Börse Frankfurt
Dax schafft Sprung über die 10.000-Punkte-Marke

Zwei Tage vor dem Brexit-Votum steigt die Nervosität an der Börse. Nach einem wechselhaften Start steigt der Dax über 10.000 Punkte. Doch das Knacken der psychologisch wichtigen Marke ändert nichts an der Unsicherheit.

FrankfurtDas bevorstehende Brexit-Referendum treibt die Anleger um. Unverdrossen strebt der Dax nach oben. Zum Börsenschluss notiert der Leitindex 0,5 Prozent im Plus bei 10.015 Punkten. Der Sprung über die wichtige Marke kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Anleger wie gebannt auf das nahe Brexit-Votum schauen. Der jüngsten Umfrage des Survation-Instituts zufolge beträgt der Vorsprung der EU-Anhänger mit 45 Prozent nur einen Prozentpunkt.

Die Umfrage bescherte auch dem britischen Pfund einen Dämpfer. Nach einem Anstieg bis auf 1,4788 Dollar, verlor das Pfund mit zuletzt 1,4665 US-Dollar deutlich an Dynamik. Experten erwarten ein knappes Ergebnis bei dem Referendum und warnten vor zu viel Optimismus. „Die Weichen stehen im Moment für einen Verbleib in der EU, aber es ist noch zu früh, um sich zu positionieren“, sagte Währungsexperte Manuel Oliveri von der französischen Bank Credit Agricole. Commerzbank-Analystin Esther Maria Reichelt betonte, sie halte eine Fortsetzung der Pfund-Rally angesichts einer nach wie vor hohen Unsicherheit für nicht angemessen.

Der Milliardär George Soros geht bei einem Brexit von einem Einbruch des Pfunds um möglicherweise mehr als 20 Prozent aus. Es würde schlimmer für die britische Währung als im Jahr 1992 kommen, sagt er dem „Observer“. Soros strich in dem Jahr einen großen Gewinn ein, als er gegen das Pfund wettete.

Die Brexit-Thematik dominiert auch die Rohstoffmärkte. Die Unsicherheit über den Verbleib Großbritanniens in der EU hat die Ölpreise heute wieder absacken lassen. Ein Barrel der Sorte Brent verbilligte sich um 2,3 Prozent auf 49,50 Dollar. „Die Ölpreise bleiben stark stimmungsgetrieben“, schrieb Analystin Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Es herrsche zu viel Zuversicht über den Ausgang der Volksbefragung.

Wie unklar die Lage ist zeigt wiederum die Entwicklung des Goldpreises. Die Feinunze (31,1 Gramm) verbilligte sich um 1,6 Prozent auf 1269 Dollar, nachdem sich auf den Märkten Spekulationen über einen EU-Verbleib Großbritanniens häuften.

Vorige Woche hatte noch die Angst vor den Folgen eines EU-Austritts der Briten den Preis über 1300 Dollar getrieben. Die Stimmung habe sich seither gedreht, sagte ein Börsianer. „Viele Anleger vermuten jetzt, dass die Ablehnung eines Brexits der US-Notenbank Fed Spielraum für eine Zinserhöhung gibt.“ Das werde Gold dann wieder unattraktiver für viele Investoren machen. Die Fed wird im Juli wieder über die Zinsen beraten. Zuletzt hatte sie unter anderem mit Blick auf die möglichen Folgen eines britischen EU-Austritts die Zinserhöhung verschoben.

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