Börse Frankfurt
Dax rüstet sich für griechisches Referendum

Vor dem so wichtigen griechischen Volksentscheid am Sonntag sind die Märkte ziemlich ruhig geblieben. Die Anleger bewahrten einen kühlen Kopf. Erst zum Ende ging es etwas weiter runter. Der Dax schloss moderat leichter.
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FrankfurtDer Dax konnte sich einen Teil seiner Gelassenheit ins entscheidende Wochenende retten. Über lange Strecken des Freitagshandel blieb das Börsengeschehen ruhig und überschaubar, der Dax fuhr nur leichte Verluste ein. Aufflammende Unsicherheiten baute der Leitindex im Späthandel ab. Am Ende schloss der Dax mit vorsichtiger Zurückhaltung. Er notierte 0,4 Prozent niedriger bei 11.058 Punkten. Nach wie vor ist der Ausgang des griechischen Plebiszits deutlich ungewiss. Nachdem die Märkte am Montag noch mit einem Absturz auf die Ankündigung des griechischen Referendums reagiert hatten, übten sich die Anleger von da an in Geduld. Mit dem Aussetzen der Verhandlungen zwischen Hellas und den Institutionen werden neue Fakten ohnehin erst mit dem Volksentscheid am Sonntag geschaffen.

Nichtdestotrotz bleiben die Anleger achtsam - und zweifelnd, wie man am Nachmittag sehen konnte. Unterschiedliche Umfrageergebnisse aus Griechenland lassen ein deutliches Votum nicht erahnen. Immer noch gibt es genug unentschlossene Bürger, angesichts der Tragweite ihrer Entscheidung. Noch vor einer Woche schien das Brüsseler Gipfelwochenende der finale Höhepunkt einer episodenreichen Krisenchronik zu werden. Doch mit dem überraschend angekündigten Volksentscheid, der am Sonntag stattfindet, vertagt sich die Entscheidung auf die kommenden Wochen.

Nach Einschätzung der NordLB sind für die Zeit nach dem Referendum mindestens zwei Szenarien denkbar. „Sofern die Griechen mehrheitlich mit Ja und damit für eine Fortsetzung des Reformprozesses stimmen, dürfte man zügig an den Verhandlungstisch zurückkehren und nach Lösungen suchen. Sollte der Ausgang des Referendums auf ein Nein-Votum hinauslaufen, stehen uns turbulente Tage - auch, aber nicht nur an den Kapitalmärkten - ins Haus“, schrieben die Analysten Mario Gruppe und Christian Lips in einem Kommentar.
Generell ist der Handel - wie erwartet - relativ ruhig geblieben. Bis zum Nachmittag trat der Dax förmlich auf der Stelle. Die Wall Street blieb aufgrund des morgigen US-amerikanischen Unabhängigkeitstags ohnehin geschlossen. Auf der Konjunkturseite fielen die Impulsgeber aus. Und das obwohl, der Einkaufsmanagerindex für den Juni zu überzeugen wusste. Der vom Markit-Institut erhobene kombinierte Index für Dienstleister und Industrie in Deutschland konnte um 0,6 auf 54,2 Punkte steigen. Auch die Unternehmen anderer europäischer Länder schätzten in der monatlichen Umfrage ihre Situation leicht besser ein.

So scheint der mögliche Euro-Austritts Griechenland noch nicht allzu sehr zu belasten. Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson kommentierte: „Die Kombination aus EZB-Anreizen und niedriger Inflation scheint die Ausgaben der Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen zu befeuern und die Angst vor einem Grexit zunichte zu machen.“ Nichtsdestotrotz gefährde die schleppende Krise das Wachstum. So ließ das Auftragsplus der Unternehmen zum dritten Mal in Folge nach.

Auch die anderen europäischen Indizes weiteten ihrer Verluste später aus. Der Leitindex der Währungsunion, der Euro-Stoxx-50, notierte 0,8 Prozent fester bei 3437 Zählern. Der MDax gab 0,1 Prozent nach auf 19.852 Punkte, der TecDax schloss 0,2 Prozent niedriger bei 1654 Stellen.

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