Börse Frankfurt
Dax schielt wieder auf die 12.000 Punkte

Die Ankündigung der EZB ihre Anleihekäufe im Juli und August hochzufahren lassen den Euro abstürzen. Der Dax wiederum legt über 250 Punkte zu. Dabei ändert die EZB nichts am Gesamtvolumen ihres Anleihekaufprogramms.
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FrankfurtDer schwache Euro treibt die Anleger wieder einmal an die Aktienmärkte. Die europäische Gemeinschaftswährung rauschte am Dienstag 1,5 Prozent ins Minus auf 1,1139 Dollar. Für den Dax ging es umgekehrt satte 2,2 Prozent ins Plus auf 11.853 Punkte. Der MDax beendete den Handel 1,8 Prozent im Plus auf 21.035 Zähler. Der TecDax stieg um 2,7 Prozent auf 1734 Punkte.

Ein schwacher Euro gilt derzeit als das Kaufargument an der Börse in Frankfurt. Denn er macht Produkte europäischer Unternehmen auf dem Weltmarkt konkurrenzfähiger. Ausgelöst wurde der Kursrutsch beim Euro durch Aussagen von Benoit Coeure. Das EZB-Ratsmitglied hatte angekündigt einen Teil der für Juli und August geplanten Bond-Käufe auf Mai und Juni vorzuziehen. Der Grund hierfür sei die geringe Marktliquidität während der Sommerferien-Monate. Mit den jüngsten Kursturbulenzen am Anleihemarkt habe dies nichts zu tun.

Parallel zum Kursverfall der europäischen Gemeinschaftswährung ging die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zweitweise von 0,651 auf 0,574 Prozent zurück. Am Ende des Frankfurter Börsenhandels stabilisierte sich die Rendite wieder bei 0,612 Prozent. Der Bund-Future stieg im Gegenzug um 0,3 Prozent auf 154,95 Punkte.

„Das ist keine Änderung der Geldpolitik“, betonte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. Es sei nur logisch, in Monaten mit dünnen Umsätzen eher weniger zu kaufen, um die Kursentwicklung nicht über Gebühr zu beeinflussen. Offenbar hätten aber einige Anleger nur „Verstärkung der Anleihekäufe“ gelesen und darauf reagiert. „Das zeigt, wie nervös der Markt ist.“

Neben dem Euro sorgte heute außerdem die Hoffnung auf ein baldiges Ende des griechischen Schuldenstreits. Nach den Worten von Arbeitsminister Panos Skourletis dürfte Athen bald einen Durchbruch in den Gesprächen mit seinen internationalen Geldgebern erzielen. Finanzminister Yanis Varoufakis hatte sich am Montag ähnlich geäußert.

Trotz der Gewinne an den Börsen bleibt die Lage weiterhin instabil. Kursgewinne haben derzeit eine sehr kurze Halbwertszeit. Schuld daran sind Griechenland, der Euro und die US-Wirtschaft beziehungsweise die Federal Reserve. Die Kombination aus der noch ungelösten Schuldenfrage Athens, der Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung und der Zinswende in den USA verunsichern die Anleger.

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