Börse Frankfurt
Dax schließt dank US-Daten deutlich im Plus

In den USA entwickelt sich der Arbeitsmarkt nicht so wie von der Fed erhofft. Eine Leitzinsanhebung in den kommenden Monaten wird damit unwahrscheinlicher. Die Anleger jubeln. Sie lassen den Dax über 150 Punkte steigen.
  • 16

Düsseldorf/FrankfurtDer US-Arbeitsmarkt beflügelt die Börsen. In Frankfurt schoss der Dax vom Start weg deutlich ins Plus. Bis zu 1,5 Prozent trieb es den Leitindex nach oben. Am Ende ging der Dax mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 12.123 Punkten aus dem Handel.

In der zweiten Reihe verzeichneten die Indizes ebenfalls deutliche Gewinne. Der MDax notierte 0,8 Prozent fester auf 21.034 Punkten. Der TecDax schloss 1,2 Prozent fester auf 1634 Zählern.

Der Arbeitsmarkt in den USA erholt sich nicht wie erhofft. Im März wurden nur halb so viele Jobs geschaffen wie prognostiziert. Die US-Notenbank Federal Reserve stellt das vor besonderen Herausforderungen. Denn der US-Jobmarkt ist ausschlaggebend für den Zeitpunkt der Zinserhöhung. Die jetzigen Arbeitsmarktzahlen lassen darauf schließen, dass sich die Fed mit einer Erhöhung nun doch etwas mehr Zeit lassen wird. Die Fed will nun die Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt kritisch in Blick behalten.

Die Wahrscheinlichkeit für einen ersten Zinsschritt durch die US-Notenbank im Juni sei nun erheblich niedriger als noch vor dem Arbeitsmarktbericht, prognostizierten die Analysten der Essener Nationalbank in einem Kommentar. Jasper Lawler, Analyst von CMC Markets in London, rechnet ebenfalls mit einem vorsichtigen Vorgehen der US- Währungshüter. „Sie wollen nicht den Fehler einer zu schnellen Anhebung begehen“, sagte Lawler.

Der Chef der Federal Reserve von Minneapolis, Narayana Kocherlakota, geht sogar noch weiter. Ihm zufolge sei es möglich, dass sich die US-Notenbank bis weit ins kommende Jahr hinein mit einer Anhebung der Leitzinsen Zeit lassen könnte. Denkbar sei, in der zweiten Jahreshälfte 2016 die Zinsen von derzeit null bis 0,25 Prozent erstmals anzuziehen. Danach könnten sie kontinuierlich angehoben werden bis Ende 2017 ein Niveau von zwei Prozent erreicht sei. Die Fed hält die Zinsen nunmehr seit Dezember 2008 bei nahe null.

Kocherlakota vertritt damit eine andere Meinung als viele seiner Fed-Kollegen wie auch der Notenbankchefin Janet Yellen. Diese wollen die Zinswende bereits im laufenden Jahr einleiten, da sich der Arbeitsmarkt verbessert und damit positiven Druck auf die sehr niedrige Inflation ausübt. Einige Fed-Vertreter plädieren dafür, bereits im Juni diesen Schritt zu gehen.

Der deutsche Dienstleistungssektor beschleunigt weiter sein Wachstum. Der Einkaufsmanagerindex der deutschen Dienstleister stieg im vergangenen Monat um 0,7 auf 55,4 Punkte, wie das Markit-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 500 Unternehmen mitteilte. Das ist der höchste Stand seit einem halben Jahr. Das Barometer signalisiert bereits ab 50 Zählern wachsende Geschäfte. „Die Unternehmen profitierten hierbei von einer wirtschaftlichen Belebung, die sie auch dazu ermutigte, ihren Personalbestand weiter auszubauen“, sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike.

Seite 1:

Dax schließt dank US-Daten deutlich im Plus

Seite 2:

EZB hat mittlerweile Anleihen im Wert von 52,5 Milliarden Euro gekauft

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax schließt dank US-Daten deutlich im Plus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ja wie geil ist das denn? Die Amis werden arm und arbeitslos und unsere Währung ist immer weniger wert. Da muss doch der DAX vor lauter Freude steigen! Wir sterben alle reich. Ist doch logisch, oder?

  •  
    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • http://www.handelsblatt.com/input/hsbc-trinkaus/marktgeschehen/dax-kursindex-kreuzwiderstand-bremst-nur-temporaer/v_microsite/11601614.html

    Noch jemand der sich nicht am Mogel-Dax fixiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%