Börse Frankfurt
Dax reißt die nächste Marke

Schon wieder neue Probleme in Europa. Italien, Großbritannien und vor allem Zypern sorgten heute für einen schwachen Dax. Die 8.000 Punkte rücken wieder in die Ferne. Und Aktien der Deutschen Bank verloren kräftig.
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Die Euro-Schuldenkrise treibt sowohl Anleger als auch Händler vor sich her. Keiner kann das Dilemma um den Euro richtig einordnen und bewerten. Mal ignorieren die Aktionäre jede Warnung und kaufen, was man kaufen kann – vorausgesetzt die Europäische Zentralbank öffnet ihre Geldschleusen. Ein anderes Mal dann sind die Sorgen so groß, dass sich die Marktteilnehmer selbst wundern, warum sie die Kurse an den Börsen angesichts der kritischen Lage in Euro-Zone so stark nach oben getrieben haben.

Heute war wieder so sorgenvoller Tag. Die negativen Meldungen aus Europa stürzten gebündelt auf die Aktienmärkte nieder und belasteten die Kurse. Der Dax, der anfangs noch leicht gewinnen konnte, verlor schnell an Kraft. Zur Mittagszeit rauschte der Deutsche Aktienindex um bis zu 1,4 Prozent ins Minus auf ein Tagestief von 7.750 Punkten. Am Ende schloss er 1,2 Prozent im Negativen auf 7.789 Punkte.

Die zweite Reihe hatte heute ebenfalls ihre Mühe. Der MDax notierte 1,1 Prozent leichter auf 13.251 Punkte und der TecDax beendete den Handelstag ebenfalls 1,1 Prozent im Minus auf 918 Zähler.

Händler machten schwache Konjunkturdaten aus Großbritannien, die anhaltende Querelen in der italienischen Politik und das Dauerproblemthema Zypern für den Kursrutsch an den Börsen verantwortlich. Außerdem sprachen Börsianer auch von Glattstellungen und Gewinnmitnahmen vor dem Monats- und Quartalsultimo an Ostern.

Die kritische Lage in der Euro-Zone färbte heute auch auf die Wall Street ab. Der Dow Jones verlor am Mittwoch 0,3 Prozent auf 14.522 Punkte. Der S&P 500 und der Nasdaq gaben jeweils 0,2 Prozent nach.

In Großbritannien war die Wirtschaft im vierten Quartal um 0,3 Prozent geschrumpft, was den Erwartungen entsprach. Zugleich weitete sich das Defizit in der Leistungsbilanz aber überraschend weiter aus. Das zeige, dass Großbritannien bei den Exporten - trotz des schwächeren Pfundes - immer noch nicht vorankomme, erklärte Alan Clarke, Analyst bei der Scotiabank.

Der politische Stillstand in Italien sorgt für Unsicherheit auf den Märkten. „Irgendwie kommen die Politiker in Rom nicht voran“, erklärte ein Devisenhändler in Frankfurt. Davon betroffen war heute die Auktion neuer italienischer Anleihen. Das Land musste Anlegern am Mittwoch bei der Ausgabe fünfjähriger Anleihen die höchste Rendite seit Oktober 2012 zahlen: Sie kletterte auf 3,65 Prozent. Der Mailänder Index verlor heute rund 0,9 Prozent.

Das neue Dauerthema Zypern fiel heute ebenfalls wieder negativ auf. Die Ratingagentur Fitch mit einer baldigen erneuten Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes gedroht. Das bisherige Rating „B“ werde wegen des angeschlagenen Bankensektors unter verschärfte Beobachtung (Rating Watch Negativ) gestellt, teilte die Ratingagentur am Dienstag in London mit. Fitch bewertet Zypern aber weiter weniger negativ als Standard & Poor's („CCC“) und Moody's („Caa3“).

Außerdem geht an den Börsen die Angst um, dass womöglich vermögende Bankkunden an den künftigen Rettungsmaßnahmen in der Euro-Zone beteiligt werden könnten, so wie es gerade in Zypern diskutiert wird. Die Regierung des überschuldeten Euro-Landes hatte sich am Wochenende mit ihren Geldgebern darauf verständigt, dass vermögende Bankkunden einen Sanierungsbeitrag leisten müssen - Kleinsparer sind ausgenommen.

