Börse Frankfurt
Dax schließt auf Jahreshoch

Angetrieben von den Bankaktien hat der Dax eine neue Jahresbestmarke markiert. Die Sorgen von gestern haben die Anleger anscheinend verdrängt. Niemand interessiere sich mehr für Dubai oder Griechenland, sagten Händler. Experten warnten allerdings davor, dass das Aufwärtspotenzial begrenzt ist.
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HB FRANKFURT. Kräftige Kursgewinne bei Finanzwerten haben die Aktienmärkte am Mittwoch beflügelt. Der Dax schloss 1,6 Prozent höher auf einem neuen Jahreshoch von 5903 Punkten. "Hier herrscht richtig gute Stimmung, und wir gehen Richtung 6000 Punkte", sagte ein Händler. "Niemand interessiert sich mehr für Dubai oder Griechenland."

Unterstützung kam von US-Konjunkturdaten, die den Erwartungen entsprachen. Die Verbraucherpreise in der weltgrößten Volkswirtschaft waren im November erstmals seit Februar auf Jahressicht wieder gestiegen, ohne die Berücksichtigung von Lebensmitteln und Energie aber konstant geblieben. "Im Verlauf des nächsten Jahres ist jedoch nicht mit besonderer Dynamik bei den Verbraucherpreisen zu rechnen. Inflationssorgen sind zum jetzigen Zeitpunkt damit unbegründet", kommentierte Postbank-Volkswirt Thilo Heidrich.

Einige Marktteilnehmer trauen dem Aktienmarkt den Sprung über die 6 000er Marke noch in diesem Jahr zu. Bei weiter optimistisch stimmenden Konjunkturdaten wäre das ein "kleines Weihnachtsgeschenk", wie es ein Händler formuliert. Dafür dürfe es aber keine Enttäuschung bei den noch anstehenden Konjunkturdaten geben.

Der Volatilitätsindex VDax ist mittlerweile auf den niedrigsten Stand seit Anfang September 2008 gefallen. Der Volatilitätsindex, der die Risikobereitschaft der Anleger misst, gab vier Prozent auf 22,66 Stellen nach. Je niedriger der VDax, der auf Basis der Verkaufs- und Kaufsoptionen auf die 30-Dax-Werte berechnet wird, desto sicherer fühlen sich die Investoren.

Seit Jahresbeginn hat der Dax gut 20 Prozent zugelegt, seit dem Jahrestief Anfang März beläuft sich das Plus sogar auf rund 60 Prozent. Im kommenden Jahr wird sich die seit März anhaltende Rally nach Einschätzung von Experten nur noch abgeschwächt fortsetzen. Mehr als 30 von Reuters in der vergangenen Woche befragte Experten gehen im Schnitt davon aus, dass der Dax im ersten Halbjahr 2010 um weitere sieben Prozent auf 6 239 Zähler steigen wird. Damit dürfte das Aufwärtspotenzial des Aktienmarktes dann aber auch schon ausgeschöpft sein. Die durchschnittliche Schätzung für den Leitindex zum Jahresende 2010 liegt bei 6200 Punkten.

Die Expertenmeinungen gehen allerdings weit auseinander: Die Spanne der Prognosen zum Jahresende 2010 liegt bei 4 150 bis 7 500 Punkten. Aktienstratege Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel erklärt dies mit zwei komplett gegensätzlichen Szenarien, die derzeit für die weltweiten Märkte durchgespielt würden. Eine Seite rechne damit, dass die expansive Geldpolitik zu einer neuen Blasenbildung bei den Vermögenswerten führen wird. Entsprechend wäre auch ein deutlicher Anstieg der Aktienkurse absehbar. Das andere Szenario unterstelle, dass sich die Fiskalpolitik als ineffektiv herausstellt. In der Konsequenz könnten deutlich steigende Staatschulden - wie zuletzt am Beispiel Dubai gesehen - zunehmend ein Problem für den Finanzmarkt werden.

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