Börse Frankfurt
Dax schließt auf Jahreshoch

Die US-Notenbank macht die Anleger froh. Die Aussicht auf neue Liquiditätsspritzen lässt die Aktienkurse weltweit steigen. Der Dax kletterte erstmals in diesem Jahr über 6 400 Punkte. Dank überraschend guter Zahlen von JP Morgan legen vor allem Finanzwerte kräftig zu. Eine Solaraktie bricht ein.
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HB FRANKFURT. Mit der Aussicht auf einen baldigen Geldsegen für die US-Wirtschaft haben die Anleger am europäischen Aktienmarkt am Mittwoch wieder zugegriffen. Der Dax stieg um zwei Prozent auf 6434 Punkte und damit so hoch wie seit dem 3. September 2008 nicht mehr - wenige Tage nach diesem Datum ging die US-Investmentbank Lehman Brothers pleite. Auch die meisten europäischen Indizes zogen an, wenn auch nicht alle so stark wie der Dax. In London lag der Footsie 1,5 Prozent höher, in Zürich der SMI 1,2 Prozent im Plus.

„Es passt im Moment einfach alles“, erklärte ein Händler in Frankfurt die gute Stimmung der Investoren. In Europa wurden zunächst auch die Zwischenberichte des weltgrößten Chipbauers Intel und der zweitgrößten US-Bank JP Morgan positiv aufgenommen. Allerdings waren die US-Investoren dann doch nicht so begeistert, weshalb die Aktien beider Konzerne in New York davon kaum profitieren konnten. Die Kauflaune der Anleger in Europa bremste das aber nicht sonderlich. „Hier haben sich die meisten auf die Fed-Entscheidung kapriziert“, sagte ein Händler. Nach dem am Dienstagabend veröffentlichten Protokoll der September-Sitzung ist die Fed bereit, möglicherweise schon nach der nächsten Zinssitzung im November billiges Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Die US-Notenbanker hätten den Eindruck, dass schon bald wieder weitere Konjunkturhilfen angemessen seien, ging aus der Mitschrift der Sitzung hervor.

Größter Dax-Gewinner waren die Aktien der Deutschen Bank mit einem Plus von vier Prozent auf 41,65 Euro. Schon vor der Veröffentlichung der JP-Morgan-Zahlen zogen die Titel stärker als der Markt an. Händler sprachen von einer technisch bedingten Erholung, nachdem die Kapitalerhöhung die Aktien zuletzt meist gedrückt hatte. Mit den Zahlen von JP Morgan hätten schließlich Eindeckungen eingesetzt. Die US-Bank übertraf mit ihrem Ergebnis die Prognosen, in den USA jedoch waren nicht alle Anleger angesichts von Rückschlägen im Investmentbanking überzeugt.

Nachdem die Intel-Aktien in New York leicht ins Minus rutschten, gaben viele Anleger ihre Infineon-Aktien wieder ab. Das Plus schmolz auf zuletzt noch 2,6 Prozent von zeitweise gut fünf Prozent zusammen. Der niederländische Chip-Maschinen-Hersteller ASML, der selbst Zahlen vorlegte, behauptete dagegen sein Plus von sechs Prozent. Im TecDax verteuerten sich die Papiere des für die Branche arbeitenden deutschen Maschinenbauers Aixtron um über gut zehn Prozent.

Außerhalb der Indizes waren am Nachmittag Porsche-Aktien gefragt. Der Sportwagenhersteller überzeugte viele Anleger mit seinen Geschäftszahlen, obwohl sich fast eine halbe Milliarde Verlust angesammelt hat. Doch da dies die Folge der gescheiterten Übernahme von VW war, freuten sich die Anleger über die Dividendenerhöhung und griffen zu: Porsche stiegen um fünf Prozent auf 39 Euro.

Die Aussicht auf eine milliardenschwere Kapitalerhöhung drückte in London die Aktien von Standard Chartered um 1,7 Prozent. Größter Gewinner im Stoxx50 waren bei anziehenden Metallpreisen die großen Minengesellschaften: Anglo American, Rio Tinto und BHP Billion legten bis zu 5,4 Prozent zu.

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