Börse Frankfurt
Dax schließt dank neuer Hoffnung fester

Showdown in Brüssel: Noch bis Sonntag wird in Sachen Hellas verhandelt. Die Anleger hielten sich am Freitag lange Zeit merklich zurück. Doch dann keimte eine neue Hoffnung. Eine Einigung soll in greifbarer Nähe sein.
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FrankfurtNeue Hoffnungen auf eine Lösung im griechischen Schuldenstreit haben den Dax nach langem Zögern wenden lassen. Zwischen leichten und moderaten Verlusten schwankend gelang dem Leitindex am Freitagnachmittag der Sprung ins Plus. Wie Handelsblatt zuerst berichtete sollen die Brüsseler Verhandlungen vor einer möglichen Einigung stehen. So haben die Gläubiger-Institutionen der Tsipras-Regierung ein neues Angebot unterbreitet. Bundeskanzlerin Angela Merkel selbst sprach von einem „außerordentlich großzügiges Angebot“ gemacht. Mit dem Glauben an eine mögliche Einigung verabschiedete sich der Dax zaghaft fester ins Wochenende. Er schloss letztlich 0,2 Prozent fester bei 11.492 Punkten.

Im Freitagshandel lugte der Leitindex ab und zu ins Plus, lief größtenteils aber in der Verlustzone. Kein Anleger wollte mit breiten Marktpositionen am Freitag schließen und am Montag mit einem möglichen Staatsinsolvenz in Europa aufwachen. Dementsprechend blieben die Börsianer in Alarmbereitschaft vor diesem wichtigsten Wochenende der Hellas-Krise. Bisher waren die Fortschritte - zumindest die öffentlichen - in dieser Woche der Entscheidung eher vage geblieben. Doch die Nachricht von der möglichen Einigung sorgte für vorsichtigen Optimismus an der Aktienmärkten.

Die internationalen Geldgeber haben eine Verlängerung des griechischen Rettungsprogramms um fünf Monate bis Ende November vorgeschlagen. Das erklärten Diplomaten in Brüssel am Randes des EU-Gipfels. Insgesamt sollten Athen in diesem Zeitraum 15,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Diese Gelder stammen aus dem bisherigen Programm. Das Angebot stoße aber auf Widerstand im Kreise der Euro-Finanzminister, auch von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, so die Diplomaten.

Die Ressortchefs kommen am Samstag erneut zusammen, um über die Griechenland-Rettung zu beraten. „Die Finanzmärkte erfreut der Verbleib Griechenlands in der Euro-Familie zunächst“, erklärte Börsenexperte Robert Halver von der Baader Bank. „Doch die Wiedervorlage der Griechenland-Krise ist schon fest terminiert“, befürchtet er. „Im November geht der Polit-Zirkus weiter.“ Die Zeit drängt, denn am Dienstag läuft das aktuelle europäische Hilfsprogramm für Griechenland aus - ohne neue Finanzhilfen, welche die Geldgeber von Einsparungen und Reformen abhängig machen, droht die Staatspleite.

Durch die Bank weg drehten Europas Börsen mit der Aussicht auf Einsicht in den grünen Bereich. Der Athener Leitindex lief zuletzt über zwei Prozent fester. Auf Wochensicht steht folglich ein Plus von 15,4 Prozent. Doch nicht nur griechische Anleger scheinen von einer Einigung weiterhin überzeugt. Auch die anderen Euro-Benchmarks führen im Siebentagestrend trotz der Brüsseler Hängepartie deutliche Aufschläge: Der Dax kommt auf 4,1 Prozent, der Euro-Stoxx-50 fünf, der französische CAC40 auf 5,3 Hundertstel.

Die zweite Frankfurter Reihe legte zum Wochenausklang ebenfalls zu. Der Mittelwerte-Index MDax lief 0,4 Prozent fester bei 20.376 Zählern. Der Technologieliste TecDax schloss nahezu unverändert, leicht fester bei 1697 Zähler. In New York zeigten sich die Anleger ob der möglichen Einigung in der innereuropäischen Dauerkrise erleichtert. Zusätzlich half ein starkes Verbrauchervertrauen den US-Börsen. Der Dow-Jones-Index rückte zum Frankfurter Handelsschluss 0,6 Prozent vor auf 17.996 Punkte.

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