Börse Frankfurt: Dax schafft Allzeithoch

Börse Frankfurt
Dax schafft Allzeithoch

Plötzlich ging alles ganz schnell. Innerhalb kurzer Zeit hat der Dax einen Satz gemacht - und sein Allzeithoch aus dem Jahr 2007 geknackt. Billiges Geld der Notenbanken treibt die Kurse. Doch auch die Skepsis wächst.
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FrankfurtImmer wieder wagte sich der Dax in den vergangenen Tagen vor, schreckte aber doch vor dem Allzeithoch zurück. Auch am Dienstag sah es zunächst so aus, als würde es der Index nicht schaffen. Doch am späten Vormittag ging alles plötzlich ganz schnell. Um 10.50 Uhr machte der Dax einen Satz. Am Ende schloss er mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 8.175 Zählern. Damit hat der deutsche Leitindex das alte Rekordhoch von 8.151,57 Punkten aus dem Jahr 2007 geknackt.

Den Dax, in dem die Werte der 30 wichtigsten börsennotierten deutschen Unternehmen zusammengefasst sind, gibt es seit dem 1. Juli 1988 bei einem Stand von 1.163 Punkten. Fast genau zum 25. Geburtstag hat sich der Index seitdem verachtfacht. „Das ist Wohlstand für alle. Sicher nicht ohne zittern, das wird auch in Zukunft nicht ohne gehen“, sagt Hans-Jörg Naumer, Ökonom von Allianz Global Investors, zu Handelsblatt Online. Interessant sei dabei, dass gut 46 Prozent der Performance aus Dividendenausschüttungen kamen.

Dazu muss man wissen, dass der Dax ein Performance-Index ist, bei dem ausgeschüttete Dividenden gleich wieder eingerechnet werden. Daher ist der Vergleich mit anderen Indizes wie dem Dow Jones, bei denen Dividenden nicht mit drin sind, etwas schief. Der Dax-Kursindex - ohne Dividenden - liegt aktuell nur bei 4.374 Punkten. Dieser Index hatte sein Allzeithoch im März 2000 bei 6.266 Punkten aufgestellt. Auch Naumer weiß: „Wer beim Dax nur auf Höchststände schaut, betreibt mehr Kabbala als seriöse Analyse.“

Wer das Geschehen an den Aktienmärkten verfolgt, dürfte sich dennoch wundern: Die Konjunktur schwächelt, die Berichtssaison verläuft wenig inspirierend und doch stellen die Indizes weltweit neue Rekorde auf. Auch die Wall Street verzeichnete zuletzt ein Allzeithoch. Der Dow Jones stieg am Freitag über 15.000 Punkte.

Die Rally an den Börsen ist kein Wunder - sie hat naheliegende Gründe. Die Notenbanken haben die Welt mit Geld überflutet. Seit der Finanzkrise hat sich die Geldmenge allein in den USA, Japan, Großbritannien und der Euro-Zone um mehr als fünf Billionen Dollar erhöht - und damit verdoppelt. Noch einmal 2,5 Billionen Dollar sind von der Federal Reserve und der Bank of Japan bis Ende 2014 schon fest eingeplant. Noch nie zuvor war die Welt einer solchen Menge an Geld ausgesetzt.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins für die Euro-Staaten von 0,75 auf 0,5 Prozent gesenkt. Sie nähert sich damit peu à peu der Nullzins-Politik der US-Notenbank Fed an. Niedrige Leitzinsen sollen Unternehmen motivieren, mehr zu riskieren, günstig neue Kredite aufzunehmen und zu investieren. Ob das Geld wirklich dort ankommt, wo es hin soll, ist allerdings fraglich. Ein Teil des billigen Geldes versickert an den Finanzmärkten - und treibt unter anderem die Kurse von Aktien. „Die Geldschwemme weltweit trägt die Märkte und das dürfte auch erst einmal so bleiben“, sagt Uwe Streich, Aktienstratege bei der LBBW.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax schafft Allzeithoch"

Alle Kommentare
  • Es hört gar nicht mehr auf:

    "Investors Need to Be 'Heavily' in Stocks: BlackRock’s Fink"

  • >>Nach 13 Jahren und 2 Monaten hat der DAX also um ein >>ganzes Prozent zugelegt.

    Wohlgemerkt wirklich nur die reinen Kurse und die auch nur nachdem man Billionen an wertlosem draghischen Geld in die Asset Inflation Blase gepumpt hat. Die real-wirtschaftliche Produkutivität der Unternehmen dagegen ist in einer der schlimmsten Rezessionen und die Bürger Europas werden bis zum Letzen für diese billige Schuldgeldfluten ausgenommen.

  • "‘Cash Is Trash Right Now’: Strategist"

    "After New Highs, Stocks Still Strong: Pros"

    "S&P 500 Enters Bull Market Territory, Up 20% Since November Lows"

    "No Speed Bumps for the Dow, at Least for Now: Chartist"

  • Kostolany reklamierte sein Kopfkissen: was Sie indes reklamieren, muß und wird Ihre Privatangelegenheit bleiben werden.
    Mit Verlaub.

  • ...weil es keine gibt?

  • Wuerzburger.
    Ich bin Börsenspekulant, kein Spieler, kein Trader,
    dazu muß man alles vergessen, was man in der Wirtschaftswissenschaft der Uni gelernt hat.
    Wenn maschinelles Traden regelmäßig zu hohen Gewinnen führte, beim Trader (bei den Systemanbietern tut es das),
    würden Banken dadurch so hohe Gewinne generieren, daß man sich fragen muß:
    Warum gibt es noch Bankpleiten ?

  • Na das möchte er auch,schließlich heißt das Zauberwort Inflation!
    Und unter Sharpe-Ratio Gesichtspunkten müsste der DAX jetzt bei 18 000 stehen und nicht nur bei 8200!
    Soviel würde man nämlich bekommen,wenn am 2000-er ATH in sichere Langfristanlagen zu den damals üblichen 6,55 % per anno (Z.b. 30-jährige Landesschuldverschreibungen der Bundesländer Hessen oder Bayern immerhin Tripple A bewertet) umgeschichtet hätte!
    Also nur mal den Betrag 8132 zu 6,55% in einen Zinseszinsrechner eingeben...!
    Kosten wie Ausgabeaufschlag,Management und Depotgebühren oder Tradingkosten die bei einer Aktien-bzw.Aktienfondsanlage entstehen,lasse ich sogar außen vor.

  • Nach 13 Jahren und 2 Monaten hat der DAX also um ein ganzes Prozent zugelegt.
    Mann oh Mann was für ein gigantischer Anstieg !

  • Nützlichere Informationen erhält man auch nicht mehr von Kostolany, weil: der ist Tot:* 9. Februar 1906 in Budapest; † 14. September 1999

  • Und zu welcher der genannten Kategorien zählen Sie sich?

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