Börse Frankfurt
Dax schließt bei über 11.800 Punkten

Ein starker Ifo-Index ließ die Anleger am Freitag auf das Parkett zurückkehren. Auch in Sachen Griechenland herrscht vorsichtiger Optimismus. So kann der Dax einen Teil seiner hohen Wochenverluste wieder wettmachen.
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Frankfurt/DüsseldorfDem Dax ist ein halbwegs versöhnlicher Wochenausklang gelungen. Nach drei Verlusttagen infolge sah es zunächst so aus, als ob der Leitindex auch am Freitag nicht in Fahrt käme - ein frühes Plus verschwand schnell. Am Vormittag aber kehrte die Kauflaune zurück auf das Parkett. Initiator dieser Rückkehr war ein gestiegener ifo-Geschäftsklimaindex. Der Dax legte infolge bis zu 1,2 Prozent zu. Am Ende verteidigten die Börsianer ihren vorsichtigen Optimismus gegenüber einem schwunglosen werdenderem Handel. Der Deutsche Aktienindex schloss 0,7 Prozent fester bei 11.810 Punkten. Auch beim heutigen Treffen der Euro-Finanzminister in Riga gab es Anzeichen auf eine leichte Entspannung.

Die Blicke auf die lettische Hauptstadt waren leicht zuversichtlich, doch mit großen Fortschritten rechneten die wenigsten. Eine Einigung zwischen Griechenland und den Euro-Partnern sei nicht zu erwarten, schrieb etwa Ulrich Wortberg von der Helaba. „Insofern halten Sorgen vor einer Pleite des Landes oder einem Ausscheiden aus der Eurozone an.“ Und so war es dann auch. Nennenswerte Ergebnisse blieben aus, man sei aber in einzelnen Punkten weitergekommen, hieß es aus Kreisen der Delegationen.

Der Analyst betonte zudem die endliche Geduld der Europäischen Zentralbank, die die griechischen Banken noch mit der Notfallliquidität ELA über Wasser hält. Die EZB erhöhe den Druck um auf einen schnellstmöglichen Kompromiss innerhalb der Eurogruppe zu drängen. Dabei verwies Wortberg aber auf das nächste Treffen der Finanzminister am 11. Mai.

Als Entspannungssignal in den festgefahrenen Verhandlungen konnten neuerliche griechische Aussagen dienen. So deutete die griechische Delegation als Gegenleistung für weitere Hilfszahlungen Entgegenkommen in strittigen Punkten an „Wir rechnen bis spätestens Juni mit einer Einigung“, schrieben die Analysten der Bank Credit Suisse in einem Kommentar. Insgesamt sei die Gefahr einer Pleite des hoch verschuldeten Staates in den kommenden Wochen gering. Schließlich halte sich der Mittelmeer-Anrainer bislang finanziell über Wasser, obwohl seit Monaten keine offiziellen Hilfsgelder mehr flössen.

Die zeitweise wiederentdeckte Kauflaune in Frankfurt war aber vor allem der Stimmung in den deutschen Chefetagen zu verdanken. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg von 107,9 auf 108,6 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter 7000 Firmenchefs mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus auf 108,4 Zähler gerechnet. Allerding trübten sich die Zukunftsaussichten etwas ein.  

Analyst Carsten Brzeski von der ING-DiBa sieht „nicht aufzuhaltenden Optimismus“ in dem Konjunkturindikator widergespiegelt. Etwas skeptischer äußerte sich Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. Zwar laufe die Binnenkonjunktur dank ordentlicher Lohnsteigerungen und niedriger Zinsen rund, doch die Exportwirtschaft könne nicht zu neuen Wachstumsufern aufbrechen.

In der zweiten Frankfurter Reihe konnten sich die Kurse nur temporär erholen. Die Mittelwerte im MDax schlossen nach Auf und Abs letztlich mit 21.010 Punkten nahezu unverändert, der TecDax verlor minimal und kam auf 1653 Zähler. Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50, legte 0,3 Prozent zu auf 3709 Stellen. An der Wall Street sorgten Tech-Giganten wie Google, Amazon und Microsoft mit ihren Bilanzen für allerlei Kauforder. Ein entspannter Dow-Jones notierte zum Frankfurter Handelsschluss 0,1 Prozent fester bei 18.076 Zählern.

Mit leichten Unterbrechungen hält die Konsolidierung an der Frankfurter Börse nunmehr zwei Wochen an. Da hatte der Dax mit 12.391 Punkten den vorläufigen Höhepunkt seiner zum Jahresbeginn gestarteten Rally gefunden. Dann nahmen die Anleger das Fuß vom Pedal. Zuletzt gab es drei Verlusttage infolge, und in der vergangenen Woche hatte der Dax den größten Wochenverlust seit November 2011 hinnehmen müssen. Selbst solide Konjunkturdaten hatte keine Kauflaune mehr versprühen können.

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