Börse Frankfurt
Dax schließt auf dem höchsten Stand aller Zeiten

Der Dax steigt zum ersten Mal in seiner Geschichte über 8800 Punkte und schließt so hoch wie nie zuvor. Die Anleger feiern schon jetzt die Lösung des US-Haushaltsproblems – und das obwohl es noch gar keine Lösung gibt.
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FrankfurtIn den USA ist man sich noch nicht einig, in Frankfurt wird aber jetzt schon gefeiert. Der Dax war von Beginn an auf Angriff eingestellt. Zur Mittagszeit eroberte der Leitindex dann zum ersten Mal in seiner 25-jährigen Geschichte die 8800-Punkte-Marke. Bei einem Kurs von 8821 Punkte markierte er eine neues Allzeithoch. Am Ende ging der Leitindex mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 8804 Punkten aus dem Handel.

Allerdings bleibt die Aussagekraft des heutigen Handelstages anzuzweifeln. Denn mit einem Umsatz von gerade einmal zwei Milliarden Euro, hielt sich die Marktbeteiligung in Grenzen. Das lässt darauf schließen, dass die Anleger, trotz aller Euphorie einer sich abzeichnenden Lösung in US-Haushaltsstreit, noch lange kein bedingungsloses Vertrauen in die Aktienmärkte aufbauen konnten.

In der zweiten Reihe ging der MDax ebenfalls auf Rekordjagd. Er ging mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 15.423 Punkten aus dem Handel. In der Spitze erreichte er einen Punktestand von 15.462 – in der Historie des MDax ein bisher unerreichter Wert. Der TecDax erreichte mit 1100 Punkten den höchsten Stand seit mehr als elf Jahren. Den Tag schloss der Technologieindex 1,1 Prozent im Plus ab auf 1099 Zählern.

US-Präsident Barack Obama hat vor einem Treffen mit den Spitzen beider Kongress-Parteien von Fortschritten in der Debatte gesprochen. Der demokratische Mehrheitsführer, Harry Reid, sagte am Montag: „Wir hoffen, dass mit etwas Glück morgen ein schöner Tag sein wird.“ Auch McConnell – bislang ein erbitterter Gegenspieler Reids – zeigte sich zuversichtlich. „Man kann klar sagen, dass wir substanzielle Fortschritte erzielt haben, und wir freuen uns darauf, in der nahen Zukunft weitere Fortschritte zu erzielen“, sagte der konservative Politiker.

„Obwohl die bislang vorhandenen Informationen sehr vage sind, bleiben die Marktteilnehmer optimistisch und haben sich von der guten Laune der US-Spitzenpolitiker der beiden Parteien anstecken lassen“, schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar.

Marktexperte Dirk Gojny von der Essener National-Bank wiegelte die derzeitige Situation an den Börsen etwas ab. Trotz des neuen Optimismus scheint am Markt weiter Vorsicht zu herrschen. „Die Lage ist nach wie vor undurchsichtig,“ sagte Gojny. Zwar sollten nun zügig Gremien geschaffen werden, um Details zu verhandeln. „Wie weit man von einem Deal tatsächlich entfernt ist, lässt sich aber nicht beurteilen, so dass es durchaus möglich ist, dass die Verhandlungen über den Stichtag 17. Oktober hinausgehen“, erklärte er.

Insidern zufolge sieht der diskutierte Kompromiss vor, die Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar so weit anzuheben, dass die Zahlungsfähigkeit der USA bis mindestens Mitte Februar gewährleistet ist. Gleichzeitig solle bis Jahresende eine Einigung zur Sanierung des defizitären Haushalts erzielt werden.

Gestärkt von dem sich abzeichnenden Kompromiss holte der Dollar gegenüber dem Euro deutlich auf. Die europäische Gemeinschaftswährung lag am Mittwoch 0,5 Prozent im Minus auf 1,3490 Dollar.

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ZEW-Index steigt unerwartet stark an

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  • "... aller Zeiten". Wars das? Kommt da nichts mehr? Ist die Zukunft schon vorbei? HB, musst Du alles nachmachen?

  • "das war die letzten 1000 Punkte nach oben immer ein guter Rat."

    Deswegen ja nach und nach umschichten.

    Blöder Spruch, aber vom Gewinne mitnehmen ist noch keiner arm geworden...

  • @Programmierer: Was würden Sie jetzt empfehlen? Was machen Sie? Long / short? Vielen Dank für Ihre Antwort

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