Börse Frankfurt
Dax scheitert an 7.000-Punkte-Marke

Nach der Rally vergangene Woche hat der Dax am Montag Kurs auf die Marke von 7.000 Punkte genommen. Trotz positiver Signale aus Athen reichte es für den Leitindex aber heute noch nicht ganz. Glänzen konnten Solarwerte.
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FrankfurtGute Nachrichten aus Griechenland haben den Dax zum Wochenstart weiter steigen lassen. Am Montag schaffte es der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 6918 Punkte erstmals seit Anfang April wieder über die 6900-Punkte-Marke. Damit knüpfte er an seinen knapp vierprozentigen Kurssprung vor dem Wochenende an.

Der MDax legte am Montag um 1,23 Prozent auf 11.125 Punkte zu - bis zum gut fünf Jahre alten Rekordhoch fehlen dem Index der mittelgroßen Unternehmen damit weniger als 400 Punkte. Für den TecDax ging es um 1,29 Prozent auf 795 Punkte nach oben. Der Euro kostete bei Börsenschluss etwas über 1,24 Dollar. In Madrid legte der spanische Leitindex IBEX in der Spitze um 4,4 Prozent zu, nachdem der Handel am Morgen wegen technischer Probleme unterbrochen worden war.

Die griechische Regierung hatte sich am Sonntag mit den internationalen Kreditgebern auf die Eckpunkte eines weiteren, milliardenschweren Sparpakets geeinigt. Dass der spanische Ministerpräsident ein Gesuch für weitere Rettungshilfen nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen hatte, habe zudem Hoffnungen auf baldige und energische Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) wie den Kauf spanischer Anleihen genährt, sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Dies spiegelte sich auch in den leicht rückläufigen Renditen für Staatsanleihen der Euro-Problemländer wider: So fiel etwa in Spanien die Rendite für zehnjährige Papiere weiter von der als kritisch erachteten Sieben-Prozent-Marke zurück.

„Marktseitig rechnet man nun damit, dass bereits im September die ersten Anleihekäufe von italienischen und spanischen Papieren vollzogen werden“, schrieb Helaba-Analyst Christian Schmidt in einem Kommentar. Auch die Analysten von Barclays Capital urteilten in einem Kommentar: „Die Wahrscheinlichkeit weiterer Zentralbank-Maßnahmen bleibt hoch.“ Dies seien gute Voraussetzungen für Kursgewinne bei riskanteren Anlagen wie Aktien.

Sowohl die EZB als auch die amerikanische Notenbank Fed hatten es in der vergangenen Woche bei ihren Zinsentscheiden vermieden, neue Maßnahmen anzukündigen. Doch die Börsianer erwarten, dass Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), schon bald die „Bazooka“ einsetzen und beispielsweise ein Anleihe-Aufkaufprogramm für die kriselnden EU-Länder auflegen wird. Dabei kommt es weniger auf den Zeitpunkt der Ankündigung für neue Hilfen an, sondern nur auf die Grundhaltung der EZB - und die ist klar: Draghi wird den Euro um jeden Preis retten.

Bei genauer Betrachtung werde „ziemlich deutlich“, dass etwas Großes auf dem Weg ist, erklärte Jim O'Neill, Chairman von Goldman Sachs Asset Management, in einer Kundennotiz. Das Ausbleiben von Zentralbank-Aktionen in der vergangenen Woche, die Draghi-Kommentare vergangene Woche und der Besuch des US-Finanzministers Tim Geithner in Deutschland deuten auf einen Eingriff in den kommenden Wochen hin, der „durchdachter ist, als viele annehmen“.

