armut und der Sorge um das Wachstum Chinas lastete ein schwaches Ergebnis des Dax-Schwergewichts BASF auf dem wichtigsten Marktbarometer der Bundesrepublik. Unter den vielen Firmen, die heute ihre Bücher öffneten, war lediglich dieser eine Dax-Vertreter anzutreffen. Und der enttäuschte die Börsianer trotz Gewinnzuwachs. Die BASF konnte dank eines starken Geschäfts mit Kunststoffen für die Auto- und Bauindustrie im zweiten Quartal zwar einen Gewinnanstieg präsentieren. Das operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen erhöhte sich um zwei Prozent auf zwei Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt aber mit 2,12 Milliarden Euro etwas mehr erwartet.

Der Umsatz stieg binnen Jahresfrist um drei Prozent auf 19,1 Milliarden Euro. Damit übertraf der weltgrößte Chemiekonzern die Analystenschätzungen. Vorbörslich notiert die Aktie allerdings knapp zwei Prozent schwächer. Für das Gesamtjahr bekräftigte Vorstandschef Kurt Bock die Prognose. „Wir wollen uns in einem volatilen und herausfordernden Umfeld gut behaupten und den Umsatz leicht steigern“, sagte er. Der bereinigte Betriebsgewinn soll das Vorjahresniveau erreichen. Anleger zeigten sich enttäuscht, die BASF fiel mit einem Abschlag von 4,5 Prozent ans einsame Dax-Ende zurück.

Zusätzlich zu der Quartalsbilanz war dem Dax die chinesische Wirtschaft ein Hemmschuh. So ist die Stimmung chinesischer Unternehmer ist auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten gefallen. Das geht aus einem wichtigen Frühindikator für die Konjunktur des Landes hervor, den das chinesische Wirtschaftsmagazin Caixin am Freitag vorlegte.

Der Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie (PMI) ging demnach im Juli auf 48,2 Punkte zurück, nach 49,4 Punkten im Juni. Werte von über 50 Punkten sprechen für eine gute Entwicklung der Wirtschaft, während alle Werte unter der kritischen Marke auf Probleme hindeuten. Die regionalen Börsen fuhren dementsprechend ein deutliches Minus ein. Der Shanghai Composite, Chinas bedeutendster Index, lief im Späthandel 1,6 Prozent leichter. Der Hong Konger Hang Seng gab währenddessen 1,1 Prozent nach.

Im heutigen Handel hatten schlicht die Kaufimpulse gefehlt. Nach mittäglichem Aufstreben, setzte sich im Späthandel ein klarer Abwärtstrend durch. Der Euro-Stoxx-Index schloss ein Prozent niedriger bei 3599 Zählern. Auch die zweite Frankfurter Reihe konnte ihrer Gewinne nicht über die Zeit bringen. Die Nebenwerte des MDax verloren 0,6 Prozent auf 20.622 Punkten, der TexDax gab 0,8 Prozent ab bei 1802 Stellen. In New York sorgten gemischte Konzernergebnisse für Unsicherheit. Zum Frankfurter Börsenschluss lief der Dow-Jones-Index 0,4 Prozent leichter bei 17.655 Punkten.

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  • Dabei fühle ich mich im Schatten so wohl, auch ohne Lampe, mir geht nie ein Licht auf!

  • Herr Schneider, sind die Maschinen in Ordnung oder liegt es an der Hitze
    und wir warten auf die Schatten mit der Lampe?

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