Börse Frankfurt: Dax rettet Höhenflug nicht über die Zeit

Börse Frankfurt
Dax rettet Höhenflug nicht über die Zeit

Der Dax beendet den heutigen Börsentag im Plus. Erfolgreiche Anleihe-Auktionen bescherten dem Leitindex zeitweise Gewinne von 1,5 Prozent. Doch nach US-Daten und EZB-Aussagen musste er diese größtenteils wieder abgeben.

FrankfurtMit Enttäuschung aufgenommene US-Konjunkturdaten haben die Aufwärtsbewegung des Dax am Donnerstag gebremst. Zum Börsenschluss lag der deutsche Leitindex bei 6.179 Punkten und damit nur noch 0,4 Prozent im Plus, nachdem er zuvor die charttechnisch wichtige Marke von 6.200 Zählern hinter sich ließ und am frühen Nachmittag bis auf 6.256 Punkte (+1,5 Prozent) kletterte, so hoch wie seit Oktober nicht mehr.

Der EuroStoxx50 lag nach Börsenschluss 0,3 Prozent auf 2.345 Zähler, MDax und Tecdax legten um 0,7 beziehungsweise 1,2 Prozent zu. Der Dow-Jones-Index notierte bei Börsenschluss in Frankfurt mit 12.417 Zählern 0,3 Prozent schlechter. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,2 Prozent auf 1.295 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,03 Prozent auf 2.373 Stellen zu.

Nach einem positiven Start sorgten die erfolgreichen Anleihe-Auktionen in Spanien und Italien für Euphorie unter den Anlegern und bescherten dem Dax einen kleinen Höhenflug. Ebenso wie Deutschland am Vortag, konnten auch die beiden Euro-Problemkandidaten am Donnerstag ihre Staatsanleihen deutlich über den Erwartungen am Markt platzieren.

Insgesamt setzten die Spanier Papiere im Wert von über 9,98 Milliarden Euro ab. Geplant waren ursprünglich nur fünf Milliarden Euro. Auch der von Investoren verlangte Zinssatz war mit 3,384 Prozent für dreijährige Bonds deutlich geringer als bei einer vergleichbaren Auktion im Dezember (5,187 Prozent). Sebastian von Koss, Anleihen-Analyst bei HBSC Trinkaus dämpfte allerdings die Euphorie: „Dass Spanien deutlich mehr Geld als geplant eingesammelt hat, ist sicherlich ein positives Signal. Allerdings sollte das nicht überschätzt werden, die Schuldenkrise ist deshalb noch nicht ausgeblendet und die Stimmung am Markt schwankt stark.“

Einen Erfolg feierte auch Italien. Die Regierung um Mario Monti verkaufte Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von zwölf Monaten beziehungsweise 136 Tagen wie geplant im Wert von zwölf Milliarden Euro und konnte sich über einen regelrechten Zinssturz freuen. 8,5 Milliarden Euro nahm das Land über einjährige Schatzanweisungen auf, für die eine Rendite von 2,735 Prozent bezahlt wurde. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was Italien Gläubigern bei der letzten vergleichbaren Auktion hatte bieten müssen. Weitere 3,5 Milliarden Euro nahm das Land mit dem Verkauf von Titeln mit halbjähriger Laufzeit ein. Hier lag die Rendite bei 1,644 Prozent. Für Freitag planen die Südeuropäer eine weitere Auktion.

Nach durchwachsenen Konjunkturdaten aus den USA und der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins bis auf weiteres unverändert zu lassen, fand der Kursanstieg des Dax ein jähes Ende. Ein Händler in Frankfurt sagte „das Kursplus im Dax war heute vielleicht auch ein bisschen übertrieben, deshalb nehmen einige Anleger jetzt Gewinne mit“.

In den USA stieg der Einzelhandelsumsatz im Dezember und damit im wichtigen Weihnachtsgeschäft lediglich um 0,1 Prozent. Analysten hatten einen Anstieg von 0,3 Prozent erwartet. Zugleich beantragten mit 399.000 US-Amerikanern mehr Bürger erstmals Arbeitslosenhilfe als angenommen.

In Frankfurt verkündete EZB-Chef Mario Draghi hingegen, was die meisten Experten erwartet hatten. Nach zuvor zwei Senkungen in Folge verzichtete der Rat der europäischen Notenbank bei seiner ersten Sitzung 2012 auf eine weitere Reduktion des Leitzins. Seit seinem Amtsantritt hatte Europas neuer Notenbank-Chef die Zinsen bereits zweimal um jeweils 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Wegen der schwächelnden Konjunktur gibt es allerdings weitere Forderungen, den wichtigsten Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft im Euroraum weiter zurückzunehmen und damit erstmals seit Einrichtung der EZB 1998 unter die Marke von 1,0 Prozent zu senken.

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