Optimismus versprüht auch Wolfang Duwe von der Bremer Landesbank. Der Markt habe die Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi verarbeitet, daher könne es weiter nach oben gehen. „Außerdem ist die Bewertung des Marktes günstig“, fügt Duwe hinzu. Weniger euphorisch ist Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Er schließt auch Kursverluste in der neuen Woche nicht aus, da der Dax sich zuletzt gut entwickelt hat. Seit Ende Juni hat der Leitindex rund zehn Prozent gewonnen. „Es wird sehr volatil an den Märkten bleiben, denn die EZB hat keine konkreten Maßnahmen angekündigt. In den nächsten Wochen wird es daher viele Spekulationen geben darüber, ob, wann und was da kommen wird.“

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  • Die Heidelberger Druckmaschinen wird es immer geben,egal
    unter welcher Führung. Es werden noch mehrere tausende
    Arbeitsplätze abgebaut werden müssen. In dieser Phase ist
    das Unternehmen natürlich ein absoluter Übernahmekandidat.
    Hallo, das Unternehmen macht immer noch einen Umsatz
    geschätzt in 2012/2013 von 2300 Millionen. Es gibt in
    DL zig Unternehmen, deren Aktienkursen weitaus höher sind,
    die Bilanzen schlechter sind, die Manager auch nichts taugen.
    Selbst wenn das Unternehmen noch Kapital benötigt, bekommt
    es dies und den Verpackungs u. Digitaldruck wird es immer
    geben. HD ist ist eine Marke, die sich nicht kleinkriegen lässt.
    In 5 J. werden wir es sehen!
    MfG
    Walter Schmid

  • Meines Erachtens haben Heidelberger Druckmaschinen noch zwei, maximal drei, Jahre, um wieder auf die Beine zu kommen. Länger reicht das Geld nicht, auch wenn man sich diesbezüglich bedeckt hält ("Wir sind mittelfristig gut finanziert."). Was auch immer unter mittelfristig zu verstehen ist.

    Tolle Maschinen, aber ein höchstens durchschnittliches Management. Man hat zu viele Leute in den Vorstand genommen, die fast nichts anderes kennen als HDM. Betriebsblinde, die noch in Erinnerungen an die legendären Zeiten frönen.

    Nun ein externer CEO, letzte Chance HDM.

  • Es gibt tausende Zertifikate und Optionsscheine am Markt,die die
    Großbanken aufgelegt haben. Wenn die Kurse meinetwegen
    sehr stark über mehrere Tage ansteigen z.B im Dax oder bei
    Unternehmen, dann wird von Bankenseite massiv interveniert um
    Knockoutschwellen zu reißen, um so Geld einzusammeln.
    Da gibt es weltweit Herscharen von Bankern, die nur da für da
    sind, vielleicht in Absprachen mit anderen Banken, was allerdings
    verboten ist, massiv zu Shorten um eben Schwellen zu reißen und
    abzukassieren. Der eigentliche Wert des Unternehmens hat mit
    dem Aktienkurs nichts gemein. Jeder Privatanleger muss abschätzen können wann er einsteigt,d.h auch für mehrere Jahre liegenlassen.Beispiel: Ich gebe dem Weltmarktführer
    Heidelberger Druck ca.5 Jahre Zeit sich zu erneuern. Es sind etwa
    um die 200 Millionen Aktien im Umlauf. Die meisten Zocker sind
    Investmentbanken und Hedgefonds, die die hohen Umsätze
    generieren.Aber es mischen auch Privatleute mit. Tun sie das
    über 5 Jahre dann sind die Depots sehr stark in privaten Händen.
    Sind die privaten sehr diszipliniert und verkaufen kaum, dann
    kann der Kurs sich in wenigen Jahren vervielfachen( Schuler,
    Elexis , Infineon). Ich lege mich jetzt fest und werde
    morgen für um einen Euro investieren. Kursziel in 5J. ca. 5 Euro
    Das nennt man weitblickend investieren und nicht rumzocken.
    Mehr möchte ich nicht dazu sagen, denn das Wertvollste sind
    für mich meine Erfahrungen. Bitte nicht nachkaufen! Einfach liegenlassen mehr nicht. Disziplin ist das Wichtigste und nicht
    die Gier!
    MfG
    Walter Schmid

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