"Wenn das, was gerade auf der Mittelmeerinsel geschieht, das Modell für den Umgang Europas mit Bankenkrisen ist, dann kann das nur heißen, dass überall dort, wo in Zukunft Gerüchte einer Bankenkrise kursieren, Kunden sich sehr gut überlegen werden, ihre Ersparnisse auf Bankkonten zu belassen", schrieb Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann in einem Kommentar. "So könnten aus Gerüchten in Zukunft tatsächliche Probleme entstehen." Europa sei wackliger geworden als noch vor wenigen Wochen und damit auch seine Währung weniger attraktiv. Die europäische Gemeinschaftswährung verlor 0,6 Prozent und wurde mit 1,2778 Dollar bewertet. Die unruhige Lage in Europa konnte heute auch an der Notierung des EuroStoxx 50 nachvollzogen werden. Er rutschte ein Prozent ins Minus.

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IVG verliert fast 40 Prozent

Kommentare zu "Dax reißt die nächste Marke"

Alle Kommentare
  • Genau, kann noch nicht mal ich als Informatiker nachvollziehen, wo da der Hype liegen soll. Ist aber immer wieder witzig, was so verkauft werden kann! Ich persönlich würde aber dann lieber ein paar Mondgrundstücke für das Geld kaufen. Hat ein besseres ROI (return of investment). :-)

  • @Realist
    Ja, aber NACH Zusammenlegung der Aktien von 10:1 und NACH Kapitalerhöhung. Was beides den Effekt hat, dass die 8-Euro-Aktie im Endeffekt 80 Cent entspricht und somit die Commerzbank noch weiter an Wert verloren hat.

  • Geniale idee, gell? Fast so gut wie der Bahlsen Keks...

  • ...da warens nur noch sieben.

  • Der Silberpreis hat mit der KRise nicht viel zu tun...hier werden Mengen an Silber an Börsen gehandelt die real nicht existieren.

  • die Menge neuer Bitcoins ist begrenzt. Ca. 25 Stueck in 10 min. dies reduziert sich laufend

    Die Gesamtmenge ist gedeckelt auf ca. 21 Mio.
    sie haben 8 Stellen nach dem Komma.

    Es gibt nur 2 Moegichkeiten: Der Preis geht durch die Decke Richtung 1000 EURO oder mehr (im Moment sind es ca. 75 EURO) oder sie werden irgendwann verschwinden...

  • "Das Volk hat ein Recht darauf so produktiv zu sein wie es will. Der Euro hingegen wurde zum Sklaventreiber. Die Menschen im Süden haben ihre Vorstellung wie sie ihren Arbeitsablauf haben wollen. Viel Freizeit und viel Sonne spielen dabei eine gewisse Rolle. Der Mensch wurde nicht geboren um von Früh bis zur dunklen Nacht zu malochen. Dies haben die Südländer beherzigt."

    So ein Quatsch! Natürlich dürfen die leben wie sie wollen. Nur solle weder eine deutsche Bank, noch die EZB diese Lebensform dann mit grenzelnolsen Krediten bezahlen. Das Problem ist nicht der Euro, sondern die Staatsverschuldung; das Leben auf Pump.

  • Bitcoin:

    Die Menge an Geldeinheiten ist nicht zentral beeinflussbar und hat eine in der Software „eingebaute“ feste Obergrenze.

    Na wenn das nicht verlässlich ist?

    Das stinkt nach implementiertem GAU wie in Schneeballsystemen oder bei Enron & Co. Eben lange keinen Skandal mehr gehabt?!? Die Piraten werden dabei die Abgezocckten sein; die glauben nämlich an die reale virtuelle Existenz.

  • horcht, horcht! habe eigentlich erwartet, dass das handelsblatt sich bereits wieder warm läuft, um die 8000 pkt. medial aufzubauschen...

  • Ohne jetzt Dutzende von Seiten Theorie lesen zu müssen... wer reguliert denn die Geldmenge der Bitcoins?

    Falls es noch keine Zentralbank für Bitcoins gibt, ich würde den Job übernehmen. Ich habe gerade einen großen alten Schalter vom Dachboden geholt. Mit jedem Knopfdruck würde ich ein Sack Bitcoins auf den Markt werfen.

    Aber zahlt mir das bloß mit anständigen Währungen.

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