Börse Frankfurt
Dax rettet die 10.000 Punkte

In einem mäßig wechselhaften Handel fand der Dax am Mittwoch lange keinen klaren Trend. Am Ende siegten aber die Optimisten. Mit der Unterstützung vom US-Arbeitsmarkt verteidigt der Leitindex die 10.000-Punkte-Marke.
  • 6

FrankfurtDer Dax hat zur Wochenmitte keine eindeutige Richtung gefunden. Nach herben Dienstagsverlusten optimistisch gestartet, pendelte der Leitindex ab dem Nachmittag durch den Frankfurter Handel. Am Ende setzen sich die Bullen durch, wohlgemerkt im Fliegengewicht. Der Dax beendete den Mittwoch 0,3 Prozent fester bei 10.048 Zählern. Die Zweifel an Chinas Konjunktur blieben weiterhin belastend, rückten aber angesichts frischer US-Arbeitsmarktzahlen etwas in den Hintergrund.

Denn aus New Jersey kam am Nachmittag der monatliche Arbeitsmarktbericht von ADP. Laut der Studie des privaten Arbeitsvermittlers schuf die US-Wirtschaft im August 190.000 neue Arbeitsplätze, statt der prognostizierten 200.000 Stellen. Die Zahlen waren also mittelmäßig ausgefallen, was die Anleger letztlich freute, nimmt dies doch voraussichtlich den Druck von der Federal Reserve, ihre Geldpolitik unmittelbar zu korrigieren. Größere Gewissheit bietet aber erst der offizielle Arbeitsmarktbericht des Arbeitsministeriums, der am Freitag in Washington ansteht. Vom privaten ADP-Bericht lassen sich der Regel nach eindeutige Rückschlüsse auf das offizielle Papier ziehen.

Die Zahlen sind deswegen so wichtig für die Börsianer, weil die US-Notenbank ihre Geldpolitik maßgeblich von der Beschäftigungsentwicklung in den Staaten abhängig macht. Sollten die Zahlen für den August weit besser ausfallen als erwartet, wird sich der Druck auf die Federal Reserve weiter erhöhen. Dementsprechend zufrieden reagierte auch die Wall Street. Der Dow-Jones-Index erholte sich zum Frankfurter Handelsschluss um 0,8 Prozent bei 16.194 Punkten.

Zuletzt hatten die amerikanischen Währungshüter wegen der globalen Börsenturbulenzen im vergangenen Monat zwar etwas Spielraum zurückgewonnen, doch die Zinswende rückt näher. Die erste Erhöhung der richtungsweisenden Leitzinsen seit der Finanzkrise wird noch im Laufe des Jahres kommen, davon sind die Märkte größtenteils überzeugt. Die Börsianer sind sich nur nicht sicher, wann. Und mit jeder Sitzung des Ausschusses, in der die Entscheidung gegen eine Erhöhung fällt, erhöht sich die Spannung vor der kommenden Sitzung. Die nächste Runde ist für den 17. und 18. September anberaumt.

Fed-Chefin Janet Yellen achtet gemäß ihres Auftrags penibel auf die Konjunktur der USA. Ein zu frühes Anziehen der Zinsen könnte der US-Wirtschaft, die wieder auf Wachstumskurs ist, einen nicht unerheblichen Dämpfer verpassen. Vor allem in Zeiten nervöser Märkte, wie sie zurzeit auftreten, könnte eine frühe Erhöhung für Turbulenzen sorgen. Deshalb hatten selbst Falken, sprich die Befürworter einer strafferen Geldpolitik, zur Vorsicht gemahnt, wobei das vielköpfige Fed-Führungsgremium für eine Überraschung gut bleibt. Zuletzt sprach sich der stimmberechtigte Chef der Fed-Filiale aus St. Louis, James Bullard für eine erste Erhöhung schon im September aus.

Und die Nervosität bleibt den Märkten erstmal erhalten; nicht nur wegen der Geldpolitik in den USA, sondern auch – und vor allem – wegen der größer werdenden Fragezeichen in Sachen China. Die globale Wachstumslokomotive aus Fernost hatte auch gestern enttäuschende Konjunkturdaten geliefert und wiederholt für starke Verkäufe gesorgt. In Frankfurt hatte der Dax knapp zweieinhalb Prozent abgeben müssen. Auch im Mittwochshandel gaben die Kurse weiter nach, wenn auch nicht mehr so drastisch. Der wichtige Shanghai Composite verlor 0,4 Prozent bei 3155 Zählern. Die leichte Beruhigung färbte auf die Frankfurter Kurse ab.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax rettet die 10.000 Punkte"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bundesbank-Volkswirt warnt vor Bank-Runs in Europa.......
    Was halten Sie davon ?

  • Herr Tom Bauer@Nein sonst wären die schon weg, die Abwertung kam mit Ansage
    durch Draghi. Nur ehrlicher ist es die Werte in Dollar umzurechnen, da sieht man erst wie es wirklich steht.

  • Große Adressen gehen doch selten bis niemals längerfristige Engagements währungsungesichert in einen Markt. Also von Währungsveränderungen (ob Gewinne oder Verluste) haben sie per Saldo nichts.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%