Börse Frankfurt
Dax schließt 150 Punkte leichter

Die gute Laune war am Montag auf dem Frankfurter Parkett schnell verflogen: Schwache Konjunkturdaten setzten dem Dax kräftig zu. Nach der US-Börseneröffnung krachte der Index sogar unter die Marke von 9200 Punkten.
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FrankfurtMit Enttäuschung aufgenommene chinesische Konjunkturdaten haben den deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn belastet. Nach der US-Börseneröffnung rutschte der Dax am Nachmittag weiter ab. Er schloss ganze 1,7 Prozent schwächer bei 9188 Punkten. Aktienhändlerin Anita Paluch von der Varengold Bank verwies darauf, dass der Einkaufsmanagerindex der britischen Großbank HSBC für das Verarbeitende Gewerbe in China im März überraschend auf ein Achtmonats-Tief gefallen ist. Auch der deutsche Einkaufsmanagerindex habe enttäuscht. Zudem lasse jegliche Verschärfung der Lage in der Ukraine die Anleger nervös reagieren, ergänzte Marktanalyst Arkadius Barczynski vom Brokerhaus GKFX.

Für den MDax ging es zuletzt um 1,6 Prozent auf 16.080 Punkte nach unten. Der TecDax verlor um 2,5 Prozent auf 1206 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab 1,5 Prozent auf 3050 Punkte ab.

Die Geschäfte der chinesischen Industrie nahmen im März den fünften Monat in Folge ab. Das Stimmungsbarometer ging auf 48,1 Punkte von 48,5 Zählern im Vormonat zurück und lag damit weiter unter die Schwelle von 50 Stellen, die Wachstum signalisiert. Die Zahlen gäben Anlass zur Besorgnis, da China der Motor des weltweiten Wirtschaftswachstums sei, sagte Aktienhändlerin Anita Paluch von der Varengold Bank.

„Es bleibt die Frage, ob die chinesische Regierung willens ist, etwas zu unternehmen.“ Die Analysten der Essener National-Bank rechneten mit Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft. „Die Mittel dazu hätte China allemal. Allerdings muss man jedwedes neues Konjunkturprogramm sehr fein ausbalancieren, so dass es nicht zu einer Blasenbildung in einigen Sektoren kommt.“

Die Wall Street notierte am Montag ebenfalls im Minus. Zuvor hatte schon der Leitindex der Börse Shanghai 0,9 Prozent fester geschlossen. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,1 Prozent auf 106,83 Dollar je Barrel (159 Liter). Das wichtige Industriemetall Kupfer notierte mit 6509 Dollar je Tonne 0,4 Prozent höher als am Freitag.

Die deutschen Einkaufsmanagerindizes hielten sich mit 53,8 und 54,0 für Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungssektor in der Expansionszone. Sie blieben allerdings hinter den erwarteten 54,5 und 55,5 etwas zurück. “Die Stimmungseintrübung in Deutschland sollte vor dem Hintergrund der hohen Niveaus und des Krim-Konflikts nicht überbewertet werden,” schrieb Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba in einem Kommentar.

Die Loslösung der Krim von der Ukraine und die Zukunft der ostukrainischen Gebiete mit einem hohen Anteil russisch-stämmiger Bewohner sorgte erneut für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett. „Sollten die Sanktionen des Westens gegen Russland verschärft werden, würde Deutschland besonders darunter leiden“, betonte ein Börsianer. Vor diesem Hintergrund kassierte der deutsche Medikamenten-Hersteller Stada wegen der Unwägbarkeiten für das wichtige Russland-Geschäft seine Ergebnisziele. Die Aktien fielen daraufhin um 14,6 Prozent auf ein Neun-Monats-Tief von 32,56 Euro.

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  • Wieso? Gold hat alle großen Indizes seit 2000 total outperformt.Um ein Vielfaches.
    Gold und Rohstoffe.Wollte damals nur keiner hören,stattdessen investierte man in die "üblichen Verdächtigen": den DAX,in den Nemax 50 oder den Nemax All Share ,den Nasdaq,Nasdaq 100,Euro Stoxx oder in den Dow Jones oder in den Nikkei etc.
    Robert Halver fordert heuer wieder eine Zinssenkung.Also gefühlt seit 20 Jahren,habe ich noch keinen Monat erlebt,wo er das unterließ.

  • Schlecht prognostizierbar ist es, stimmt schon. Ich sehe es wie gesagt als Versicherung des Gesamtportfolios, es ist kein Ding für´s Trading.

  • "Gold ist ein Bestandteil meiner Asset Allocation. Ich erwarte nicht viel davon, es ist lediglich eine Versicherung gegen das für mich unwahrscheinliche worst-case-scenario."

    Gold ist eigentlich immer sehr problematisch, weil nur sehr schlecht vorhersagen kann, wie sich der Kurs entwickelt: Der Goldpreis hängt vom Panik-Level der Marktteilnehmer ab - nicht so sehr von ökonomischen Faktoren. Meistens lasse ich davon die Finger.

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