Börse Frankfurt
Dax rutscht doch noch ins Minus

Erst reagierten die Aktienmärkte positiv auf die Einigung der Opec-Staaten. Doch der Dax konnte seine Gewinne nicht über die Ziellinie retten und schließt leicht im Minus. Papiere der Commerzbank verlieren deutlich.
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DüsseldorfDer frisch gewonnene Mut hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag rasch wieder verlassen. Nachdem der Dax dank eines deutlichen Ölpreisanstiegs im Tagesverlauf die Marke von 10.500 Punkten deutlich überschritten hatte, seien die Sorgen zurückgekehrt, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Zudem sprang der Eurokurs im späteren Handelsverlauf kräftig nach oben, was den Export außerhalb der Eurozone erschweren kann.

Der Leitindex ging letztlich mit einem Abschlag von 0,31 Prozent auf 10.405 Punkte aus dem Handel. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,26 Prozent auf 21.493 Zähler, und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,38 Prozent auf 1785 Punkte.

Die aus der Opec-Einigung resultierende Reduzierung der Ölfördermengen sei nur minimal, so dass lediglich von einem Signal in die richtige Richtung gesprochen werden könne, sagte Stanzl. Zudem ändere dies nichts an den bestehenden Problemen einer schwachen Weltwirtschaft, Unsicherheiten über die zukünftige US-Geldpolitik und hausgemachten Probleme innerhalb der europäischen Bankenwelt.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab seine Gewinne fast vollständig ab und ging mit einem minimalen Aufschlag von 0,02 Prozent auf 2991 Punkte aus dem Handel. In Paris wurden moderate Gewinne verbucht, in London gewann der FTSE 100 dagegen 1 Prozent. In den USA gaben die Börsen zur selben Zeit leicht nach.

Die überraschende Einigung hatte den Ölpreis befeuert und auch zunächst den Dax steigen lassen. Bis zum Mittag gewann der Leitindex knapp 0,7 Prozent, der Eurozonen-Leitindex Eurstoxx 50 entwickelte sich ähnlich. Am Nachmittag allerdings ging es für den Dax steil bergab – er schaffte es letztlich nicht mehr, seine Gewinne über die Ziellinie zu hieven.

Die Titel des Chemiekonzerns BASF gaben einen Teil ihrer Tagesgewinne wieder ab und schlossen mit plus 1,78 Prozent auf 74,36 Euro. Bei zeitweise knapp unter 76 Euro waren sie zuvor auf den höchsten Stand in diesem Jahr geklettert. Die Ölpreisrally am Morgen wurde laut Händlern positiv für die Öl- und Gastochter Wintershall gewertet. Bei den Versorgern RWE und Eon konnten sich die Anleger über Kursgewinne von 2,78 beziehungsweise 0,99 Prozent freuen. Die Titel profitierten von fortgesetzt steigenden Großhandelspreisen für Strom.

Dagegen ging der Sinkflug bei der Lufthansa weiter: Mit einem Minus von 2,71 Prozent auf 9,778 Euro waren die Aktien so schwach wie zuletzt vor über vier Jahren. Die erwartungsgemäße Stärkung der Tochter Eurowings mit bis zu 40 Airbus-Mittelstreckenjets von Air Berlin sei zwar sinnvoll, werde die Wettbewerbsnachteile gegenüber Ryanair und Easyjet aber allenfalls verringern, sagte ein Marktteilnehmer.

Bankaktien entwickelten sich unterschiedlich. Während die Papiere der Deutschen Bank um 1,02 Prozent zulegten, büßten die Commerzbank-Papiere als Dax-Schlusslicht 3,09 Prozent ein. Das Institut baut Tausende Stellen ab und streicht die Dividende. Zur Deutschen Bank meinte Marktanalyst Stanzl zudem: „Auch wenn sich die Wogen um die Deutsche Bank heute leicht geglättet haben, die Kuh in Form der drohenden Strafzahlung ist noch lange nicht vom Eis.“

Die Aktien von SMA Solar eroberten im TecDax mit plus 4,36 Prozent die Index-Spitze und knüpften damit an ihre Vortagsstabilisierung nach der vorangegangenen Talfahrt an.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme.

  • Eine Einigung des Kartells der Erdölexporteure kommt natürlich allen Mitgliedern desselben zu Gute. Eine Vergleichmässigung des Ölpreises hat auch Vorteile für den Rest der Wirtschaft, da Investitionen gleichmässiger erfolgen und der künftige Erdölpreis besser kalkulierbar wird.

    Im vorliegenden Artikel vermisse ich nähere Informationen zur Hauptfrage wer sich zu was verpflichtet hat.
    Inwieweit wird Saudi Arabien die Ölförderung drosseln?
    Welche Zugeständnisse hat der Iran gemacht?
    Hat Russland Zugeständnisse gemacht?
    Haben sich andere Ölexporteure verpflichtet?

    Mit mehr Informationen wäre der Artikel wertvoller geworden.

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