Börse Frankfurt
Dax scheitert am Jahreshoch

Nach einem erfolgreichen Handelstag gibt der Dax seine Gewinne bis zum Handelsende fast komplett wieder ab. Im Sog schwacher US-Börsen scheitert er am Jahreshoch. Daten zum US-Immobilienmarkt waren schlechter als erwartet ausgefallen. Die Gerüchte um einen möglichen Einstieg von Warren Buffett treiben K+S weiter an. Medienberichte belasteten Bayer.
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HB FRANKFURT. Das Jahreshoch bleibt unerreicht. Im Sog schwacher US-Börsen hat der Dax am Mittwochnachmittag seine Gewinne größtenteils abgegeben. Der Leitindex notierte zum Handelende noch 0,16 Prozent im Plus bei 5 787 Punkten. In der Spitze hatte der Dax 1,1 Prozent auf 5 843 Stellen zugelegt. Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 97 (Dienstag: 91,5) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,9 (2,4) Milliarden Euro. Der MDax mittelgroßer Werte stieg zur Wochenmitte um 0,29 Prozent auf 7 381 Zähler und der Auswahlindex für Technologiewerte TecDax gewann 0,46 Prozent auf 783 Punkte.

In den USA waren im Oktober die Wohnbaubeginne überraschend gefallen. Helaba-Analyst Ulrich Wortberg sprach von einer massiven Enttäuschung. Dies deute darauf hin, dass die Belebung im Bausektor nur sehr schleppend vorankomme. Dennoch gibt es Optimisten. "Wir sehen die Vorboten einer Jahresend-Rallye", sagte Markanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Die bisher unterinvestierten Investoren würden von der Sorge, sich für zu geringe Aktienengagements zum Jahresultimo rechtfertigen zu müssen, förmlich in den Markt gezogen. Da es derzeit weiterhin keine echte Alternative zur Aktie gebe, gleichzeitig aber üppige Liquidität zur Verfügung stehe, trage sich die Kursrallye zudem von selbst. Somit können Halver zufolge auch schlechte Konjunkturdaten aus den USA, die gezeigt hätten, dass der krisengeschüttelte Immobiliensektor weit von der Normalisierung entfernt ist, die gute Laune an den Aktienmärkten nicht nachhaltig trüben.

Halver hob die stabile Entwicklung einiger Indexschwergewichte als Zeichen der anhaltenden Kauflaune institutioneller Investoren hervor. Tagesgewinner waren die Aktien von Siemens mit einem Plus von 2,39 Prozent auf 66,50 Euro, Eon-Papiere legten 1,52 Prozent auf 27,31 Euro zu und Daimler gewannen 1,62 Prozent auf 35,98 Euro.

Zu den Favoriten zählten auch K+S , deren Aktien mit plus 1,12 Prozent auf 40,59 Euro weiter zulegten. Händlern zufolge wirkten Gerüchte vom Vortag positiv nach, die auf einen möglichen Einstieg von Warren Buffet mit seiner Holding Berkshire Hathaway abzielten. Diese Spekulation habe durch die Aufstockung des Anteils von US-Investor George Soros beim K+S-Konkurrenten Potash neue Nahrung erhalten. Gerüchte um eine unmittelbar bevorstehende Kapitalerhöhung bei K+S seien unterdessen nicht neu und störten den Kurs kaum, urteilten Börsianer.

Tagesverlierer im Dax war der Vortagesfavorit Bayer mit einem Minus von 2,76 Prozent auf 51,82 Euro. Ein Händler verwies darauf, dass die staatliche Investmentgesellschaft IPIC aus Abu Dhabi einen Bericht zurückgewiesen habe, sie sei an der Übernahme der Kunststoff-Sparte der Leverkusener interessiert. IPIC spreche mit Bayer lediglich über eine Zusammenarbeit, hatte der Chef des Staatsfonds am Abend klargestellt. Das ließ den Vortagesgewinn wieder schmelzen. Munich Re gaben 0,69 Prozent auf 106,17 Euro ab, nachdem JPMorgan die Aktien des Rückversicherers von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft hat.

Im MDax verteuerten sich Continental-Aktien angesichts neuer Spekulationen um die geplante Kapitalerhöhung um 3,95 Prozent auf 39,49 Euro. Wie aus Branchenkreisen verlautete, könne die milliardenschwere Maßnahme bereits im Januar 2010 über die Bühne gehen. "Je früher, desto besser", hieß es. Ein Börsianer sagte: "Dass eine Kapitalerhöhung kommt, ist klar und wenn diese zeitnah erfolgt, dann entweicht Unsicherheit aus der Aktie. Zudem soll die Resonanz sehr gut sein - das alles treibt den Kurs nach oben."

Dagegen büßten Puma-Titel 1,35 Prozent auf 226,89 Euro ein. Ein Händler verwies auf Aussagen des Mutterkonzerns Pinault-Printemps-Redoute (PPR) vom Vorabend, wonach die Erlöse aus dem Börsengang der Tochter CFAO nicht für die Aufstockung der Puma-Anteile genutzt werden soll.

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