Börse Frankfurt
Dax rettet Miniplus, VW trumpft auf

Trotz aller widrigen Umstände schaffte es der Dax bis zum Börsenschluss in die Gewinnzone. Die Anleger sorgen sich um die Lage in den europäischen Schuldenstaaten und um die Geldpolitik der Chinesen. Vor allem die Aktien von Volkswagen sorgten für einen Lichtblick an einem trüben Börsentag.
  • 0

HB FRANKFURT. Spekulationen auf eine Zinserhöhung in China haben zum Wochenschluss auf dem deutschen Aktienmarkt gelastet. Dagegen stützten Gerüchte um ein milliardenschweres Rettungspaket für das verschuldete Irland die Kurse. Das Tauziehen der im Börsenjargon Bären genannten Pessimisten und der als Bullen bezeichneten Optimisten ging bis zum Freitagnachmittag unentschieden aus: Der Dax schloß 0,2 Prozent oder rund elf Punkte höher bei 6 734 Punkten. Auf Wochensicht verlor er damit 0,3 Prozent. Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 117 (Vortag: 107) Millionen Aktien. Der Umsatz kletterte auf 3,7 (3,4) Milliarden Euro.Plus.

Gerüchte über ein 80 Milliarden Euro schweres Rettungspaket für Irland machten den Investoren am Freitag Hoffnungen. "Das ist die Entspannung, die der Dax erst einmal gebraucht hat. Das Thema hat ihn in letzter Zeit gedrückt und die Aussicht auf ein schnelles Einschreiten entlastet", sagte Aktienhändler Stefan Söllner von der Postbank. Allerdings dämpfte der irische Finanzminister die Spekulationen mit einem Dementi wieder.

Für Beunruhigung sorgten die steigenden Inflationsraten in China, die Spekulationen auf eine Leitzins-Anhebung auslösten. In Shanghai fiel der Composite-Index um 5,2 Prozent und verbuchte damit den größten prozentualen Verlust seit 14 Monaten. Die chinesische Zentralbank hatte in dieser Woche bereits die Mindestreserve-Anforderungen für die Banken erhöht, um einer Überhitzung der chinesischen Wirtschaft entgegen zu wirken.

Ein Absatzrekord von Volkswagen im Oktober verlieh der VW-Aktie Auftrieb. Die Papiere setzten sich mit einem Plus von 3,1 Prozent auf 114 Euro an die Dax-Spitze. VW verkaufte weltweit knapp zehn Prozent mehr Autos als im Vorjahresmonat.

Ebenfalls gefragt waren die Anteilsscheine der Deutschen Post, die 2,6 Prozent auf 13,9 Euro zulegten. Die DZ Bank hob im Nachgang der von ihnen als "sehr gut" beurteilten Quartalsbilanz ihren fairen Wert für die Aktie um einen Euro auf 19,80 Euro an. "Die lediglich vorsichtige Anhebung der Management-Guidance für 2010 sorgt unserer Meinung nach weiterhin für positives Überraschungspotential", urteilte Analyst Robert Czerwensky in einem Kommentar.

Ansonsten trennten sich Anleger von Aktien, die bislang im Jahresverkauf gut zulegen konnten. Dazu zählten unter anderem BASF, die seit Anfang 2010 rund 30 Prozent gutmachten. Sie fielen am Freitag um bis zu 0,9 Prozent. Die Aktien von HeidelbergCement rutschten nach einem Minus von 1,3 Prozent auf den vorletzten Platz im Dax. Die rote Laterne im Leitindex übernahm mit einem Minus von 1,5 Prozent K+S

Im TecDax standen Solarwerte im Fokus: So profitierten die Titel von Q-Cells von der Gewinnprognose des Solarzellen- und Modulherstellers und legten mehr als zehn Prozent zu. "Das waren überzeugende Zahlen heute", erklärte ein Händler. Q-Cells hatte seinen Ausblick für 2010 erhöht, allerdings zugleich gewarnt, dass 2011 für das Unternehmen schwierig werde.

Die Titel der Solarfirma SMA Solar konnten hingegen nur kurz vom zurückliegenden Rekordquartal profitieren und kippten 5,3 Prozent ins Minus. Der Weltmarktführer für Wechselrichter gab sich wegen des Wettbewerbdrucks und veränderter Förderbedingungen für das kommende Jahr skeptischer. Die WestLB stufte die Titel auf "Reduce" von "Buy" herab.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax rettet Miniplus, VW trumpft auf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%