Börse Frankfurt
Dax rutscht nach neuer Rekordmarke wieder ab

Vor dem Zinsentscheid der Fed hat der Dax ein Allzeithoch erreicht und die Marke von 12 900 Punkte überschritten. Doch danach ging es wieder abwärts. Zu den heutigen Gewinnern zählen die Post-Aktien.
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FrankfurtErmuntert von den Kursrekorden an der Wall Street haben Anleger am Mittwoch auch bei europäischen Aktien zugegriffen. Der Dax stieg auf ein Rekordhoch von 12.921 Punkten und verabschiedete sich 0,3 Prozent im Plus bei 12.805 Zählern in den Feierabend. Der Euro Stoxx50 stagnierte dagegen bei 3553 Stellen. An der Wall Street markierte der US-Standardwerteindex Dow Jones mit 21.354 Punkten den zweiten Tag in Folge eine neue Bestmarke. Vor dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed) blieben die Umsätze aber dünn.

Zwar gilt unter Börsianer als abgemacht, dass die Fed um 20.00 Uhr (MESZ) eine Zinserhöhung um einen Viertel Prozentpunkt bekanntgibt. Schließlich seien die Aussichten für die Konjunktur und die Börsen gut, sagte Julien Scholnick, Fondsmanager beim Vermögensverwalter Western Asset. "Was nach der Erhöhung kommt, bleibt jedoch offen. Wenn einer der derzeit positiven Faktoren bei niedriger Inflationsrate ins Wanken gerät, sind weitere Zinserhöhungen keinesfalls sicher."

Aus diesem Grund achteten Investoren genau auf die Fed-Äußerungen zum Konjunktur- und Inflationsausblick, um Hinweise auf die weitere Geldpolitik herauszulesen, sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. "Über die für heute erwartete Zinserhöhung hinaus erwartet die Fed noch vier weitere Zinsschritte bis Ende des kommenden Jahres. Der Markt ein bis zwei."

Die überraschend geringe US-Inflation im Mai und enttäuschende Einzelhandelsumsätze schürten Spekulationen auf behutsamere Zinserhöhungen der Fed. Der Euro stieg nach den Konjunkturdaten zeitweise um mehr als einen halben US-Cent auf ein Sieben-Monats-Hoch von 1,1295 Dollar.

Sorgenfalten trieb Börsianern erneut die politische Lage in Großbritannien auf die Stirn. Zwar zeichnet sich ein Bündnis zwischen den Konservativen um Premierministerin Theresa May und der nordirischen Regionalpartei DUP ab. Dem Sender BBC zufolge wird sich die Regierungsbildung wegen des Großbrands in einem Londoner Hochhaus mit mehreren Toten und Verletzten aber verzögern. Dadurch könnte sich der für kommende Woche geplante Start der Brexit-Verhandlungen ebenfalls verschieben.

Das Pfund Sterling setzte seinen Erholungskurs dennoch fort und kostete 1,2804 Dollar. Die Währung profitiere einerseits davon, dass die bisherige Regierung wohl im Amt bleiben wird, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. "Gleichzeitig scheint das Pendel in Richtung eines sanfteren Brexit zu schwingen." Damit ist ein EU-Ausstieg Großbritanniens gemeint, bei dem das Vereinigte Königreich den Zugang zum europäischen Binnenmarkt behält.

Am deutschen Aktienmarkt stiegen die Papiere der Deutschen Post zeitweise auf ein Rekordhoch von 33,43 Euro und schlossen 2,5 Prozent im Plus bei 32,87 Euro. Der Brief- und Paketzusteller will die Palette der von ihm entwickelten Elektro-Transporter erweitern und arbeitet dazu künftig mit dem US-Autobauer Ford zusammen. Händlern zufolge empfahlen zudem Analysten der Metzler Bank die Post-Titel zum Kauf.

An der Wall Street stiegen H&R Block in der Spitze sogar um fast elf Prozent. Die Steuerberatungsfirma hatte ein Geschäftszahlen über Markterwartungen vorgelegt und die Quartalsdividende angehoben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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