Börse Frankfurt

Dax schließt den fünften Tag in Folge im Minus

Die Monsanto-Übernahme durch Bayer hat die Anleger am Mittwoch in Kauflaune versetzt. Doch die Freude darüber hielt nicht lange. Der Dax schließt den fünften Tag in Folge mit Verlusten.
Update: 14.09.2016 - 17:46 Uhr

Weißer Rauch bei Bayer und Monsanto

DüsseldorfDer Dax hat sich nach seinen jüngsten Verlusten nur mühsam stabilisiert. Der deutsche Leitindex büßte im frühen Handel am Mittwoch zunächst anfängliche Gewinne ein. Doch die Anleger fanden wieder Zuversicht als sich die Übernahme von Monsanto durch Bayer abzeichnete. Die Bayer-Papiere hielten sich hartnäckig an der Spitze des Dax. Zuletzt lagen sie 1,5 Prozent über dem Vortages-Schlusskurs. Der Übernahmepreis de US-Biotechnologie-Riesen beträgt 66 Milliarden US-Dollar, teilte Bayer am Mittwoch mit. Bereits zuvor hatten Insider verlauten lassen, dass der Deal sicher sei.

Der Index selbst schloss rund 0,1 Prozent im Minus bei 10.378 Punkten. Der Mittelwerteindex MDax gewann dagegen 0,1 Prozent auf 21.077. Der TecDax gewann 0,3 Prozent auf 1747 Punkte.

Gesprächsthema am Markt bleibt auch die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Weiterhin herrscht Unsicherheit darüber, ob die Fed kommende Woche den Leitzins ein weiteres Mal anhebt. Vor der Sitzung der Währungshüter am Mittwoch wachse unter den Anlegern die Nervosität, schrieb Investmentanalyst Wolfgang Albrecht von der Landesbank Baden-Württemberg. Höhere Zinsen würden festverzinsliche Wertpapiere gegenüber Aktien begünstigen.

Die Minus-Zinsen fressen sich durch
Platz 10: Shell
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Der Ölkonzern hat zwei Euro-Anleihen im Wert von insgesamt 3,5 Milliarden ausstehen, bei denen Anleger, die sie jetzt kaufen und bis zur Fälligkeit halten, draufzahlen. Damit rentieren 27 Prozent der auf Euro lautenden Shell-Bonds im Negativ-Bereich. Bei der in acht Monaten fälligen Anleihe liegt die Rendite bei minus 0,09 Prozent, bei der fünfjährigen bei minus 0,06 Prozent. Die großen Ratingagenturen bewerten die Bonität von Shell im Schnitt mit A und damit als gut.

Platz 9: Snam
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Der italienische Gasnetzbetreiber – eine Abspaltung des Versorgers Eni – ist mit vier Anleihen im Wert von zusammen 3,8 Milliarden Euro am Markt, die im Minus rentieren. Das sind die Hälfte aller Euro-Eni-Bonds. Die Minus-Renditen reichen von 0,14 Prozent für neunmonatige und 0,03 Prozent für ein dreieinhalbjähriges Papier. Das durchschnittliche Rating liegt im Bereich Dreifach-B für mittlere Bonität.

Platz 8: Siemens
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Beim deutschen Industriekonzern liegen die Renditen von 79 Prozent aller ausstehenden herkömmlichen Euro-Bonds im negativen Bereich. Minus-Renditen gibt es dabei bei drei Papieren im Volumen von 4,85 Milliarden Euro. Die Renditen liegen bei minus 0,27 Prozent (Restlaufzeit fünf Monate) und minus 0,19 Prozent (Restlaufzeit viereinhalb Jahre). Die Bonität liegt bei Einfach A für eine gute Kreditwürdigkeit.

Platz 7: Carrefour
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Der französische Einzelhandelskonzern hat vier Bonds über zusammen vier Milliarden Euro mit negativen Renditen ausstehen. Das entspricht 62 Prozent der ausstehenden Bonds. Bis zu Laufzeiten von gut viereinhalb Jahren zahlen Anleger bei Carrefour drauf: Die Rendite des im April 2021 fälligen Papiers liegt hauchdünn im Minus bei minus 0,002 Prozent. Bei einer schon im nächsten Juli fälligen Anleihe sind es minus 0,22 Prozent. Dabei ist die Bonität mit Dreifach-B nur mittel.

Platz 6: Daimler
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Der deutsche Autokonzern zählt zu den größten Schuldnern am Euro-Bondmarkt mit Papieren über insgesamt 16 Milliarden Euro. Davon rentieren vier Anleihen im Wert von zusammen vier Milliarden Euro und somit ein Viertel aller ausstehenden herkömmlichen Daimler-Anleihen im Minus. Betroffen sind Papiere mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren, Hier liegt die Rendite bei minus 0,02 Prozent, bei dem in zwei Monaten fälligen Siemens-Bonds sind es 0,4 Prozent.

Platz 5: Vinci
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Von den Anleihen des französischen Baukonzerns rentieren 58 Prozent im negativen Bereich. Betroffen sind sechs Bonds im Umfang von insgesamt 4,,57 Milliarden Euro mit Laufzeiten bis zu drei Jahren. Beim dreijährigen Papier liegt die Rendite bei minus 0,02 Prozent, bei einem in zwei Monaten fälligen bei minus 0,4 Prozent. Die Bonität bewerten die Ratingagenturen im Bereich Einfach-A.

Platz 4: Engie
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Bis zum Frühjahr vergangenen Jahres hieß der im Schnitt ebenfalls mit A-Rating bewertete französische Versorger noch GDF Suez. Von seinen Anleihen rentiert die Hälfte im Minus. Betroffen sind sechs Bonds über zusammen fünf Milliarden Euro. Die längste Laufzeit beträgt gut vier Jahre, die Rendite bei dieser Anleihe liegt für Käufer aktuell bei minus 0,1 Prozent. Bei einem in einem halben Jahr fälligen Papier sind es minus 0,18 Prozent.

Ansonsten spielte die Musik im SDax der gering kapitalisierten Werte: Unangefochtener Spitzenreiter waren die Aktien von Braas Monier mit einem Gewinn von 18,8 Prozent auf 26,01 Euro. Der Dachziegel-Hersteller rechnet mit einem Übernahmeangebot. Der US-Baustoffhersteller Standard Industries plane, Anfang kommender Woche 25 Euro je Aktie zu bieten, teilte Braas Monier mit. Der Verwaltungsrat kündigte an, ein derartiges Angebot abzulehnen, weil das Unternehmen mehr wert sei.

Die Papiere von Gerry Weber schafften es mit einem Plus von knapp fünf Prozent auf den zweiten Platz im Index, allerdings nur für kurze Zeit. Zuletzt standen die Aktien noch 0,2 Prozent höher bei 11,48 Euro. Die Kosten für den laufenden Umbau drückten den Modekonzern zwar im dritten Geschäftsquartal in die roten Zahlen. Allerdings sei das Zahlenwerk insgesamt nicht so schlecht ausgefallen wie befürchtet, sagte ein Händler.

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  • jut
  • dpa
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