Börse Frankfurt
Dax schließt auf Vier-Monats-Tief

Heute war für die Anleger vieles zu ungewiss. Vor allem das Gezerre um Griechenland lastete auf den Nerven der Investoren. Etwas Abwechslung bietet dagegen der Zinsentscheid der amerikanischen Fed am Abend.

FrankfurtWenn sich die Politik in das Börsengeschehen einmischt, geht es meist heiß her. Beim Dax ist diese Überhitzung bereits seit Tagen zu spüren. Im Zuge der Griechenland-Krise springt der Leitindex hin und her. So auch heute. Der Dax schaffte im Verlauf des Tages mehrmals den Sprung sowohl ins Minus als auch in die Gewinnzone. Nach einem weiteren kurzen Ausflug ins Plus, rutschte der Index ab und schloss 0,6 Prozent tiefer bei 10.978 Punkten. Das ist der tiefste Schlussstand seit vier Monaten.

Grund für das Hin- und Her beim Dax sind der ungelöste Griechenlandstreit sowie die am Abend erwarteten Protokolle der US-Notenbank Fed. „Die Griechenland-Stimmung schwankt weiter zwischen Hoffen und Bangen, und die heutige 'große' FOMC-Sitzung bietet daher eine willkommene Abwechslung”, schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar. Anleger erhofften sich von den Erläuterungen der Fed-Chefin Janet Yellen am Abend (MESZ) Hinweise auf den Zeitpunkt der erwarteten US-Zinserhöhung.

„Je nachdem, wie stark die Federal Reserve die Märkte auf eine Zinserhöhung in den kommenden Monaten vorbereitet, könnte dies der kurzfristig positiven Stimmung allerdings wieder einen Dämpfer versetzen”, prognostizierte Andreas Paciorek vom Brokerhaus CMC Markets. Die meisten Fachleute rechnen damit, dass die Abkehr von der ultra-lockeren Zinspolitik in den USA im September oder noch später vollzogen wird.

Unter dessen wird die Situation in Europa immer brenzliger. Zuletzt warnte sogar die griechische Zentralbank vor einer drohenden Staatspleite. Ein Scheitern der Verhandlungen mit den Geldgebern würde nach Einschätzung der Notenbank in den Grexit führen. Dies wäre der Beginn eines schmerzhaften Weges, heißt es in einer Mitteilung.

Griechenland und seine Geldgeber stehen unter hohem Zeitdruck, ihren Schuldenstreit beizulegen. Das laufende Hilfsprogramm, auf dessen Basis die Regierung in Athen auf kurzfristige Zahlungen von rund 7,2 Milliarden Euro hofft, läuft Ende des Monats aus.

Die Nervosität über den Ausgang des Verhandlungs-Hickhack war vor allem am Rentenmarkt zu spüren. Die Rendite der zehnjährigen griechischen Anleihen kletterte in der Spitze auf ein Zwei-Monats-Hoch von 13,031 Prozent nach 12,93 Prozent im Schlussgeschäft des Vortages.

Für Nachrichten sorgte auch die Europäische Zentralban (EZB). Ihr Anleihekaufprogramm zeigt Wirkung. Die Inflationsrate lag im Mai bei 0,3 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte und damit eine erste Schätzung von Anfang Juni bekräftigte. Noch im April hatten die Preise stagniert, nachdem sie zuvor vier Monate in Folge gefallen waren.

Seite 1:

Dax schließt auf Vier-Monats-Tief

Seite 2:

Gefragt: Deutsche Telekom und Linde

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%