Börse Frankfurt: Dax schließt auf Sechs-Monatshoch

Börse Frankfurt
Dax schließt auf Sechs-Monatshoch

Am letzten Handelstag der Woche hat der deutsche Leitindex von der wachsenden Hoffnung der Anleger auf eine Rettung Griechenlands profitiert. Obwohl das zweite Rettungspaket noch nicht in trockenen Tüchern ist und die Schulden Griechenlands nicht kleiner geworden sind, feierten die Investoren mit einem kleinen Kursfeuerwerk die kommende Rettung Griechenlands. Dass bei der Schuldenkrise bereits mehrmals Hoffnungen enttäuscht und Entscheidungen verschoben wurden, blendeten die meisten aus.
  • 27

FrankfurtEin Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte, dass man einem Beschluss über die Freigabe des zweiten Hilfspakets für Griechenland für Montag immer näher komme. Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research geht davon aus, dass ein Ergebnis die Finanzmärkte dann noch mehr in Feierlaune versetzen wird.

„Es sieht ganz danach aus, als würde man mit aller Gewalt versuchen, bis Montag ein Ergebnis zu erzielen“, sagte er. Zusätzlich Auftrieb gab dem Dax Börsianern zufolge am Mittag der kleine Verfall am Terminmarkt. Dagegen hatten die etwas schlechter als erwartet ausgefallenen Daten zu den US-Verbraucherpreisen keine Auswirkungen am europäischen Markt.

Aufgrund der allgemein optimistischen Stimmung an Europas Finanzmärkten schloss der Dax 1,4 Prozent höher bei 6.848 Punkten, ein neues Sechs-Monatshoch. Auf Wochensicht steht ein Plus von mehr als zwei Prozent zu Buche. Am Nachmittag schaffte der Dax mehr als 100 Punkte und ein neues Jahreshoch. Seit Jahresbeginn hat er damit schon mehr als 16 Prozent zugelegt, das sind mehr als 950 Punkte.

Für Optimismus sorgte auch die Meldung am Nachmittag, dass die Notenbanken von Euroländern anders als die EZB einen harten Schuldenschnitt Griechenlands womöglich mittragen werden. Die Chancen, dass die EZB mit einem entsprechenden Beschluss den Weg dafür freimachen wird, stehen halbe-halbe, wie Reuters am Freitag von einem Insider erfuhr. Die Notenbanken der Euro-Zone halten rund 20 Milliarden Euro an griechischen Anleihen in ihren Investmentportfolios.

Am Abend wurde dann bekannt, was vorher nur vermutet wurde: Die EZB ebnete den Weg für den seit Monaten umstrittenen griechischen Schuldenschnitt und tauschte ihre Bestände an griechischen Staatsanleihen gegen neue hellenische Schuldentitel um. Die Devisenexperten der Commerzbank warnten aber: „Warum dieser EZB-Anleihentausch positiv sein sollte, ist wenig klar.“

Die Euro-Finanzminister haben für Montag eine endgültige Entscheidung zum zweiten, 130 Milliarden Euro umfassenden Hilfspaketes für Griechenland angekündigt. Deutsche Regierungskreise arbeiten noch an den Grundlagen für die Beschlüsse am Montag. Darstellungen, es gebe in der Griechenland-Strategie Differenzen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble, seien falsch. Dies hellte die Stimmung ebenfalls auf.

Von den positiven Nachrichten bezüglich Griechenland profitieren vor allem die Finanzwerte. Zu den größten Gewinnern zählen die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank, die jeweils um 2,1 beziehungsweise 1,8 Prozent zulegen können.

Die Vorgaben waren heute ebenfalls gut. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Handelsende bei einem Plus von 146 Punkten oder 1,6 Prozent beim Stand von 9384 Punkten.

Neben der Hoffnung auf Griechenland sorgen immer besser werdende Konjunkturdaten aus den USA für positive Stimmung. Der Arbeitsmarkt kommt langsam in Schwung: In der abgelaufenen Woche stellten so wenige Amerikaner einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe wie seit fast vier Jahren nicht mehr. „Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass sich die Wirtschaft langsam aber sicher erholt - wenn auch langsamer als uns lieb ist“ sagte Mike Shea von Direct Access Partners.

Auch auf dem Immobilienmarkt sah es nicht so schlimm aus wie befürchtet, weil im Januar überraschend viele Wohnhäuser gebaut wurden. Zudem fiel der Philly-Fed-Konjunkturindex im Februar überraschend hoch aus.

„Wir rechnen zwar weiterhin damit, dass eine Lösung für Griechenland gefunden wird, doch die Unsicherheit bleibt hoch und könnte den Euro tendenziell belasten“, hieß es in einem Kommentar der HSH Nordbank. „Wird auf Sicht der nächsten Tage tatsächlich ein Gesamtpaket für Griechenland präsentiert, könnte dies für Erleichterung sorgen und den Euro zumindest etwas aufwerten lassen.“ Am Rentenmarkt machten Investoren zum Wochenausklang Kasse und drückten so die Bundesanleihen. Der richtungsweisende Bund-Future gab in der Spitze 49 Ticks auf 138,54 Zähler nach.

Entspannung gab es derweil auf dem Anleihemarkt. Das immer wieder kritisch beäugte Spanien sicherte sich gestern erfolgreich vier Milliarden Euro über drei Anleihen mit Laufzeiten von drei und fünf Jahren. Damit hat Spanien bereits 35 Prozent seines für dieses Jahr nötigen Kapitalbedarfs am Anleihemarkt gedeckt.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax schließt auf Sechs-Monatshoch"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Gewinne, z.B. der Dax-Unternehmen hochgerechnet,
    ist das für die nächsten 4 Jahre durchaus möglich.

  • Wäre alles sehr schön und glaubwürdig, wenn du nicht den gleichen depressiven Müll schon bei DAX 5000 geschrieben hättest, du kranker Spinner!!!

  • Na hoffentlich tritt es ein. Hab alles verkauft und kaufe seit zwei Wochen ständig Short Zertifikate. Hab noch 80 k Cash - aber dann sollte bitte die Frau Börse krachen. Verdammt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%