Börse Frankfurt Dax schafft es wieder über 12.000 Punkte

Deutsche Aktienanleger agierten am Donnerstag vorsichtig: Sie hegen offenbar Zweifel an den Erfolgsaussichten von Trumps geplanten Wirtschaftsreformen. Aktien aus der zweiten Reihe und Technologiewerte standen im Fokus.
Update: 23.03.2017 - 17:40 Uhr Kommentieren

Trotz gedrückter Kauflaune: Trump-Wahl treibt Dax hoch

Trotz gedrückter Kauflaune: Trump-Wahl treibt Dax hoch

FrankfurtDer Dax hat sich am Donnerstag berappelt. Der deutsche Leitindex baute im Tagesverlauf seine Gewinne aus und schloss 1,14 Prozent höher bei 12.039 Punkten. Damit schaffte er es nicht nur wieder über die viel beachtete 12.000-Punkte-Marke, sondern beendete auch eine dreitägige Verlustserie.

Der MDax, in dem sich die mittelgroßen deutschen Unternehmen versammeln, legte um 1,13 Prozent auf 23.433 Zähler zu, und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,36 Prozent auf 1.980 Punkte.

„Die Anleger hinterfragen mehr und mehr die Trump-Euphorie der letzten Monate“, sagte LBBW-Analyst Wolfgang Albrecht. „Der blinde Glaube an Trumps 'phänomenale' Wirtschafts- und Steuerpolitik verliert zunehmend an Glanz.“ Dies liegt laut Händlern auch am Streit in der republikanischen Partei des US-Präsidenten. Denn in seinen eigenen Reihen hat sich bei der Abschaffung der Gesundheitsreform von Donald Trumps Vorgänger Barack Obama Widerstand formiert.

„Nicht wirklich ein Thema, auf das die Börsen im Normalfall reagieren sollten“, sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst beim Broker CMC Markets. Allerdings würden die Anleger aus dem Ausgang dieser Abstimmung Rückschlüsse ziehen auf die weiteren Projekte wie die angekündigte Steuerreform, die für die Wall Street viel wichtiger ist. Neben den geplanten Steuersenkungen – vor allem auch für Unternehmen – stünden die Infrastrukturmaßnahmen auf der Kippe, sollte Trump bei der Gesundheitspolitik eine Schlappe im Repräsentantenhaus erleiden.

Das sind die größten Kapitalvernichter

EXCEET GROUP SE BEARER RED.SHARES A O.N.

WKN
ISIN
LU0472835155
Börse
FSE

0,00 0,00%
+4,42€
Chart von EXCEET GROUP SE BEARER RED.SHARES A O.N.
Platz 10. Exceet Group
1 von 11

Die auf Elektronik und Sicherheitstechnik spezialisierte Exceet Group hat Anlegern auf fünf Jahre gesehen 67 Prozent Verlust gebracht. In den vergangenen drei Jahren verloren Aktionäre mit knapp 55 Prozent immer noch über die Hälfte ihres eingesetzten Kapitals, im vergangenen Jahr waren es 37 Prozent. In ihre Performancerechnung einbezogen haben die Anlegerschützer neben der Kursentwicklung auch die Dividendenzahlungen.

MYBET HOLDING SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0JRU67
Börse
L&S

+0,02 +6,87%
+0,30€
Chart von MYBET HOLDING SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 9. Mybet Holding
2 von 11

Ein Glücksspiel-Konzern als Wertvernichter entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Auf fünf Jahressicht machten Mybet-Aktionäre fast 66 Prozent Verlust – die Dividendenzahlungen eingerechnet. Das ist zwar etwas weniger als die auf Platz zehn platzierte Exceet Group. Wer erst vor drei Jahren auf Mybet setzte, muss Kursverluste von 57 Prozent verschmerzen. Im vergangenen Jahr schlug ein Minus von 48 Prozent zu Buche.

AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0WMPJ6
Börse
L&S

-0,00 -0,03%
+12,53€
Chart von AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 8. Aixtron
3 von 11

Minus 68 Prozent: So lautet die Bilanz der Aixtron-Aktionäre nach fünf Jahren. Auf Sicht von drei Jahren ist das Bild sogar noch schlechter, die Verluste summieren sich auf 70,5 Prozent. Die Herzogenrather hatten allein 2015 mit der drastischen Reduzierung eines chinesischen Großauftrags und anschließender Ausverkaufsstimmung bei den Aktionären zu kämpfen. Im vergangenen Jahr konnte der Absturz etwas abgebremst werden, Aixtron-Papiere verloren „nur“ 25 Prozent. In der Rangliste der größten Wertvernichter wird das Unternehmen damit nicht mehr auf Platz fünf geführt, sondern lediglich auf Platz acht.

