Börse Frankfurt
Dax rettet sich ins Plus - trotz Slowakei-Showdown

Nachdem es am Dienstag die meiste Zeit des Tages abwärts ging, verabschiedet sich der Dax zum Handelsschluss doch noch freundlich. Nun warten viele Anleger gespannt auf die Rettungsschirm-Entscheidung in der Slowakei.
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FrankfurtDer Dax ist am Dienstag dank einer Aufholjagd im späten Handel mit einem moderaten Plus aus dem Handel gegangen. Am Ende legte der deutsche Leitindex um 0,30 Prozent auf 5865,01 Punkte zu und beendete den fünften Handelstag in Serie mit Kursgewinnen. Seit dem vergangenen Dienstag hat er insgesamt rund zwölfeinhalb Prozent gut gemacht.

Für den MDax ging es an diesem Dienstag um 0,52 Prozent auf 8723,67 Punkte nach oben, der TecDax zeigte sich mit minus 0,02 Prozent auf 671,89 Punkte kaum verändert.

Für den einigermaßen positiven Abschluss des Handelstages machten Börsianer die Zuversicht verantwortlich, dass das slowakische Parlament letztlich einem größeren Euro-Rettungsschirm zustimmen werde. „Die Investoren sind das Thema einfach leid“, sagte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Es könne sich keiner vorstellen, dass die Slowakei zum „Zünglein an der Waage“ werde.

Im Tagesverlauf hatte die Unsicherheit über den Ausgang der Abstimmung in Bratislava noch für Nervosität gesorgt. Die oppositionellen Sozialdemokraten hatten aber signalisiert, bei einer möglichen zweiten Abstimmung das entsprechende Gesetz passieren zu lassen. Jenseits der Schuldenkrise richten sich die Blicke der Anleger auf den Start der US-Berichtssaison, die am Abend mit den Zahlen von Alcoa beginnt.

Größte Verlierer im Dax waren unter anderem die Aktien der Lufthansa , die sich um zwei Prozent verbilligten. Händlern zufolge haben die Analysten von Bofa/Merrill Lynch die Papiere auf „Underperform“ von „Buy“ heruntergestuft und das Kursziel auf 6,40 von 14 Euro gesenkt. Hinzu komme aber die leichte Unsicherheit durch Untersuchungen beim Catering-Gemeinschaftsunternehmen mit Alpha Flight wegen der Preisgestaltung in Großbritannien. Zudem stünden Luftverkehrswerte wegen des drohenden Fluglotsenstreiks im Blick. Fraport-Papiere büßten im MDax 1,7 Prozent ein und im SDax verloren Air Berlin-Titel 0,4 Prozent.

Die Steigerung von Umsatz und Gewinn bei der Tochter CropEnergies hat den Aktien von Südzucker am Dienstag nach oben verholfen. Die Papiere des Zuckerherstellers verteuerten sich im MDax 1,7 Prozent auf 21,75 Euro. CropEnergies legten in der Spitze um zwei Prozent zu. Der Biosprithersteller baute seinen Umatz im ersten Geschäftshalbjahr um 28 Prozent auf 275 Millionen Euro aus. Der operative Gewinn legte um 67 Prozent auf 29 Millionen Euro zu. CropEnergies habe erneut solide Zahlen vorgelegt, was das Vertrauen in das Unternehmen stärken sollte, schrieb Bernd G. Müll, Analyst bei der LBBW, in einem Kommentar. Südzucker legt seine Zahlen am Donnerstag vor.

„Die positiven Nachrichten aus der Euro-Zone sorgen für Zuversicht. Je klarer die Pläne für die Euro-Rettung werden, desto mehr Hoffnung haben die Anleger“, sagte Andre Bakhos, Chefanalyst von Lek Securities in New York. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatten am Sonntag ein Gesamtpaket zur Lösung der Schuldenkrise angekündigt. Dieses soll auch Vorschläge zur Bankenstabilisierung beinhalten. Auf dem Parkett wurde die Verstaatlichung der französisch-belgischen Bank Dexia als Signal gewertet, dass die europäischen Regierungen entschlossen sind, die Insolvenz wichtiger Kreditinstitute zu verhindern.

Europäische Analysten sind da zögerlicher: „Angesichts dessen, dass noch nichts Genaues über den Inhalt des geplanten Rundumschlags bekannt ist, ist ein gewisses Enttäuschungspotenzial nicht von der Hand zu weisen“, warnte Sandra Striffler, Devisenanalystin bei der DZ Bank. Trotzdem behielt der Optimismus der US-Investoren gestern die Oberhand, der auch auf die Märkte in Europa ausstrahlte.

Martin Barwitzki
Martin Barwitzki
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • So dann ncoh ein fröhliches "Tüdelü" zum Feierabend! Bis morgen. Bank's not dead

  • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit Barrieren die auf keinen psychologisch wertvollen Grenzen liegen besser fährt. Bei nem Squeeze werden solche ganz gerne mal mitgegrillt ;)

  • doch nicht immer auf die armen Banker schimpfen =)

    Bei 5880 überlegt ne Order zu plazieren, geh ich kurz vom PC weg, zack 30 Pkt. weg, ärgerlich.
    Bin gespannt wann die Slowakei was rauslässt und wie lange das Bestand hat bzw. wie lang es dauert bis die EU alles so umgemodelt hat das eine Zustimmung nicht mehr relevant ist

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