Börse Frankfurt
Dax schließt auf höchstem Stand seit Ende April

Am Feiertag ist an der Frankfurter Börse eher die langsamere Gangart angesagt. Für etwas Bewegung sorgten die höheren Ölpreise und die Ansage der Europäischen Union, mehr gegen billige Stahlprodukte aus China unternehmen zu wollen.

FrankfurtNach mehreren Anläufen hat der Ölpreis an Fronleichnam die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar je Barrel (159 Liter) übersprungen. Dies stützte auch die Aktienbörsen, weil steigende Rohstoffpreise als Hinweis auf eine wachsende Weltwirtschaft gelten. Ende des Tages schloss der Dax auf dem höchsten Stand seit Ende April mit 10.272 Punkte – ein Plus von 0,7 Prozent. Der EuroStoxx50 stieg um 0,3 Prozent auf 3071 Zähler zu.

Die richtungsweisende Öl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um bis zu ein Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch 50,26 Dollar. Im Vergleich zu seinem Tief vom Januar hat sich der Ölpreis wieder fast verdoppelt. Begünstigt wurde die Preisrally von Produktionsausfällen in Nigeria, Venezuela und den Waldbrand-Gebieten Kanadas.

Die Experten von Goldman Sachs sagten für Mai sogar einen Angebotsengpass voraus. In der vergangenen Woche gingen die US-Rohölbestände überraschend stark zurück. „Die Rally wird aber nicht anhalten, denn die Preise werden ein Niveau erreichen, der US-Schieferöl in den Markt zurückbringt“, sagte Jonathan Barratt, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Ayers Alliance.

Die Aussicht auf höhere Gewinne aus dem Erdöl-Export lockte Anleger in die Börsen der Förderländer zurück. Der Leitindex der Moskauer Börse legte um bis zu 1,5 Prozent zu, und der russische Rubel stieg zum Euro auf ein Fünf-Monats-Hoch. Auch die Ölkonzerne waren gefragt: BP, Eni, OMV, Shell und Total gewannen bis zu 3,1 Prozent.

Thema an den Börsen war auch der Rekordkurssturz bei Banco Popular. Die Aktien brachen um bis zu 25 Prozent ein, nachdem das spanische Geldhaus eine milliardenschwere Kapitalerhöhung und den Verkauf von Beteiligungen angekündigt hat. In den Sog gerieten die Aktien anderer Banken in Italien und Spanien, darunter etwa Banco Popolare, UBI, Caixabank und Santander, die um bis zu 7,3 Prozent absackten.

Größter Gewinner im Dax waren Thyssenkrupp mit einem Plus von bis zu 4,3 Prozent. Die Papiere profitierten von der Aussicht auf neue Strafzölle für Billig-Stahl aus China und einem positiven Analystenkommentar zu ArcelorMittal. Im MDax gewannen Salzgitter mehr als fünf Prozent.

Daneben warf die für Freitag angekündigte Rede der US-Notenbankchefin Janet Yellen bereits ihre Schatten voraus. Von ihren Aussagen erhoffen sich Börsianer Hinweise auf den Zeitpunkt der lang erwarteten US-Zinserhöhung. „Sollten die Umfragen in Großbritannien weiter auf einen Sieg der EU-Befürworter hindeuten, könnte es im Juni so weit sein“, sagte Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz. „Sonst wird es wohl eher Juli.“

Am 23. Juni stimmen die Briten über den Brexit - den Ausstieg des Königreichs aus der EU - ab. Die Fed berät rund eine Woche davor über ihre Geldpolitik.

Agentur
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