SKW STAHL-METALLURGIE HLDG AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000SKWM021
Börse
L&S

-0,01 -5,50%
+0,21€
Chart von SKW STAHL-METALLURGIE HLDG AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 7. SKW Stahl-Metallurgie
4 von 11

Drei Plätze verloren hat im Vergleich zum Vorjahresranking hingegen die SKW Stahl-Metallurgie. Auf fünf Jahre gesehen verloren Aktionäre 71 Prozent ihres Vermögens, Dividendenzahlungen eingerechnet. Wer die Aktie seit 2014 hält, machte ein Minus von 75 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Für 2016 berechneten die Anlegerschützer der DSW ein Minus von 15 Prozent.

SGL CARBON SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007235301
Börse
L&S

+0,22 +1,87%
+11,57€
Chart von SGL CARBON SE INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 6. SGL Carbon
5 von 11

Der Kohlenstoffspezialist SGL Carbon hofft derzeit auf die Wende. Konzernchef Jürgen Köhler: „Im Geschäftsjahr 2016 haben wir die Voraussetzungen für den Neubeginn und für die Rückkehr zu profitablem und nachhaltigem Wachstum geschaffen.“ Der Kohlefaserspezialist aus Wiesbaden will spätestens 2018 wieder schwarze Zahlen schreiben, im Oktober 2016 verkaufte man das verlustreiche Geschäft mit Grafitelektroden. In den vergangenen fünf Jahren machten Anleger mit SGL Carbon-Papieren 74 Prozent Verlust. Auf Dreijahressicht summierte sich der Verlust auf 67 Prozent, auf ein Jahr gesehen machten Anleger 15 Prozent Minus – Dividendenzahlungen eingerechnet.

AIR BERLIN PLC REGISTERED SHARES EO -,25

WKN
ISIN
GB00B128C026
Börse
L&S

-0,00 -2,50%
+0,04€
Chart von AIR BERLIN PLC REGISTERED SHARES EO -,25
Platz 5. Air Berlin
6 von 11

Seit Jahren kommt die Berliner Airline einfach nicht aus den roten Zahlen. Die Fluglinie verfolgte einen Expansionskurs, der 2015 in einem Rekordverlust mündete. Ohne Finanzspritzen des größten Aktionärs – der arabischen Etihad – wäre Air Berlin vermutlich längst am Boden. Die chronisch unter Druck stehende Airline mutet Investoren einiges zu. Auf fünf Jahre gesehen haben Air Berlin-Aktionäre 76 Prozent ihres eingesetzten Kapitals verloren. Binnen drei Jahren verloren sie 63 Prozent, auf Sicht von einem Jahr summiert sich das Minus auf 34 Prozent.

SYGNIS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1RFM03
Börse
L&S

+0,03 +1,85%
+1,43€
Chart von SYGNIS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 4. Sygnis Pharma
7 von 11

Der deutsch-spanische Polymerase-Hersteller schreibt seit seiner Gründung 1997 durchgehend rote Zahlen. 2015 die Nummer fünf der Kapitalvernichter, belegt das Pharmaunternehmen in der aktuellen Auswertung der DSW sogar Platz vier. In den vergangenen fünf Jahren verloren Aktionäre 71 Prozent ihres Kapitals. Ähnlich schlecht fällt Bilanz nach drei Jahren aus. Auf Sicht von einem Jahr verloren Anleger mit Sygnis-Titeln 39 Prozent ihres Einsatzes.

Der Auftritt von US-Notenbankchefin Janet Yellen noch vor US-Börsenbeginn brachte keine neuen Erkenntnisse zu Zeitpunkt und Tempo der erwarteten Zinserhöhungen.

Am Mittwoch hatte der Dax angesichts wachsender Zweifel an der baldigen Umsetzung der Wahlversprechen des US-Präsidenten Donald Trump 0,5 Prozent verloren und bei 11.904 Punkten geschlossen.

Vor allem Aktien aus der zweiten Reihe standen im Fokus, da hier zahlreiche Unternehmen noch Geschäftszahlen vorlegten. Dem Internetkonzern United Internet gelang keine Überraschung: Die Aktien kamen nach unspektakulären Jahreszahlen und einem laut Börsianern nur „durchwachsenen Ausblick“ kaum von der Stelle.

Das im TecDax notierte Biotechunternehmen Medigene hingegen zog erneut Interesse auf sich. Nach besonders heftigen Kursverlusten in den vergangenen zwei Tagen ging es wieder aufwärts – in der Spitze um 13 Prozent. Das auf personalisierte Immuntherapien fokussierte Unternehmen will im laufenden Jahr wichtige Studien auf den Weg bringen.

An die Spitze des MDax setzte sich der fränkische Autozulieferer Leoni. Die Aktie legte nach einem zuversichtlichen Ausblick deutlich um bis zu sieben Prozent zu. Am Index-Ende rutschten die Anteilsscheine des bayerischen Großküchengeräte-Herstellers Rational trotz in Aussicht gestellter Sonderdividende um drei Prozent ab. Händler verwiesen auf einen „schwachen Ausblick“.

Im Dax profitierten RWE-Aktien von einer Analystenstudie: Der Kurs legte gut zwei Prozent zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern im deutschen Leitindex. ´

Ölpreise holen leicht auf
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