Börse Frankfurt Dax schließt 420 Punkte höher

Die Hoffnung auf eine Einigung mit Griechenland hat dem Dax am Montag ein Kursfeuerwerk beschert. Der Index verbuchte den größten Tagesgewinn seit drei Jahren. Dabei warnen Politiker vor zu viel Optimismus.
Update: 22.06.2015 - 17:50 Uhr 19 Kommentare

Dax erntet größten Tagesgewinn seit drei Jahren

Frankfurt/DüsseldorfEinigung oder keine Einigung? Nichts beschäftigt die Börsen derzeit so sehr wie der griechische Schuldenstreit. Eine neue Liste mit griechischen Reformvorschlägen gab den Anlegern am Montag Hoffnung, dass der EU-Sondergipfel ein gutes Ende findet. Der Dax preschte um bis zu 3,9 Prozent vor und schloss 3,8 Prozent höher bei 11.460 Zählern. Der Zugewinn von rund 420 Punkten war dabei der größte seit drei Jahren.

Dabei gab es für den Optimismus der Anleger nur wenige wirklich stichhaltige Gründe. Bundesfinanzminister Schäuble hatte zuletzt die Erwartungen an den Ausgang des Gipfels gedämpft. „Ich sehe nicht, wie wir ohne substanzielle Vorschläge den Euro-Gipfel vorbereiten sollen”, sagte Schäuble am Montagmittag vor Beginn einer Sitzung der Eurogruppe in Brüssel. Für ihn sei der Stand seit dem letzten Treffen der Euro-Finanzminister vom Donnerstag unverändert. Schäuble erinnerte daran, dass die drei Institutionen EU-Kommission, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds die griechischen Reformvorschläge gemeinsam prüfen müssten.

Auch die Bundeskanzlerin betonte, dass man sich in Sachen Griechenland-Rettung ja durchaus noch Zeit lassen könne. Sie macht eine Entscheidung zu Griechenland beim Sondergipfel am Montagabend von einer „abschließenden Empfehlung” von EZB, IWF und EU-Kommission abhängig. „Gibt es eine solche Empfehlung der drei Institutionen, dann kann es auch zu Entscheidungen kommen”, sagte Merkel am Montag in Magdeburg. Gebe es sie nicht, dann werde das Treffen der Staats- und Regierungschefs nur ein Beratungsgipfel sein. „Und da gibt es ja in dieser Woche auch noch viele Tage Zeit, um gegebenenfalls Entscheidungen zu treffen.”

Selbst unter den Investoren scheint die Stimmung eher trüb. Fast jeder zweite Investor rechnet einer Umfrage zufolge mit einem Grexit innerhalb der nächsten Monate. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Erhebung der Investmentberatung Sentix unter 1000 privaten und institutionellen Investoren. „Es erstaunt dabei, dass angesichts der jüngst äußerst verfahrenen Situation deren Zahl nicht viel höher ausfällt”, erklärte Sentix-Analyst Sebastian Wanke.

Immerhin lassen seine Gläubiger Griechenland vorerst finanziell nicht hängen. So soll die Europäische Zentralbank höhere Nothilfen für die griechischen Geldinstitute genehmigt haben. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Bankenkreise. Der EZB-Rat könne bei Bedarf jederzeit erneut zusammenkommen, sagt ein Insider der Agentur.

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19 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schließt 420 Punkte höher"

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  • Auch heute wieder...die besten Kurse für Calls VOR Xetrastart...es ist so einfach wenn man das System der Mächtigen verstanden hat

  • Also Ihre Aussagen haben aber auch gar NIX im Börse Frankfurt Forum zu suchen....das gehört in die Politik......auch wenn die systeme danach handeln

  • Ich weiss zwar nicht was ELAdingsbums ist....aber die Börse wird von der technik bestimmt....und Kurse machen Nachrichten und nicht Nachrichten machen Kurse....ausser die Dauerrettung der Griechen....aber dafür ist das System programmiert

  • Natürlich hat das mit Griechenland zu tun...kaum kam die Meldung über Reformen....Rentenalter......griffen die Stopbuys der Maschinen der Mächtigen...alles im System programmiert

  • Nachsatz:

    Und die Zeit wird man ihm ja auch geben, weil alles andere als eine Einigung für alle die denkbar schlechteste Option ist.

  • Die Mehrheit der Griechen will den Euro behalten, Tsipras ja auch. Wenn er wirklich verstanden hat, dass der Lösungsvorschlag in der Substanz nicht mehr verhandelbar ist, wird er einen Weg suchen, dafür Mehrheiten zu finden.

    Wenn die Zeit ausreicht, würde ich an seiner Stelle eine Volksbefragung zu genau diesem Lösungsvorschlag machen. Die zehrende Ungewissheit der monatelangen Verhandlungen hat sicher keine unmaßgebliche Wirkung auf die Griechen gehabt. Damit könnte er seine polititische Position stärken, was, wenn die Härten der Reformen Unmut auslösen, helfen könnte, ihn im Sattel zu halten. Sonst ist er sowieso weg vom Fenster.

  • Die ELA-Fazilität steht nur den griechischen Banken zur Verfügung. Der griechische Staat hat darauf keinen Zugriff.

  • Tsipras macht also derzeit etwas, was total logisch ist.

  • Man kann also nur hoffen, dass Tsipras noch möglichst sehr beliebt ist in Griechenland.

    Wenn nämlich der Koalitionspartner ANEL und der linke Flügel von SYRIZA nicht mitzieht, dann nimmt Tsipras den nicht mehr weiter verhandelbaren Lösungsvorschlag aus Brüssel und könnte ihn notfalls auch mit anderen Mehrheiten im Parlament umsetzen.

    Das ist zwar sehr riskant. Aber mit den gegebenen Mehrheitsverhältnissen in Griechenland wird es auch keine Alternative geben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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