Börse Frankfurt
Dax rettet sich ins Plus

Bei der heutigen Flut an Bilanzen und Prognosen fiel es vielen Anlegern schwer, klare Sicht zu behalten. Auch zum Börsenschluss zeigte sich keine klare Tendenz. Im Blick: die Aktien von Siemens und Lufthansa.
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FrankfurtEinen spannenden Tag haben die Anleger hinter sich: Gleich sechs Dax-Konzerne präsentierten ihre Bilanzen. Die überwiegend positiven Zahlen konnten die Börsianer aber nicht freudig stimmen. Der Dax schließt mit einem kargen Plus von 0,4 Prozent bei 11.257 Zählern. Die Indizes in der zweiten Reihe: Der MDax gewann 0,1 Prozent auf 20.565 Punkte, der TecDax verlor 0,4 Prozent auf 1762 Stellen.

„Der Anteil europäischer Unternehmen, die die Erwartungen übertroffen haben, ist so hoch wie noch nie seit Beginn unserer Aufzeichnungen 2009“, schrieben die Analysten der US-Bank JPMorgan in einem Kommentar. Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black mahnte allerdings zur Besonnenheit. „Das ist angesichts des deutlichen Euro-Kursverfalls und der anziehenden Konjunktur nicht allzu überraschend.“

Siemens hat seine Anleger am Donnerstag mit besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen erfreut. Der Münchner Konzern übertraf die Schätzungen der Analysten im dritten Quartal deutlich und bekräftigte trotz schwächerer Märkte in China seine Jahresprognose. „Besser als erwartet und befürchtet“, kommentierte ein Händler. „Die Aktien sollten auf Erholungskurs gehen.“

Tatsächlich kam der Bericht an der Börse sehr gut an: die Titel gewannen bis zu 4,3 Prozent und waren damit zeitweise stärkster Dax-Wert. „Aus unserer Sicht geht die Transformation weiter, wir würden eine erhöhte Dividendenausschüttung oder eine Verstärkung der Aktienrückkäufe nicht ausschließen“, sagte Analyst Alexander Hauenstein von der DZ Bank.

Die Wachstumsdelle Chinas lässt den Chipkonzern Infineon bei seinen Jahreszielen vorsichtiger werden. Vor allem das Geschäft mit der Autoindustrie – das größte im Konzern – schwächelt in dem für Infineon wichtigen Wachstumsmarkt. Die starke Nachfrage in den USA und die anhaltende Erholung in Westeuropa könnten das nicht vollständig kompensieren, sagte Vorstandschef Reinhard Ploss.

Er erwartet das Umsatzplus im Geschäftsjahr 2014/15 (bis Ende September) nun nur noch am unteren Ende der ausgegebenen Spanne von 34 bis 38 Prozent. „Erstmal ist aber keine Sorge angebracht“, beschwichtigte er. Auch wenn die Lage an den einzelnen Märkten mal schwieriger werde: „Wir sind klar auf unserem Wachstumskurs.“ Die Geschäfte liefen rund, die Integration des übernommenen US-Rivalen International Rectifier (IR) laufe planmäßig und Infineon sei auf Kurs zu seinen Renditezielen.

An der Börse sorgte Ploss mit dem Ausblick für Unruhe. Die Infineon-Aktien fielen zunächst um fast vier Prozent auf 9,84 Euro und hielten damit im Dax die rote Laterne. Nach wenigen Minuten grenzten die Papiere aber ihre Verluste ein und drehten nach einer Hochstufung durch die Commerzbank ins Plus. Einige Analysten hoben Fortschritte bei der Profitabilität hervor und bescheinigten dem bayerischen Unternehmen gute Aussichten. 

Ein wenig verunsichert zeigten sich die Anleger von den jüngsten Aussagen der US-Notenbank Fed. Die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen bewerteten die Entwicklung des Arbeitsmarkts am Mittwochabend zwar positiv. Konkrete Hinweise darauf, dass die Zinsen – wie von vielen Experten erwartet – bereits im Spätsommer steigen werden, lieferten sie aber nicht.

Die Zinswende sei näher gerückt, urteilte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. „Zumindest das kann man aus der Fed-Sitzung mitnehmen. Viel mehr aber auch nicht.“

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